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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

„Warnungen des OOWV sind absolut berechtigt“

25.10.2013
NWZonline.de NWZonline 2015-07-22T16:39:56Z

:
„Warnungen des OOWV sind absolut berechtigt“

Betrifft: „Äußerungen des OOWV demotivieren Landwirte“ (NWZ  vom 23. Oktober):

Ich möchte den Landwirt Erdmann fragen, warum er seinen Hausbrunnen so tief gesetzt hat (65 Meter)? In zehn Meter Tiefe gibt es auch Grundwasser, das er fördern könnte. Diese Frage kann ich aus eigener Erfahrung beantworten. Ich habe neben meinem Haus einen zehn Meter tief gemauerten Brunnen. Aus diesem Brunnen haben mindestens vier Generationen vor mir das Wasser als Trinkwasser für sich und ihr Vieh entnommen. Ich bin nun der Erste, der dieses Brunnenwasser nicht mehr trinken darf.

Vor 28 Jahren habe ich die erste Wasserprobe aus meinem Brunnen untersuchen lassen. Das Ergebnis war erschreckend, es waren da schon 110 mg/l Nitrat. Danach habe ich mein Brunnenwasser regelmäßig untersuchen lassen.

Als die letzte Untersuchung vor zehn Jahren einen Nitratwert von mehr als 300 mg/l ergab, habe ich den Brunnen stillgelegt. Das Brunnenwasser ist zu nichts mehr zu gebrauchen, der Nitratwert ist exorbitant hoch, der ph-Wert extrem niedrig, der Gesamtgehalt an gelösten Mineralien zu hoch.

Die Nitratwolke im oberflächennahen Grundwasser wird irgendwann die Förderbrunnen des OOWV erreichen und dann haben wir alle ein Riesenproblem. Die Warnungen des OOWV sind absolut berechtigt und der Landvolkverband sollte sich überlegen, ob er die verantwortungslose Verharmlosung des Nitratproblems so weiterführen will. Mit jedem weiteren Tiermaststall wird sich dieses Problem verschärfen.

Jürgen Oppermann
Großenkneten

Da gibt es also eine Verstimmung zwischen dem Kreislandvolkverbandes bzw. Großenkneter Landwirte über Äußerungen des OOWV über die Nitratbelastung des Grundwassers ... (...)

Ja, so frage ich mich verwundert, wie kommt es denn zu den Nitratwerten in den Böden bzw. im Grundwasser? Wie kommt es zu den Auswüchsen in der Massentierhaltung und der Agrarindustrie? (...) Die Fakten liegen auf dem Tisch: Die Werte in unserem Trinkwasser werden von Jahr zu Jahr immer bedenklicher. Das sagt nicht nur der OOWV, sondern auch die Naturschutzbehörden, das niedersächsische Amt für Wasserwirtschaft und Küstenschutz usw.

Noch mag das Brunnenwasser in 65 Meter Tiefe auf dem Hof von Landwirt Heinz Erdmann in Ordnung sein - aber auch hier könnte eine Zeitbombe ticken: Wir alle wissen, dass es eine Frage der Zeit ist, wenn die Filterwirkung der Bodenschichten erschöpft ist und irgendwann auch hier die Rückstände der Landwirtschaft das Grundwasser erreichen.

Glücklicherweise weiß auch Landwirt Erdmann (und hoffentlich auch seine Kollegen) dass die Probleme grundsätzlich nicht von der Hand zu weisen sind. Er sollte aber in diesem Zusammenhang nicht verniedlichend bzw. bagatellisierend von ‘Baustellen’ sprechen, die mit dem OOWV zu klären seien, denn hier geht es um ein wertvolles Gut: unser Trinkwasser, das durch nichts zu ersetzen ist!! (...)

Hans-Joachim Schilberg
Großenkneten