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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Tagung: „Wenig Anerkennung für wichtige Arbeit“

17.03.2012

AHLHORN 30 Anti-Gewalttrainer aus ganz Deutschland haben sich am Freitag zu einer Tagung im Blockhaus Ahlhorn eingefunden, um dort Erfahrungen untereinander auszutauschen. Die Trainer kamen aus den verschiedensten Einrichtungen, wo sie zusammen mit Jugendlichen arbeiten, die unter anderem wegen Gewalt vorbestraft, drogenabhängig und/oder durch Gewalt aufgefallen sind.

Lösungen finden

Organisiert hatte das Treffen, dass zu ersten Mal stattgefunden hat, Christoph Rohr, Pädagoge für Suchttherapie für Jugendliche und junge Erwachsene in der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn. „Ziel der Tagung ist es, ein Netzwerk aufzubauen und zu erfahren, wie der andere arbeitet und wovon man selber in seiner Arbeit profitieren kann“, sagte Rohr. Schon nach kurzer Zeit habe sich am Freitag ein Problem herauskristallisiert: „Unsere Arbeit ist sehr wichtig in den Institutionen“, sagte Rohr. „Sie bekommt allerdings nur wenig Wertschätzung und wird gering wahrgenommen.“ Dabei sei die Arbeit mit den auffällig gewordenen Jugendlichen sehr wichtig. Birgit Hohmuth, Anti-Gewalttrainerin und Sporttherapeutin beim Kolping-Berufsbildungswerk Hettstedt (Sachsen-Anhalt) erklärte: „Wir konfrontieren die Jugendlichen mit der Opferrolle, um ihnen zu helfen. So lernen sie, wie sich der andere fühlt, dem sie Gewalt zufügen. Wir sagen ihnen aber auch, dass es nicht böse gemeint ist und dass es nur ein Training ist. Wir konfrontieren sie mit der Wirklichkeit.“

Rohr fügte hinzu: „Wir wollen zusammen mit ihnen Lösungen finden, um Gewalt zu vermeiden.“ Dabei seien auch Jugendliche, die selbstmordgefährdet sind oder unter dem Borderline-Syndrom leiden. „Physische und psychische Gewalt ist ein erlerntes Verhalten“, erklärte Rohr. „Sie können durch uns aber auch wieder neues, richtiges Verhalten lernen.“ Die Jugendlichen, die zu Tätern werden, seien zuvor oft selbst Opfer von physischer oder psychischer Gewalt gewesen und würden aus eigener Motivation ihre Täterrolle ablegen wollen.

Die Tagung habe laut Rohr auch einen Selbsthilfecharakter gehabt. „Meine Arbeit mache ich aus Überzeugung. Sie ist wichtig für die Gesellschaft und stellt manchmal eine extreme persönliche Herausforderung dar.“ Von daher sei es von Vorteil, wenn man mit anderen Gleichgesinnten darüber reden könne. „Sich gegenseitig stark machen, ist wichtig. Und Stärke brauchen die Klienten, mit denen wir arbeiten. Es ist aber auch wichtig, dass sie merken, dass uns nicht alles kalt lässt und wir Schwäche zulassen“, erklärte Rohr weiter.

Helfer brauchen Hilfe

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Hans-Joachim Schilberg, Kreisjugenddiakon und Bildungsreferent, fügte hinzu: „Auch Helfer brauchen Hilfe. Während der Tagung war es interessant zu hören, was die Anti-Gewalttrainer machen. Ich habe eine Gruppe von Menschen kennen gelernt, mit denen ich sonst in meiner Arbeit nichts zu tun habe.“ Das Interesse von allen Beteiligten sei gewesen, etwas zu lernen und mitzunehmen von den anderen. „Ein großes Bedürfnis scheint da zu sein, ein Netzwerk aufzubauen und sich gegenseitig zu unterstützen und zu beraten.“

Eine zweite Tagung ist laut Rohr geplant. Sie soll entweder im nächsten halben oder im kommenden Jahr stattfinden. Wo, sei noch nicht sicher.

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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