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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Was Männer so bei der Arbeit machen

25.02.2017

Wildeshausen Stahlgrau steht der Koloss in der Halle der Thermotec GmbH Wildeshausen: zwölf Tonnen schwer, 3,80 Meter hoch. „Dieser Wärmetauscher übersteigt alles, was wir bisher gebaut haben“, macht Geschäftsführer Hermann Petermann aus seinem Stolz keinen Hehl.

Ein Wärmetauscher ist ein Apparat, der thermische Energie von einem Stoffstrom auf einen anderen überträgt. In diesem konkreten Fall soll die Abluft eines Tanklagers gereinigt werden. Frischluft wird zu Beginn des Prozesses auf eine Betriebstemperatur von 300 Grad Celsius gebracht und strömt dann in einen Katalysator. In dem werden die Schadgase bei Temperaturen bis 500 Grad Celsius verbrannt und heizen auf dem Rückweg durch den Wärmetauscher die Frischluft wieder auf. 33 000 Kubikmeter Abluft pro Stunde können so gereinigt werden. „Das ist eine Leistung von fünf Megawatt, die man sonst elektrisch aufbringen müsste“, erläutert der betreuende Ingenieur Hartwig van Düllen. Eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass ein leistungsstarker Pkw mit 100 Kilowatt fährt.

„Wir haben schon schon oft Wärmetauscher für Kunden weltweit gebaut, aber bei diesem Auftrag haben wir doch erst einmal mit uns gerungen“, blickt Petermann auf die Anfänge des Großprojekts im Sommer zurück. Der Koloss bedeutete schließlich eine Herausforderung nicht nur hinsichtlich Konstruktion, Schweißtechnik und Zusammenbau, sondern auch in puncto Transport. „Unser Hallenkran kann zum Beispiel ,nur’ 2,5 Tonnen stemmen“, so Petermann.

„Letztlich haben wir uns dann aber gesagt, dass dieses Gerät zwar dreimal so groß wie die bisherigen ist, aber im Prinzip genauso funktioniert“, ergänzt van Düllen. Voraussetzung für die Produktion war allerdings, den Giga-Wärmetauscher in sechs Module aufzuteilen, um ihn besser handhaben zu können.

Mit der Produktion des raumschiffartigen Stahl-Ungetüms begann die Thermotec GmbH im November. Sechs Mann waren damit beschäftigt. Allein die Schweißnähte haben insgesamt eine Länge von fünf Kilometern. Stolze 36 Schweißanweisungen mussten dafür geschrieben werden. Ohnehin gestaltete sich die Dokumentation als äußerst aufwendig.

„Der Kunde war Dauergast bei uns und kontrollierte jede Woche den aktuellen Zwischenstand“, berichtet Petermann. Zudem musste alles nicht nur in Deutsch, sondern auch Englisch festgehalten werden. „Wir haben viel für künftige Projekte daraus gelernt“, resümiert der Geschäftsführer.

Das fertige Endgerät geht in die Nähe von Leipzig. Voraussichtlich nächste Woche wird der Wärmetauscher mit einem großen Kran aus der Halle gezogen und verladen. Zum Glück sind die Tore dafür hoch genug...

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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