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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Umstellung: Wenn Kühe brüllen und die Zeit stillsteht

29.10.2016

Ganderkesee Am Sonntag um Punkt 3 Uhr werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt – nicht so in der St. Cyprian- und Corneliuskirche. Hier nimmt man es nicht ganz so genau. Hausmeister Gerald Helmbold wird erst kurz vor 8 Uhr die schmale Treppe hinauf zur Uhr steigen. „Die Leute haben ja alle eine eigene Uhr“, sagt Helmbold. „Der Pastor sagt, ich kann das auch am Montag machen, aber dann läutet es ja zu den Gottesdiensten falsch.“

Das Umstellen ist ganz einfach: Der 55-Jährige hält einfach das Pendel für eine Stunde an. „Ich setz mich dann eine Stunde hier hin und trink so lange Kaffee“, sagt Helmbold, der für diesen Job seit fünf Jahren verantwortlich ist. Aufwendiger sei hingegen das Umstellen auf die Sommerzeit. „Dann muss ich das hier im Schnelldurchlauf durchrattern lassen, das ist für die Uhr nicht gut.“ Deshalb hält er auch nichts von der Umstellung. „Außerdem bringt das heute nicht viel Nutzen. Man spart keinen Strom und am allerschlimmsten ist es für den Körper.“

Auch der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) hält sich nicht genau an die Zeitumstellung. Alle Linien des Nachtschwärmers fahren ohne Beachtung der Umstellung, teilt VBN-Pressesprecher Eckhard Spliethoff mit. Sonst würde es zu Verwirrungen kommen, so startet beispielsweise der Nachschwärmer genau um 3 Uhr am Bremer Hauptbahnhof in Richtung Ganderkesee.

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In der Fachklinik in Stenum haben die Pflegekräfte gegen 3 Uhr ihren müden Punkt, teilt Pflegedienstleiterin Ingeburg Masukowitz mit. Die eine Stunde Mehrarbeit zehre schon sehr an den Kräften. Mit der Technik gibt es laut Daniela Wolff, Pressesprecherin der Klinik, keine Probleme. Die Haustechnik stelle sich automatisch um. Die Maschinen bei den Patienten, wie der Schmerzdiffuser, seien alle uhrzeitunabhängig.

Lutz Auffarth hat Glück: Der Leiter der Ganderkeseer Polizeistation hat an diesem Wochenende keinen Dienst. Die Kollegen hingegen müssen in der Nacht von Samstag auf Sonntag 13 statt der sonst üblichen zwölf Stunden arbeiten. Auf die Einsätze habe die Zeitumstellung aber keine Auswirkungen.

Auch die Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes arbeiten eine Stunde länger. Von der Umstellung betroffen seien die Defibrillatoren und das Elektrokardiogramm (EKG). „Auf dem Ausdruck steht die Zeit“, erklärt Michael Venzke, Geschäftsführer des Kreisverbandes Oldenburg-Land. Die Geräte werden allerdings erst am Folgetag umgestellt. „In der Nacht wird die Zeit einfach durchgestrichen und daneben geschrieben.“

Nicht nur für einige Menschen ist die Umstellung kräftezehrend. „Morgens um 5 drückt bei unseren Kühen die Milch“, sagt Landwirtin Inge Alfs aus Kühlingen, „dann brüllen die.“ Deshalb gewöhnen die Alfs ihre Kühe behutsam an die Winterzeit: Über drei Tage rücken sie im Viertelstundentakt an die neue Zeit heran.

Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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