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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wardenburger dient auf Dampfyacht des Großherzogs

14.11.2007

WARDENBURG /OLDENBURG Der 1890 geborene Wardenburger Friedrich Wintermann war Zeit seines Lebens nicht nur ein gefragter Schmiedemeister und Geschäftsinhaber. Wie der Wardenburger Hobbyhistoriker Hans J. Ryszewski, der selbst 22 Jahre an Bord von 15 deutschen und US-amerikanischen Schiffen zur See gefahren ist, herausgefunden hat, diente Wintermann der kaiserlichen Marine als Besatzungsmitglied der Dampfyacht Lensahn III. Auf den Posten gehoben hatte ihn kein Geringerer als Großherzog Friedrich August von Oldenburg (1852 – 1931), der vorwiegend auf „Landsleute“ in seiner Crew setzte.

Die 1901 gebaute Lensahn III, deren Heimathafen Oldenburg war, wurde vom Landesfürsten für Seefahrten auf Nord- und Ostsee sowie im Mittelmeer genutzt. 1915 und 1916 diente die Dampfyacht als Rettungsschiff der kaiserlichen Marine während des Ersten Weltkriegs. Bereits als junger Mann hatte der Großherzog – als 18-jähriger Prinz – einen praktischen Beruf erlernt, so war es damals übliche Praxis in der adeligen Familie. Friedrich August entschied sich für die Laufbahn eines Seemanns. Das theoretische Rüstzeug holte er sich von einem Navigationslehrer, der an der Oldenburgischen Navigationsschule in Elsfleth lehrte, die Praxis auf einer holländischen Kuff, die nach seiner Mutter „Elisabeth“ benannt worden war. Als 43-jähriger Mann erhielt er sogar ein Zeugnis über die Befähigung „Schiffer auf großer Fahrt“, berichtet Ryszewski.

Der Wardenburger Wintermann hatte das Glück, auf einem zu seiner Zeit modernsten Schiff, zu fahren. Der Aktionsradius der Yacht erreichte beinahe 3000 Seemeilen. 1901 stach die Lensahn III (513 Bruttoregistertonnen, 53 Meter Länge, knapp acht Meter Breite) erstmals in See, bereits ein Jahr später sollte die Besatzung mit dem Großherzog an Bord im Mittelmeer einen Dampfer aus Seenot retten. Dafür erhielt Friedrich August von Oldenburg, der seit 1900 die Regierungsgeschäfte führte, stellvertretend für seine Besatzung, die goldeneRettungsmedaille Italiens.

Wann genau Wintermann seinen Dienst auf der Lensahn III begann, konnte Ryszewski leider nicht ermitteln. Fest steht, dass der Schmiedemeister später als „Landratte“ eine Schmiede mit Hufbeschlag an der Oldenburger Straße, nahe der Einmündung zur heutigen Friedrichstraße, sowie einen gefragten Eisenwarenhandel betrieb.

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