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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Historie: Weiße Rose träumt hinter Glasfenstern

12.04.2014

Hude Auf den ersten Blick fällt das gläserne Schrägdach des Gewächshauses auf der Rückseite der Klosterschänke kaum auf. Verdeckt von Sträuchern und Bäumen, die langsam ihr Frühlingskleid überstreifen, schlummern dort in Inneren bei rund 30 Grad Celsius drei seltene Rosenstöcke. Seit dem 18. Jahrhundert befinden sich die besonderen Rosen, die sich aufgrund ihrer Farbe von anderen Vertretern ihrer Pflanzengattung unterscheiden, im Besitz der Familie von Witzleben. Während die übliche Maréchal-Niel Rose, benannt nach dem französischen Marschall und Kriegsminister von Frankreich, Adolphe Niel, in einem blassen Gelbton blüht, leuchtet die „Witzlebensche Rose“ in weiß.

„Soweit ich es weiß, haben wir die weltweit einzige Maréchal-Niel Rose, die in weiß blüht, hier in unserem Gewächshaus“, erklärt Greta von Witzleben. Wenn die Rosen blühen, versprühen sie einen Duft von Birke.

Normalerweise blühen die Rose ziemlich lange, im Moment tragen die Stöcke, die sich an den Glasfenstern im Gewächshaus in die Höhe ranken, jedoch erst kleine Triebe.

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Eine alte Geschichte besagt, dass wenn die „Witzlebensche Rose“ stirbt, auch das Geschlecht der Familie dem Untergang geweiht sei. „Darum hegen und pflegen wir die drei Rosenstöcke besonders“, sagt Greta von Witzleben und lacht.

Im Besitz der Familie sind die Rosen bereits seit dem 18. Jahrhundert. Damals begann sich in Norddeutschland eine Gewächshauskultur zu entwickeln. „Man wollte das Exotische aus dem Süden auch hier in den Norden bringen. So entstanden auf Wunsch vieler Familien aus dem gehobenen Stand Gewächshäuser“, sagt Greta von Witzleben und deutet auf die Glasfensterfront. In so genannten Orangerien züchtete der Adel Zitrusfrüchte und Palmen, so auch in Hude.

Das Gewächshaus an der Rückseite der Klosterschänke ist das letzte verbliebene seiner Art auf dem Klostergelände. Erbaut wurde es Anfang des 18. Jahrhunderts.

Alte Bilder zeigen das geschäftige Treiben in den zahlreichen Glasfensterbauten. Inmitten verschiedener Blumen und Bäume gehen Männer und Frauen der Pflanzenpflege nach. Ein Blick in das Innere des Gewächshauses zur heutigen Zeit lässt Ernüchterung einkehren. Neben den drei Rosenstöcken gibt es dort nur noch wenige Pflanzen. Wo sich früher sechs Gärtner um das Wohl der exotischen Pflanzen kümmerten, genügt heute die Arbeit eines einzigen Mannes.

Im Zweiten Weltkrieg zerstörten die Explosionen der Fliegerbomben die meisten Gewächshäuser auf dem Gelände des ehemaligen großen Baumhofes.

„Hin und wieder finden wir selbst heute noch Scherben der alten Gewächshäuser auf dem Gelände“, sagt Greta von Witzleben. Dass die besonderen Rosen auch heute noch aufblühen, verdanken die von Witzlebens einer kuriosen Begebenheit. Während des Krieges stahl ein Lehrling aus Berne fünf Ableger der weißen Rose. Er hegte die Pflanzen gut, aber nach dem Kriegsende trieben ihn Schuldgefühle zurück nach Hude.

Er übergab die drei verbliebenden Ableger der Familie von Witzleben. „Ohne diese Tat wären die Rosen in den Wintermonaten außerhalb der Gewächshäuser eingegangen und für immer verloren gegangen“, schildert Greta von Witzleben.

Der erste Verweis auf die weiße Rose aus Hude befindet sich auf einem Bild, das Henriette Eleonore Agnes von Witzleben zeigt. Die Ehefrau von Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, die von 1761 bis 1788 lebte, wurde mit der „Witzlebenschen Rose“ in der Hand porträtiert.

Johann Wolfgang von Goethe, der eine enge Freundschaft zum Grafen von Stolberg pflegte, bezeichnete die Hofdame und Dichterin Henriette Eleonore Agnes aufgrund ihrer Erscheinung als „Engel Grazioso“.

Lars Puchler Redakteur / Lokalsport Ammerland
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