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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Was die Dorfentwicklung möglich macht

13.05.2017

Hatterwüsting Es ist Anfang des Jahres 2000. Eigentlich ist Gottfried Hennes auf der Suche nach einem gebrauchten Schlepper, als er auf einen alten, ziemlich verfallenen Hof am Fasanenweg in Hatterwüsting aufmerksam wird. Hennes, der in Sandhatten Kamerunschafe züchtet, ist damals auf der Suche nach einem Winterquartier für seine Herde. Der alte Hof mit seinem 1,3 Hektar Grundstück wechselt wenig später tatsächlich den Besitzer.

Ungefähr zehn Jahre lang sind danach Schafe die einzigen regelmäßigen Gäste am Fasanenweg, und wären es wahrscheinlich auch heute noch, wenn die Dorferneuerung nicht wäre.

Alte Schulstube

2014 tun sich plötzlich völlig neue Möglichkeiten für die Kommune, aber auch Privateigentümer im Großraum Sandkrug, Streekermoor und Hatterwüsting auf. Die Dorfentwicklung, planerisch begleitet vom Oldenburger Büro NWP, und reichlich Fördergelder, die das Amt für regionale Landesentwicklung Oldenburg verwaltet, bieten überraschend ganz neue Chancen – auch für den alten Hof. Bei Familie Hennes reift der Plan, das Hauptgebäude völlig neu zu einem Tagungs-, Seminar- und Gästehaus umzubauen.

Bildung hat an dem über die Autobahn schnell erreichbaren Standort durchaus Tradition. 1850 erbaut von Johann Heinrich Menke, wird hier 1862 die erste Hatterwüstinger Schulstube eingerichtet. 1876 folgt dann der Wechsel. Die Schulacht baut in Sichtweite auf einem drei Hektar großen Grundstück ein Schulhaus mit Lehrerwohnung und Stallung – heute wird das mehrfach erweiterte Gebäude als Kindertagesstätte Alte Dorfschule genutzt.

Am Fasanenweg wohnt nach Umzug der Schule der Nebenerwerbslandwirt Johann Heinrich Ludwig Kruse und betreibt hier eine Windmühle. 1899 kauft Diedrich Jürgens die Stelle. Er führt hier den ersten Kolonialwarenladen und eine Bäckerei. 1909 verkauft er an den Landwirt Bernhard Friedrich Haake, so steht es in dem Buch „Sandkrug – Bilder und Geschichten“ des Gemeindechronist Peter Biel aus Streekermoor.

Viele Vorgaben

Zurück in die Gegenwart: 2015 beginnen die Arbeiten an dem Seminarhaus, 2016 ist es fertiggestellt. Von außen ist der Charme des alten Hauses erhalten geblieben, dafür hat neben dem kritischen Blick der Planerin Christine Müller (NWP) auch das auf Altbauten spezialisierte Bauunternehmen Lehm–Steine–Kelle aus Oldenburg gesorgt. Für jedes Gewerk mussten drei Kostenvoranschläge eingeholt werden. Vorgaben der Behörden waren beispielsweise das Verwenden bestimmter Tonziegel und verzinkter Dachrinnen.

Die Außenfarbe musste wieder weiß sein, außerdem waren Holzfenster und -türen Pflicht. Im Innern ist auch heute noch für den Kenner zu erkennen, wo die alten Klassenräume und die Lehrerwohnung gestanden haben. Ansonsten gibt es auf 480 Quadratmetern, verteilt auf zwei Etagen, alles, was heutzutage modernen Anforderungen genügt: Wlan, aktuelle IT-Technik, Fußbodenheizung, LED-Beleuchtung, fünf Schlafzimmer, ebensoviele Badezimmer und eine wirklich große Küche mit Kochinsel. Sind im Haus natürliche Baustoffe Pflicht, so werden draußen im Garten ortstypische Pflanzen vorgeschrieben.

nächste Baustelle

Die Dorfentwicklung fördert auch öffentliche Maßnahmen. Am Montag, 15. Mai, beginnen die Arbeiten im Sandkruger Waldpark, auch Bürgerpark genannt. Den Anfang macht die Sanierung der Wege in dem zentral gelegenen Gebiet, so dass sie wirklich barrierefrei sind.

Ab Montag wird durch die Firma Quathamer aus Bad Zwischenahn, die Baustelle eingerichtet, so dass ab diesem Zeitpunkt der Park gesperrt ist. Darauf macht Architekt Tim Bruns (Gemeindeverwaltung) aufmerksam. Für den Abschnitt sind etwa drei Wochen Bauzeit eingeplant. Im Anschluss sollen dann zeitnah die Arbeiten im Bürgerpark beginnen.

Ohne die etwa 60 000 Euro an Fördergeldern hätten die neuen Besitzer das Projekt wohl nicht anzupacken gewagt, lässt Gottfried Hennes im Gespräch durchblicken. Um das Seminar- und Gästehaus, das unter „6oaks.de“ firmiert, kümmert sich seit der Fertigstellung sein Sohn Philippe (40). Zum Konzept gehört auch, dass auf Wunsch die zwei Oldenburger Köche Marcel Schafft und Jan Linne Gesellschaften bekochen, Catering oder auch eine gemeinsame Zubereitung des Essens – quasi als gruppendynamischen Prozess – anbieten. Seit einem Jahr hat jetzt das Haus am Fasanenweg geöffnet. Und das Angebot hat sich herumgesprochen. Erst kürzlich war eine Gruppe junger Niederländer zu Gast – zum Junggesellenabschied. Es ist alles heil geblieben.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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