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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Großer Aufschrei um kleine Brücke

05.09.2018

Wardenburg Eine vergleichsweise gering frequentierte Brücke so zu sanieren, dass sie nur noch dem Gewicht von Fußgängern und Radfahrern standhalten muss, ist im Sinne des Spargedankens eine lohnenswerte Überlegung. Im Falle der Brücke über das Bümmersteder Fleth in der Wardenburger Marsch hatte die Gemeindeverwaltung die Rechnung jedoch ohne Landwirte, Deichschützer und Juristen gemacht.

Der Verwaltungsvorschlag, die bislang auf zwölf Tonnen Tragfähigkeit ausgelegte Brücke nur noch für den Fußgänger- und Radfahrerverkehr herzurichten, da das Bauwerk nur von wenigen landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt wird, stieß bereits im Vorfeld der Bauausschusssitzung an diesem Donnerstag auf erheblichen Widerstand.

Über einen Anwalt machte ein Landwirt die Verwaltung darauf aufmerksam, dass im Jahr 1991 nach dem Verkauf der Brücke an die Gemeinde seinem Vater und damit ihm als Rechtsnachfolger vertragliche zugesichert worden ist, „diese Wirtschaftswegebrücke frei und ungehindert sowie unentgeltlich jederzeit zu nutzen“. FWG-Ratsherr Eckhardt Hildebrandt erinnert sich noch gut an das Vertragswerk, das in seine Zeit als ehrenamtlicher Bürgermeister fiel. Für ihn ist klar: „Um diese vertragliche Zusicherung kommen wir nicht herum.“

Genauso sieht es die CDU-Fraktion. Sie weiß, dass mehrere Landwirte, die in der Wardenburger Marsch Flächen besitzen oder gepachtet haben, von einem Rückbau der zurzeit teilgesperrten Brücke betroffen wären. Im Namen dieser Landwirte reichte der Bezirksvorsteher für Klein Bümmerstede, Jens Röver, ein Schreiben ein. Die Betroffenen müssen bereits seit Monaten Umwege von bis zu 13 Kilometern in Kauf nehmen, um auf ihre Felder zu kommen. „Das bindet viel Arbeitszeit und ist auch nicht mit den Klimaschutzzielen der Gemeinde vereinbar“, so Röver.

Die Brücke ist der einzige direkte Verbindungsweg zwischen Wardenburg und der zur Gemeinde gehörenden Ortschaft Klein Bümmerstede, die ansonsten nur über Oldenburg oder Sandkrug erreichbar ist. Vor allem Radler nutzen diesen Schleichweg rege – unerlaubterweise auch Autofahrer.

Und noch jemand meldet Bedenken gegen eine reine Fußgänger-/Radfahrerbrücke an: Hans-Dieter Buschan, Geschäftsführer der Hunte-Wasseracht. Bei Hochwasser sei eine „zeitnahe und uneingeschränkte Erreichbarkeit der Zu- und Abfahrten des Deichverteidigungsweges auf dem Huntedeich rechtsseitig der Hunte“ erforderlich.

Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung für die Sitzung am Donnerstag ihre Beschlussempfehlung abgeändert und schlägt nun die aufwendigere Sanierungsvariante für 136 000 Euro vor. Die Sparversion würde rund 85 000 Euro kosten.

Marén Bettmann
Wardenburg
Redaktion Wardenburg
Tel:
04407 9988 2730

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