• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Kontakt
  • Werben
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wenn der Architekt den Bauherrn tröstet

28.09.2015

Sandkrug Einen langen Atem habe der Verein gebraucht, einen wirklich langen Atem, sagte Hans-Hermann Siemers, der Stellvertretende Vorsitzende von Schwarz-Weiß Oldenburg, am Sonnabend. An diesem Tag wurden das fast fertig sanierte Sportlerheim der Fußballabteilung des Vereins in Sandkrug und der Sanitär-Neubau offiziell eingeweiht. Dazu war eine Menge Prominenz in das Vereinsheim gekommen.

Neben Landrat Carsten Harings, der vor Jahren selbst in Sandkrug Fußball gespielt, Jugendmannschaften trainiert und die Jugendabteilung des Vereins geleitet hatte, gratulierten auch Dr. Gero Büsselmann, Vorsitzender des Stadtsportbundes Oldenburg, Peter Ache, Vorsitzender des Kreissportbundes, der SWO-Vorsitzende Ralf Deckers und der Ehrenvorsitzende Manfred Süthoff.

Das 1929 eingeweihte Sportlerheim war mit seiner im weiten Umfeld einzigartigen Tribünenkonstruktion schon lange ein Sorgenkind. 1994 hatte die Gemeinde Hatten das Areal zum symbolischen Preis von einer Mark übernommen, erinnerte Siemers. Seit acht Jahren habe es im Verein Überlegungen zu einer Gesamtsanierung gegeben. Besonders der Zustand der Sanitäranlagen im Obergeschoss hatte dazu geführt, dass in Fußballerkreisen die Regel galt: „Fußball spielen kannst du in Sandkrug, aber duschen musst du zu Hause.“

Verschiedene Varianten einer Sanierung, aber auch ein Neubau waren auf politischer Ebene heftig diskutiert worden, bis sich der Gemeinderat 2013 für einen Sanitär-Neubau und den Erhalt des Sportlerheims inklusive der Platzwart-Wohnung aussprach.

Bis auf die Sanierung der historischen Tribüne sind alle Arbeiten abgeschlossen – und dieser letzte, dritte Bauabschnitt wird auch noch etwas auf sich warten lassen. „Im Haushaltsentwurf für 2016 ist das nicht vorgesehen“, musste der Hatter Bürgermeister Christian Pundt den Sportlern am Sonnabend mitteilen. Dennoch sei die Sanierung im Dorferneuerungsplan hoch eingestuft und zumindest eine Realisierung im Jahr 2017 sei vorstellbar. „Ein Jahr können wir noch warten – aber nicht länger“, erwiderte Siemers. Obwohl während der Bauphase so ziemlich jede vorstellbare Katastrophe, inklusive Asbestsanierung, eingetreten sei, so der stellvertretende Vorsitzende, könne sich das Ergebnis sehen lassen. Ein großer Dank dafür galt Architekt Detlef Stigge, der neben seiner fachlichen Kompetenz auch seine Qualität als Bauherren-Tröster habe einbringen müssen.

Stigge, der im Anschluss an die Übergabe die Gäste durch die neuen Räume führte, zeigte sich angesichts der Probleme recht gelassen. „Wir haben hier so einiges da gefunden, wo es nicht hingehörte“, so der Architekt. Das sei allerdings nicht überraschend gewesen.

Ein großer Dank galt auch den Mitgliedern der Fußballabteilung, die unzählige Stunden an Eigenleistung erbracht haben. Finanziert wurde das Projekt vom Verein Schwarz-Weiß Oldenburg mit 117 000 Euro, von der Gemeinde Hatten mit 312 000 Euro, vom Stadtsportbund über Zuschüsse vom Landessportbund mit 100 000 Euro und mit weiteren 100 000 Euro vom Landkreis. Das sei gut investiertes Geld, so Carsten Harings. Nicht weil Schwarz-Weiß Oldenburg seine sportliche Heimat sei, sondern „weil ihr hier tolle Arbeit macht.“ Dieses Lob teilten alle Redner an diesem Tag.

Groß war die Freude auch beim Leiter der Fußballabteilung, Claus Suhrkamp. Seine Leute hätten auf dem Weg zu diesem Ergebnis einige Nackenschläge wegstecken müssen, sagte er. Und eine gute Nachricht hatte Christian Pundt doch noch. Zumindest eine Grundreinigung und ein neuer Anstrich für die Tribüne sollten noch vor 2017 machbar sein, sagte er.