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Aktualisiert vor 5 Minuten.

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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Bauland: Wenn Gemeinde Ackerland kauft, fehlt es den Bauern

17.06.2017

Hude Oft ist es schon bei den Verhandlungen für den Ankauf einer Fläche für die Erschließung eines neuen Baugebietes so, dass Eigentümer kein Geld sondern Tauschflächen von der Gemeinde wollen. Diese Tauschflächen muss die Gemeinde oft erst einmal von Dritten erwerben.

Was kauft die Gemeinde?

Hat es geklappt, benötigt die Gemeinde im Zuge der Erschließung des Baugebietes wiederum Flächen außerhalb als Ausgleich für die Eingriffe in Natur und Landschaft. Das alles regelt die äußerst komplexe „Eingriffsregelung nach dem Bundesnaturschutzgesetz“. Die meisten Punkte im Zuge der Ausgleichsplanung gibt es, wenn Ackerland in naturnahes Grünland oder Wald umgewandelt wird.

So nutzt auch die Gemeinde Hude jede Möglichkeit, an Ländereien zu kommen. Und oft haben dann die Landwirte das Nachsehen, weil sie beim Bieten nicht mithalten können. In die Höhe getrieben werden die Preise oft auch von landwirtschaftsfernen Geldanlegern.

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Verlierer sind die landwirtschaftlichen Familienbetriebe. Für einen Hektar bis zu 50 000 Euro zu zahlen, können sich viele aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht leisten, sagt Milchbauer Ingo Wachtendorf, schließlich seien auch noch andere Investitionen auf den Höfen zu finanzieren. Der Huder Landvolkvorsitzende hat das gerade wieder am eigenen Leib erfahren.

Der Huder Rat hat am Donnerstag den Kauf von zwei Hektar Ackerland von einer Erbengemeinschaft für rund 100 000 Euro beschlossen, bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen.

Das Land bewirtschaftet Familie Wachtendorf seit 30 Jahren als Pächter. Wachtendorfs Milchviehbetrieb benötigt die Ackerflächen für den Anbau von Futter. Nun ist der Acker wohl bald futsch und wird zu ökologisch wertvollerem Grünland. Das sei kein Einzelfall. Die Gemeinde habe in der Umgebung in diesem Jahr weitere sechs Hektar aufgekauft, sagte Wachtendorf.

Was fordern die Bauern?

Dass neue Bauplätze in der Gemeinde Hude aufgrund der hohen Nachfrage erschlossen werden müssen, steht auch für Wachtendorf und seine Landvolkkollegen außer Frage. „Das wollen wir auch nicht verhindern“, sagte er am Freitag der NWZ auf Nachfrage.

Er fordert gemeinsam mit seinen Landvolk-Kollegen aus der Gemeinde aber, dass endlich eine andere Lösung in Angriff genommen wird, um den Ausgleich im Zuge der Erschließung von Bauland hinzukriegen.

Es müsse andere Möglichkeiten geben, statt auf wichtige Ackerflächen zurückzugreifen, die den Bauern das Überleben sichern. „Ackerland ist nicht vermehrbar. Grünland dürfen wir nicht umbrechen“, sagt Wachtendorf.

Ein Vorschlag wäre, wenn es schon auf Kreisebene nicht funktioniere, ein eigenes Öko-Konto der Gemeinde Hude, in das bei Baulanderschließung eingezahlt werde, um an geeigneter Stelle Ersatzmaßnahmen vorzunehmen, zum Beispiel innerorts oder durch die ökologische Aufwertung von Waldflächen. Sicher seien Bauern auch bereit, gegen eine Ausgleichszahlung vorhandenes Grünland noch extensiver als bisher zu bewirtschaften.

Aber die Ackerflächen, die würden dringend benötigt – für den Anbau von Tierfutter. Und mit Blick in die Zukunft auch immer mehr für den Anbau veganer Lebensmittel, weil die Nachfrage steige. „Wo sollen die sonst angebaut werden?“, fragt Wachtendorf.

Was sagen die Politiker?

Die Huder Ratspolitiker sehen das Dilemma. Man könne der enormen Nachfrage nach Baugrundstücken seit Jahren nicht nachkommen, stellte Friedrich Schnabel (CDU) fest. Wenn die Gemeinde sich nicht rückläufig entwickeln solle, müsse sie im Wohnbaubereich etwas tun. Gleichwohl wolle man sich intensiv damit beschäftigen, wie die Kompensation der Versiegelung flächenschonender möglich sei. In diesem Punkt vermisse er Unterstützung aus der Kreisverwaltung.

Wilfried Siems (CDU) ist selber Landwirt. „Es muss andere Möglichkeiten geben“, sagte er. Auch die Verdichtung in vorhandenen Wohngebieten müsse intensiver angegangen und nicht verhindert werden. Man müsse ganz dringend auf innerörtliche Entwicklung setzen, meinte Karin Rohde (Grüne). Ulrike Janz-Janzen (SPD) forderte, Gespräche mit den Landwirten zu führen. Pascal Buntrock (FDP) machte deutlich, wie wichtig Bauland ist, um Einwohnern, die in der Gemeinde großgeworden seien, die Möglichkeit zu geben, hier auch bauen zu können.

Aktuell gebe es keine Lösung für das Problem mit den Ausgleichsflächen. „Das ist bitter“, so Marlies Pape (FDP).

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Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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