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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Schadensersatz für Abholzung gefordert

08.10.2019

Wardenburg Die Fällung von rund 500 Fichten in Tungeln hat für die Gemeinde Wardenburg womöglich ein Nachspiel. Die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) mit Sitz in Wardenburg erhebt schwere Vorwürfe gegen die Gemeinde und den zuständigen Bezirksförster der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

In einem 16-seitigen offenen Brief kritisiert der BSH-Vorsitzende, Prof. Dr. Remmer Akkermann, unter anderem, dass die Schutzgemeinschaft, mit der die Gemeinde einen Nutzungsvertrag für das ehemalige Schießstand-Gelände geschlossen hat, nicht rechtzeitig informiert worden sei. Auch die Entscheidung über einen Kahlschlag des von Borkenkäfern befallenen Nadelwaldes hält Akkermann für übereilt und fachlich falsch. Er spricht gar von „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“. Die Gemeinde weist die in dem Brief „aufgestellten Behauptungen hinsichtlich eines gemeinschädlichen Verhaltens entschieden zurück“.

Verfahrensfehler?

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Mehr Beachtung verdient

Laut Vertrag, so Akkermann, hätte die BSH mit einem dreiwöchigen Vorlauf über die Fällung informiert werden müssen. „Stattdessen nach erfolgter Genehmigung durch den Verwaltungsausschuss am 11.09.2019 nur drei Werktage später mit den Fällungen zu beginnen, ist ein gravierender Verfahrensfehler“, meint der BSH-Vorsitzende. Bauamtsleiter Frank Speckmann versichert gegenüber der NWZ, mit einem Schreiben vom 29. August die Maßnahme bei der BSH angekündigt zu haben. Die Fällung habe dann nach dem VA-Beschluss vom 16. bis 18. September stattgefunden.

Akkermanns Auffassung nach rechtfertigt der „angeblich flächenhaft explodierte Befall von Borkenkäfern in einem gutwüchsigen grünen Fichtenbestand nicht a priori eine prophylaktische Fällung zwecks Holzverwertung“. Entsprechende Erfahrungen seien beispielsweise im Bayerischen Wald gemacht worden. Akkermann bedauert: Die Gemeinde sei nur einer forstwirtschaftlichen Beratung gefolgt und „ignoriert alle Grundsätze der Waldökologie, des Naturschutzes und der öffentlichen Erholung in einer jahrzehntelangen, artenreichen Ruhezone“.

„Dringend empfohlen“

Speckmann argumentiert: Die Fällung sei vom Förster und der Unteren Naturschutzbehörde „dringend empfohlen“ worden. Bereits 2018 sei die damalige BSH-Geschäftsführerin auf den beginnenden Borkenkäferbefall hingewiesen worden, ohne dass eine Reaktion erfolgt sei. „Deutschlandweit wird an vielen Stellen mit vergleichbaren Maßnahmen vorgegangen. Was anderswo richtig ist, kann hier ja nicht absolut falsch sein“, meint Speckmann. Akkermann wehrt sich dagegen, Versäumnisse anderer nun der BSH anzukreiden.

Mit der Fällung wurden laut Akkermann nicht nur vier der 20 Stationen des von der BSH angelegten Naturlehrpfades zerstört, sondern auch dazugehörige Schilder sowie Nisthilfen. „Auch einen vor Jahren umgesiedelter Ameisenhaufen konnte ich nicht mehr wiederfinden“, bedauert Akkermann. Frank Speckmann hat eine andere Wahrnehmung: „Der Naturerlebnispfad ist offensichtlich seit Jahr und Tag nicht mehr in Funktion.“ Zehn Stationen seien bereits seit langer Zeit zerstört und ohne Funktion, die Schilder teilweise abgerissen oder gar nicht mehr vorhanden. Aus diesem Grund sei er erstaunt über die geldliche Forderung von 8800 Euro für die fachmännische Überarbeitung und den Neudruck des 18 Jahre alten Begleitheftes zum Naturerlebnispfad, so der Bauamtsleiter.

Für eine Kooperation

Doch das ist nicht das Einzige, was die BSH als Schadensersatz in Rechnung stellt. In einer Kostenaufstellung stehen in Summe 22 900 Euro, mit denen unter anderem neue Schilder, Pflanzen und Nisthöhlen bezahlt werden können – darin eingeschlossen 2000 Euro „Schmerzensgeld“ wegen Rufschädigung. „Der Gemeinde ist an einem Streit nicht gelegen“, betont Speckmann. Die Fläche solle wieder aufgeforstet werden, gerne in enger Kooperation mit BSH und Forstbetriebsgemeinschaft. „Das begrüßen wir“, so Akkermann. Ob er rechtliche Schritte erwägt, lässt er offen.

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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