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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Werkbank statt Bank

16.10.2010

In der Gemeinde Ganderkesee gibt es etliche junge und erfolgreiche Unternehmer. Einer davon ist Kai Oetken, der in der vierten Generation die Tischlerei und das Bestattungsunternehmen Oetken in Ganderkesee führt. Schon als kleiner Junge war Kai oft in der Werkstatt bei seinem Opa Johann zu finden, der ihm damals viel beigebracht hat.

Während seiner Schulzeit im Gymnasium Ganderkesee ging sein Berufswunsch in eine andere Richtung: Er wollte Banker werden. Den ganzen Tag in einem schicken Anzug, das hatte doch etwas. Daher besuchte er auch noch das Wirtschaftsgymnasium in Delmenhorst. Dann schien ihm „nur Zahlen hin und herschieben“ doch zu langweilig. Also trat er in die Fußstapfen seiner Vorfahren und erlernte den Beruf des Tischlers. Obwohl er mit Abitur eigentlich nur zwei Lehrjahre zur Gesellenprüfung gebraucht hätte, bestand sein Lehrherr Jürgen Hohnholt von der Tischlerei Walter Hohnholt in Delmenhorst auf die üblichen drei Jahre.

„Es war bei Hohnholt eine harte, aber sehr gute Ausbildung. Ich denke gerne daran zurück“, erzählt mir Kai Oetken. Seine praktische Prüfung beendete er mit einer „2“ und die theoretische mit einer „1“. Mit seinem Gesellenstück („Confidence“, zwei gleiche Sessel, die entgegengesetzt angeordnet sind) wurde er Landessieger.

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Als Geselle arbeitete er ein halbes Jahr in Österreich. Das Projekt „Junge Handwerker im Ausland“ wurde von der EU unterstützt. In einem Tischlereibetrieb in der Nähe von Kitzbühel wurden hochwertige Teile für den Innenausbau hergestellt. „Das war wie eine zweite Ausbildung für mich“, erinnert Oetken sich. Auch das Jahr auf der Schule „Gestalten im Handwerk“ war ein wichtiger Meilenstein auf seinem beruflichen Weg. Dort arbeitete Kai auch mit anderen Materialien wie Metallen und Stoffen.

„Diese Farben- und Formenlehre hat mich geprägt“, stellt Kai Oetken rückwirkend fest. Das anschließende Jahr bei seinem Vater Kurt Oetken im Betrieb war nicht immer einfach. Der Sohn, der viel gesehen hatte, wollte schnell etwas verändern, aber der Vater hielt an seinem Konzept fest. „Einige Dinge habe ich dann auf meine Weise gelöst, wenn mein Vater unterwegs war“, erzählt mir Kai mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Höhepunkt seiner beruflichen Karriere war sicherlich seine Ausbildung zum Tischlermeister und der erste Preis mit seiner Meisterarbeit beim Wettbewerb „Die gute Form – Tischler gestalten ihr Meisterstück“: Seine Meisterarbeit war ein eher ungewöhnlicher Barschrank, der sich wie ein Chamäleon verändert. „Das technische Prinzip dieser imaginären Wandlung ist faszinierend und innovativ“, lobte die Jury den Sieger aus Ganderkesee.

Seit 2006 ist Kai Oetken Geschäftsführer der Tischlerei Oetken. Neben den klassischen Segmenten wie Fenster, Türen, Treppen usw., baut er mit seinem Team auch mit Vorliebe hochwertige Möbel, die zeitlos und zweckmäßig gestaltet sind.

Neben der Tischlerei betreibt Familie Oetken seit Generationen ein Bestattungsunternehmen. Der Tod war immer ein Thema in der Familie. Der erste Verstorbene, den er gesehen hat, war 1989 sein Opa Johann. Da war Kai gerade 14 Jahre. Später wurde er von seinem Vater Kurt langsam in den Alltag eines Bestattungsunternehmers eingeführt und absolvierte 2002 eine Weiterbildung zum geprüften Bestatter.

„Man sollte eine gewisse Distanz halten, aber manche Schicksale, die hinter den Menschen stehen, beschäftigen mich doch schon sehr“, gibt Kai Oetken unumwunden zu. „Wie ist es, wenn Du Bekannte oder Freunde auf den letzten Weg begleiten musst“? frage ich ihn. „Dann kann ich intensiv von ihnen Abschied nehmen. Meine Oma Hilde habe ich zum Beispiel selbst hergerichtet!“.

Aktiv und erfolgreich spielt Kai Oetken für den TSV Hengsterholz/Havekost in der Kreisliga Tischtennis und im Urlaub, am liebsten auf einer Insel, gehört seine Leidenschaft dem Lenkdrachen. Seinen ersten Lenkdrachen hat er zusammen mit Oma Hilde genäht.

Freizeit war allerdings in den letzten Monaten für den Unternehmer ein Fremdwort. Neben seinen beruflichen Tätigkeiten hat er für sich und seine Familie in Immer „Am Kronenschlatt“ ein Haus gebaut. Im Januar 2010 sind Kai Oetken, seine Ehefrau Bente und Sohn Emil in ihr neues Heim gezogen. Aber warum Immer? „Wir mögen die ländliche Idylle“, begründet Kai seine Entscheidung. Der mittlerweile zweieinhalbjährige Sohnemann scheint ebenfalls ein „echter Oetken“ zu sein, denn Werkzeuge sind sein liebstes Spielzeug. Besucht er Oma Elfriede und Opa Kurt in Ganderkesee, dann ist der erste Weg in die Tischlereiwerkstatt.

Tischlermeister und Bestattungsunternehmer aus Ganderkesee

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