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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Darum ist dieser Mann hin und weg von Elektroautos

09.04.2016

Aschenstedt /Ganderkesee Roland Klose tippt nur kurz auf das Gaspedal. Sofort schießt die Limousine los. Eine Beschleunigung fast wie in einem Porsche. In knapp sechs Sekunden ist Tempo 100 erreicht. Von dem Motor hört man dabei nichts. Wir sitzen in einem Elektroauto. Genauer gesagt in einem Tesla.

„Der läuft 250 Spitze“, sagt Klose. Und schränkt gleich wieder ein: Nein, so ein Elektroauto fährt man nicht wie einen Sportwagen. Entspannt von A nach B zu gleiten, das ist das Fahrgefühl in so einem Wagen. Oft stellt er sich den Autopiloten ein, sucht sich einen Lkw und rollt quasi wie von Geisterhand gesteuert im korrekten Abstand hinterher.

Reichweite kein Problem

„Da ist dann die Reichweite auch kein Problem mehr“, sagt Klose. Einmal nach Berlin schafft sein Tesla ohne Strom tanken zu müssen. Auch weite Reisen, zum Beispiel nach Österreich, sind entspannt machbar. Auf dem fernseher-großen Display in der Mittelkonsole werden alle Aufladestationen auf dem Weg angezeigt. Das Navi führt bei Bedarf direkt dorthin.

Riesiges Display: In seinem Tesla hat Roland Klose auch eine Anzeige zu E-Tankstellen. BILD: Jasper Rittner

Aktiv für E-Autos

Roland Klose betreibt als überzeugter E-Auto-Fahrer auch einen eigenen Blog. Darin gibt er jede Menge Tipps und Informationen zu Treffen der Elektromobilisten. Zudem veranstaltet Klose Workshops zum Bau von kostengünstigen Ladestati

 Infos unter   

 Infos unter   www.zukunftfaehrtelektrisch.de

In Kloses anderem Elektroauto geht es nicht ganz so komfortabel zu. Kein handschuhweiches Leder, keine Porsche-Beschleunigung, das Prinzip ist aber das gleiche. „Den Renault Zoe habe ich seit zweieinhalb Jahren“, sagt Klose. Seitdem ist er elektrisiert von der E-Mobilität. Der Aschenstedter betreibt einen eigenen Blog im Internet. Und er baut seine Stromtankstellen selbst. Außerdem veranstaltet er Workshops für andere, die ähnlich denken. „So eine Ladestation lässt sich für wenige hundert Euro selbst aufbauen“, sagt er. Sein Wissen teilt er gern. Denn der EDV-Experte ist Überzeugungstäter. „Elektromobilität ist umweltfreundlich, entspannt und die Zukunft“, sagt er. Vor allem, wenn man das Thema intelligent angeht. Und dazu gehört ein großes Netz an Ladestationen.

Klose selbst hat mehrere. Am Arbeitsplatz bei der Firma Starofit in Ganderkesee, aber eben auch daheim in Aschenstedt. Benutzen dürfen die auch andere E-Auto-Fahrer. Man meldet sich per Handy an, dann wird die E-Tankstelle freigeschaltet. Der fremde Fahrer wirft ein paar Euro für den Strom ins Sparschwein. Bundesweit machen das viele E-Überzeugte. Wie in einer Tauschbörse können die dann auch bei den anderen Mitgliedern tanken.

Vorbild Aldi

Dennoch wünscht sich Klose mehr Ladestationen. Firmen mit Starkstromanschlüssen könnten so etwas zum Beispiel einrichten, meint er. Restaurants, Hotels, Supermärkte. Aldi-Süd bietet zum Teil bereits Kunden das kostenlose Aufladen an.

Bei seinem Renault und beim Tesla reichen einige Minuten, um wieder ein Stückchen zurücklegen zu können. „Ein E-Auto fährt man anders. Man denkt in Schritten von 100 bis 200 Kilometern“, sagt Klose. Die Batterie bis kurz vor Ultimo leer fahren, macht man nicht. „Mit dem E-Auto ist das wie mit dem Handy. Das lädt man immer zwischendrin mal wieder ein Stück auf.“ Die Reichweite ist auch stark vom Wetter abhängig. „Im Winter ist sie deutlich kürzer als bei warmem Wetter.“ Der Renault liegt zwischen 100 und 200 Kilometern, der Tesla über 400.

Mit dem vergleichsweise günstigen Renault (rund 25 000 Euro) oder dem edlen Tesla (über 90 000 Euro) sei das Laden gleichsam komfortabel und schnell. Deutsche Hersteller allerdings würden noch immer auf eine Technik setzen, wo die Batterie über viele Stunden geladen werden muss. „Das macht keinen Spaß“, meint Klose.

68 000 Kilometer hat er mit seinem Renault bereits gefahren. über 30 000 hat er seit vergangenem Juni mit dem Tesla abgespult. Die Stromkosten vergleicht er gern mit klassischen Autos. „Das entspricht etwa einem Wagen, der zwei Liter Sprit schlucken würde.“ Sein Tesla tankt sogar gratis – an den Supercharge-Stationen der US-Firma ist der Strom kostenlos. Und im Betrieb in Ganderkesee kommt der selbst erzeugte Öko-Strom vom Firmendach.

Nie wieder „Verbrenner“

Ein „Verbrenner“, wie Klose herkömmliche Autos nennt, ist für ihn kein Thema mehr. „Als der Renault kürzlich zur Inspektion war, hatte ich einen Leihwagen. Mehr als den einen Tag hätte ich damit nicht mehr herumfahren wollen.“ Dann tippt er noch einmal kurz auf das Gaspedal seines Tesla, der Wagen schießt los und Klose lächelt ziemlich zufrieden den Reporter auf dem Beifahrersitz an...

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