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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Sicherheit fängt beim Material an

01.10.2019

Wardenburg „Wir bekommen sehr oft Dankesschreiben von Paaren. Die Fahrt in der Hochzeitskutsche bei sieben km/h entschleunigt die Frischvermählten an so einem Tag, der in der Regel sehr stressig ist“, sagt Eva Claußen und blättert in einen Album mit Fotos und Briefen. Seit rund 20 Jahren bieten sie und ihr Mann Gerold Kutschfahrten für die unterschiedlichsten Anlässe an. Gerade erst am Samstag fuhren sie, wie bereits seit 20 Jahren, an der Spitze des Oldenburger Kramermarkt-Umzuges, in dem für gewöhnlich der Oberbürgermeister mit Gästen sitzt.

Einen Unfall mit Wagen und Pferden hatten die beiden Profi-Kutschfahrer noch nie. Vor dem Hintergrund einiger schwerer Unfälle in jüngster Vergangenheit fordert die Tierrechtsorganisation Peta, Pferdekutschen auf Straßen und Wegen zu verbieten. Die Betreiber des Zucht- und Fahrstalls Claußen in Wardenburg halten das für überzogen.

„Mit Tretrollern, Fahrrädern und Autos passieren auch Unfälle – im Verhältnis sogar viel mehr als mit Kutschen“, meint Eva Claußen. Streng genommen müsste dann auch die Reiterei verboten werden. Das Ehepaar Claußen weiß natürlich, wer Kutschfahrten gewerblich anbietet, muss auch für die Sicherheit einiges tun.

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Das fängt beim Material der Kutschen an: „Unsere beiden Hochzeitskutschen sind Nachbauten alter Modelle – aber nicht aus Holz, sondern überwiegend aus Metall, damit bei einem Zusammenstoß nichts so leicht brechen kann.“ Zudem müssten gewerbliche genutzte Pferdewagen jährlich zum TÜV. Privat genutzte dagegen nicht. So seien es bei diesen oft technische Defekte, die zu Unfällen führten.

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Auch die Zugtiere müssen geeignet sein. „Wir kaufen nur Pferde, die speziell für den Straßenverkehr ausgebildet sind.“ Wer einfach ein Reitpferd anspanne, dürfe sich nicht wundern, wenn das schief gehe. Ob ihre Schimmel, Rappen und Braunen wirklich „straßentauglich“ sind, testen die Claußens vorher mit einer Wagonette, einem Trainingswagen. Auch das Naturell der Pferde spielt ein Rolle: „Wie beim Menschen gibt es auch Pferde, die gerne im Mittelpunkt stehen und es toll finden, wenn Menschen am Rand stehen und klatschen oder die gern zu Musik laufen“, weiß der 70-jährige Gerold Claußen, der auf dem elterlichen Bauernhof an der Fladderstraße mit Pferden aufgewachsen ist.

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Aber auch der Kutscher sollte den Umgang mit Zügeln gelernt haben und, ebenso wie die Pferde, in jeder Situation die Ruhe bewahren können. Der Kutschenführerschein B Gewerbe ist Pflicht für alle, die mit Kutschfahrten Geld verdienen. „Auf dem Bock sitzen wir außerdem immer zu zweit.“ Zu weiter gelegenen Einsatzorten würden Kutsche und Pferde per Transporter gebracht. „Unsere Pferde gehen sogar freiwillig in den Anhänger.“

Die Kutsche als Hochzeitsgefährt ist nach wie vor beliebt. „Für nächstes Jahr sind schon jede Menge Termine gebucht“, erzählt Eva Claußen, die schon die Nichte des Großherzogs von Oldenburg zur Traukirche fuhr sowie die Tochter des Schlagerduos Judith & Mel. „In der Kutsche kommt man zur Ruhe und kann die Landschaft genießen wie in kaum einem anderen Verkehrsmittel.“ „Wenn das verboten wird“, so die 69-Jährige, „können wir hier einpacken.“

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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