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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Kaninchen auf dem Prüfstand

05.10.2018

Wardenburg Es geht so schnell, dass das Auge kaum mitkommt. Mit sicherem Griff packt Gert Dölling beide Ohren und Nacken des Deutschen Riesenschecken, schiebt die andere Hand unter den verlängerten Rücken und – schwupp – liegt das große Kaninchen auf dem Rücken in seinen Armen.

Der Preisrichter streicht übers Fell, kontrolliert die Klauen und das Geschlechtsteil und pustet sachte auf den Pelz, damit der Blick auf das Unterfell frei wird. Auch das Gebiss wird begutachtet und was der Preisrichter da sieht, lässt ihn die Stirn runzeln. Zur Sicherheit ruft er noch seinen Kollegen am Nachbartisch, Tobias Nöppert, dazu. Beide Männer, erfahrene Kaninchenzüchter aus Bremervörde, sind sich schnell einig: die großen Nagezähne an der Front stoßen bei dem Rammler aufeinander, statt wie bei einer Schere leicht versetzt aneinander vorbeizugleiten.

Gibt das in der Bewertung nun Punktabzüge?, fragt sich der Laie. Klaus Martens, Vorsitzender des Kaninchenzüchtervereins I 101 Wardenburg und Umgebung, schüttelt den Kopf. „Das Tier ist damit völlig aus der Zucht und Bewertung raus“, sagt er.

So ergeht es am Donnerstag nicht nur diesem einen Kaninchen. Die Checkliste der unparteilichen Prüfer umfasst sieben Kriterien, die gründlich kontrolliert werden:
 Gewicht,
 Körperform,
 Fell,
 Rassemerkmale (wie Kopfform oder Ohrform),
 Zeichnung,
 Unterfarbe sowie
 Pflegezustand.

180 Kaninchen auf diese Weise auf Herz und Nieren zu prüfen, das dauert ein paar Stunden. Doch das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand, betonen die erfahrenen Züchter. Ohne den Aufwand würden die verschiedenen Kaninchenrassen nicht erhalten bleiben.

Auch so fällt das nicht immer leicht. Wie bei vielen Dingen im Leben gibt es Moden und Trends. Derzeit sind viele Züchter an kleineren und einfarbigen Rassen interessiert. „Die Zeiten, wo Kaninchenzucht auch eine Frage des eigenen Überlebens war, ist halt vorbei“, nennt der Vereinsvorsitzende einen Grund. Bei der bevorzugten Größe spiegele sich auch die Entwicklung wieder, dass die Bebauung in Wardenburg immer dichter und die Grundstücke immer kleiner werden.

Christin Martens haben es die Meißner Widder angetan. Silberne Fellzeichnung, Schlappohren und eine besonders runde Hüfte gehören zu ihren Merkmalen. Nur wenige Züchter in Deutschland kümmern sich um deren Erhalt. „Ich bin einer von nur 59“, verrät die Züchterin. Um Inzucht trotz des kleinen Genpools zu vermeiden, muss genau darauf geachtete werden, dass nicht verwandte Tiere untereinander weitergegeben werden. Heu, Frisch- und Trockenfutter, tägliche Pflege: es ist ein Hobby, das nicht ganz billig und auf jeden Fall zeitaufwendig ist. „Aber es ist nach einem stressigen Arbeitstag auch unheimlich beruhigend“, sagt sie und strahlt. An diesem Freitag, von 16 bis 21 Uhr, sowie am Samstag, 9.30 bis 16 Uhr, kann sich davon jeder interessierte Besucher überzeugen.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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