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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Verkehr: Wenn 23 Meter bis zur Sicherheit fehlen

23.09.2016

Wildeshausen 3,477 Kilometer zeigt der Tachometer, wenn man vom Gymnasium Wildeshausen über den Bargloyer Weg in die Straße „Am Fuchsbau“ fährt. Diese Strecke müssen Tom und Ben Fotheringham, Melissa Hiller und andere Kinder aus dem neuen Wildeshauser Baugebiet jeden Tag mit dem Rad fahren. Für eine kostenlose Beförderung mit dem Schulbus müsste nämlich die magische Zahl von 3,5 km erreicht sein.

Sicherheit geht vor

Das ist ärgerlich. Noch ärgerlicher findet Melanie Fotheringham allerdings, wie gefährlich dieser amtlich vermessene, kürzest mögliche Schulweg ist. Das geht schon auf dem schmalen Bargloyer Weg los. Laternen und einen Radweg sucht man hier vergebens. Entgegenkommende Autofahrer, die häufig schneller als mit den zugelassenen 30 km/h unterwegs sind und das Fernlicht eingeschaltet haben, machen die Situation nicht besser.

Stadt baut Weg als Provisorium – Straßenbeleuchtung soll noch dieses Jahr folgen

Bereits im Winter 2015 hatte die NWZ  wegen des fehlenden Radwegs samt Straßenbeleuchtung am Bargloyer Weg bei der Stadt nachgehakt. Stadtsprecher Hans Ufferfilge hatte seinerzeit mitgeteilt, dass sich an der misslichen Lage kurz- und mittelfristig nicht ändern werde. Doch jetzt tut sich etwas.

Ein Radweg scheidet vorerst als Option aus Platzmangel zwar aus, aber zumindest der erste Abschnitt eines Fußwegs ist in den vergangenen Wochen geschottert worden. Die Oberdecke soll in Kürze folgen. Nach Auskunft von Ufferfilge und Bauamtsleiter Michael Müller kann dieser Weg auch von Radfahrern bei entsprechender Rücksichtnahme auf Fußgänger genutzt werden. Wann der Weg auf voller Länge fertiggestellt ist, kann die Stadt noch nicht sagen, hofft aber in absehbarer Zeit im Besitz der nötigen Flächen zu sein.

Zum Hintergrund: Schon seit Jahren laufen Verkaufs- und Schlichtungsgespräche mit dem benachbarten Landwirt. Der hatte ein Normenkontrollverfahren gegen die Städtebauliche Erschließungsmaßnahme angestrengt, weil er durch das immer näherrückende Baugebiet seinen landwirtschaftlichen Betrieb gefährdet sieht.

Noch in diesem Jahr sollen auch Straßenlaternen entlang des Bargloyer Wegs installiert werden. Laut Verwaltung fehlen derzeit nur noch einige „Rückinformationen“ von Anliegern und Firmen.

Insel als Umweg

„Kommen unsere Kinder dann am dicht befahrenen Westring an, sollen sie diesen direkt überqueren“, ergänzt Nachbarin Carmen Hiller. Würden sie die benachbarte Verkehrsinsel ansteuern, wären die 3,5 km bereits überschritten. Auch wenn sie die wesentlich sicherere Route von zu Hause aus durch die Siedlung „Beim grauen Immenthun“ und entlang der Visbeker Straße wählen, würden sie die 3,5 km deutlich überschreiten – und könnten kostenlos Bus fahren.

Ein Schildbürgerstreich der Verwaltung? Mitnichten, wie aus dem Schriftverkehr der Anlieger mit dem Landkreis hervorgeht. Der Ärger der betroffenen Eltern und Schüler sei zwar nachvollziehbar, heißt es dort, aber solche Grenzfälle seien keine Seltenheit und beträfen viele Schüler im Landkreis. Die angesprochenen Gefahrenpunkte seien verständlich, stellten aber objektiv keine andere Sichtweise zu vergleichbaren Gegebenheiten dar.

Für die Berechnung ausschlaggebend sei der kürzeste Weg. Eine Verlängerung durch Nutzung von Ampelanlagen, Zebrastreifen etc. spiele bei der Berechnung keine Rolle.

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Dieses Vorgehen sorgt bei Rolf Quickert, Verkehrssicherheitsberater bei der Wildeshauser Polizei, für Kopfschütteln. Die Situation am Barg-loyer Weg entspreche nicht den Baugebietsstandards. „Der Ist-Zustand ist nicht befriedigend, und der kürzeste Schulweg ist nicht der sicherste“, betont er. Er könne den Betroffenen nur raten, während des derzeitigen Provisoriums den längeren Weg durch das Gebiet „Beim grauen Immenthun“ und dann entlang der Visbeker Straße zu nehmen.

Der Landkreis steht für eine Stellungnahme erst nächste Woche zur Verfügung. Er ermittelt die genaue Schulweglänge übrigens durch den Betreiber des Schülerbeförderungsprogrammes Terra-Plan. Weil dieses Programm 2015 noch keine detaillierte Daten des neuen Baugebietes hatte, kam es zu der Skurrilität, dass Familie Fotheringham doch Tickets für den Schulbus bekam. „Die müssen wir jetzt allerdings bis Ende November, also gerade in der dunklen Jahreszeit, wieder zurückgeben“, schüttelt Melanie Fotheringham den Kopf.

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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