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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wenn Butler Alfred schnell ein Taxi ruft

31.03.2015
NWZonline.de NWZonline 2015-07-20T20:11:15Z 280 158

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Wenn Butler Alfred schnell ein Taxi ruft

Ganderkesee In der Comic-Verfilmung Batman steht der Butler Alfred dem Superhelden mit Rat und Tat zur Seite. In naher Zukunft könnte eine Software mit dem Namen „Alfred“ dafür sorgen, dass ältere Menschen selbstständiger ihren Alltag meistern können. Federführend entwickelt wird der interaktive Assistent von dem Ganderkeseer Unternehmen Ascora, das sich auf die Realisierung komplexer IT-Lösungen spezialisiert hat.

„Es ist das größte Projekt, das wir je geleitet haben“, sagt Firmenchef Dr. Sven Abels. Ascora führt ein Konsortium von elf Firmen aus fünf europäischen Ländern an. Sie stecken insgesamt 4,4 Millionen Euro in das Forschungsprojekt, das mit 3,4 Mio. Euro aus EU-Mitteln gefördert wird. Im Gegensatz zu Mega-Projekten wie dem Berliner Großflughafen oder der Elbphilharmonie in Hamburg, seien die Mittel „gedeckelt“. Über die Fortschritte müssen Dr. Abels und sein Team regelmäßig in Brüssel und anderen Metropolen Bericht erstatten.

Worum geht es bei „Alfred“? Insgesamt ruht das Projekt auf vier Säulen:

1. Ein interaktiver Assistent: Die Nutzer können über die Sprachfunktion ihres Mobiltelefons beispielsweise ein Taxi rufen oder sich die schnellste Busverbindung ansagen lassen. In Notfallsituationen alarmiert der Assistent sogar eine Rettungsstelle.

2. Soziale Inklusion: Um weiterhin aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, werden interessante Kontakte vermittelt – auch zu VHS- oder Sport-Kursen.

3. Vitalfunktionen: Medizinische Daten wie Blutdruck oder Puls lassen sich auswerten. Für den Bereich der Medizin ist die Charité in Berlin Projektpartner. Eine weitere Firma aus dem Konsortium, Aitex aus Spanien, bringe ihr Know-how aus der Entwicklung von Textilien mit Sensoren ein.

4. Spiele und Gymnastikübungen, um den Bewegungsapparat weiter zu trainieren. Auf allen Ebenen stehe der Datenschutz im Vordergrund. So werde der Bereich der medizinischen Unterstützung („E-Health“) von einer Ethik-Kommission der Charité geprüft.

Drei Jahre lang will sich ein fünfköpfiges Team bei Ascora – dazu gehören Abels, Simon Brünig, Marcel Gabor, Michael Krummen und Daniel Gilbert – mit der Entwicklung von „Alfred“ beschäftigen. Der Zeitplan ist eng getaktet. „Derzeit bauen wir an der Spracherkennung und der Oberfläche für mobile Anwendungen“, sagt der 28-jährige Gilbert. Das Bergfest hat das Team gemeistert. Gut eineinhalb Jahre Entwicklung stünden noch bevor.

Pro „Säule“ sollen fünf Apps entwickelt werden. Ascora hofft auf einen „Schneeball-Effekt“ – also die weitere Entwicklung von mobilen Anwendungen für die Systeme Android und iOS. „Das vergrößert später den Kreis der Nutzer“, sagt Dr. Abels. Da es sich um einen Forschungsauftrag handelt, darf das Projekt nicht unmittelbar zur Marktreife gebracht werden. Vielleicht habe man inzwischen die Neugier eines Branchen-Riese wie Google geweckt Die spanische Business-Schule „Iese“ erstelle daher für das Elfer-Konsortium eine Marktstrategie. „Nicht ausgeschlossen, dass die elf Firmen ein gemeinsames Start-up gründen“, verrät Abels. „Denn wir möchten Al­fred am liebsten selbst auf den Markt bringen.“ Die Software-Schmiede eröffne sich damit ein neues Geschäftsfeld.