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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Die Furcht vorm Bohrer nehmen

09.01.2019

Wardenburg Ärztemangel auf dem Land – für Zahnarzt Timo Babbe-Pekol war dieses Problem, das die Kollegen aus der Allgemeinmedizin und anderen Fachrichtungen aktuell beschäftigt, bislang kein Thema. „Ich wollte nie in die Stadt“, sagt der Zahnmediziner, „Ich mag die Landbevölkerung: da geht es lockerer, familiärer und direkter zu – das mag ich.“ Und so fiel bei der Suche nach Räumlichkeiten für die erste eigene Praxis die Wahl auf Wardenburg. „Hier habe ich ideale Räume in dem neuen Wohn- und Geschäftshaus gefunden. Am 4. Februar soll es los gehen.“

Bald sieben Praxen

Sechs Zahnarztpraxen gibt es zurzeit Zeit in der Gemeinde Wardenburg. Das lässt sich über eine Suchfunktion der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KZVN) ermitteln. Die neue Zahnarztpraxis von Timo Babbe-Pekol an der Oldenburger Straße 234 wäre dann die siebte in der Gemeinde.

Für Zahnärzte gilt seit 2007 eine freie Wahl des Ortes, an dem sie ihre Praxis eröffnen wollen. Im Gegensatz zu Praktischen- bzw. Fachärzten. Dort richtet sich die Anzahl der niedergelassenen Ärzte an der Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung für die jeweilige Region.

In Bayern studiert

Timo Babbe-Pekol, der zuletzt in einer Gemeinschaftspraxis in Apen arbeitete, ist ein Kind der Region, aufgewachsen in Friedrichsfehn (Kreis Ammerland). Zum Studium ging es nach Erlangen in Bayern. Dort habe ich nach dem Studium auch gearbeitet und hatte unter anderem viel mit Behinderten zu tun. „Die sind oft sehr ängstlich, und um sie erfolgreich behandeln zu können, habe ich mich immer mehr mit dem Thema Angstpatienten beschäftigt“, erzählt der 36-Jährige. Nun, in seiner eigenen Praxis, will er sich ebenfalls besonders um Patienten kümmern, für die ein Zahnarztbesuch mit traumatischen Ängsten behaftet ist.

„Eine spezielle Ausbildung dafür gibt es leider nicht“, bedauert Babbe-Pekol. Auch im Studium seien Angstpatienten kein Thema, aber der gebürtige Ammerländer, sagt von sich: „Der vertrauensvolle Umgang mit diesen Patienten liegt mir einfach, macht mir Spaß und gibt mir auch persönlich viel.“ So entwickelte Babbe-Pekol eigene Strategien, Menschen die Angst vor dem Zahnarztbesuch zu nehmen.

„Beim ersten Termin wird nur geguckt und nicht behandelt“, lautet Babbe-Pekols erste Regel. Während der Behandlung würden klare Zeichen vereinbart: „Wenn die Hand gehoben wird, heißt das sofort aufhören, und das mache ich auch sofort.“ Sätze wie „Da müssen Sie mal kurz durch“ gebe es bei ihm nicht. Anfänglich habe er auch mit Hypnose gearbeitet, „aber das ist sehr zeitaufwendig und nicht praxisnah“, so die Erfahrungen des Zahnmediziners. Bei extremen Fällen wende er auch Vollnarkose an, „aber das will ich möglichst vermeiden, weil Vollnarkosen auch immer mit Risiken behaftet sind“.

Auch Kindern rechtzeitig die Angst vorm Zahnarzt nehmen, ist ein Ziel des Dentisten. „Ich rate Eltern immer, ihre Kinder schon früh mit zunehmen, nur um zu gucken.“ Er selbst hatte als Kind keine negativen Zahnarzterlebnisse. „Ich bin immer gerne zum Zahnarzt gegangen“, sagt der Jungmediziner mit strahlendem Lächeln.

Und Timo Babbe-Pekol hat sich einen weiteren Schwerpunkt in seiner Arbeit gesetzt: bezahlbarer Zahnersatz. Patienten teuren Zahnersatz zu verkaufen, den dieser sich eigentlich nicht leisten kann, sei nicht sein Bestreben. Was technisch machbar und bezahlbar ist, damit kennt sich Babbe-Pekol gut aus, denn vor seinem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Zahntechniker. Zwar habe er schon seit der 11. Klasse gewusst, dass er Zahnarzt werden wolle, aber das Technische und Handwerkliche an diesem Beruf habe ihn besonders gereizt. „Darum wollte ich auch kein HNO-Arzt werden wie mein Vater, der eine Praxis in Oldenburg hatte“, gesteht der jung-dynamische Zahnarzt, der auch schon in der Bundeswehr bei einem Zahnarzt im Sanitätsdienst „diente“.

Drei Helferinnen

Nun freut sich Timo Babbe-Pekol auf die Selbstständigkeit. „Ich werde erst einmal allein anfangen, und vielleicht später noch ein oder zwei Kollegen ins Team holen. Sein Zahnarzthelferinnen-Team aus drei Fachkräften habe er bereits zusammen. Ab nächstem Montag würde das auch schon Termine entgegen nehmen.

Die 250 Quadratmeter große Praxis wird zurzeit noch von Handwerkern belagert. Babbe-Pekol kommt derzeit immer noch aus seinem derzeitigen Wohnort Bremen angereist, um nach dem Rechten zu sehen. Natürlich will er auch näher an seinen Arbeitsplatz heranziehen, „aber meine Frau will erst noch in Ruhe ihr Jura-Studium zum Abschluss bringen.“

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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