• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wenig Interesse an Deutschkursen

27.04.2018

Wildeshausen /Ahlhorn Die Integration ost- und südosteuropäischer Arbeiter im Landkreis Oldenburg ist ein schwieriges Geschäft. Das ist am Dienstagabend im Inte­grations- und Gleichstellungsausschuss des Kreistages deutlich geworden. Die Schlachthöfe in Wildeshausen und Ahlhorn locken insbesondere Bulgaren und Rumänen an. Auch in der Landwirtschaft sind viele EU-Migranten beschäftigt, darunter viele Polen.

In Wildeshausen und Ahlhorn gibt es nach Darstellung der Kreisverwaltung zwar diverse Beratungsstellen und Treffpunkte, doch es habe sich gezeigt, dass die EU-Mi­granten nur schwer zu erreichen seien. Sprachkurse belegten sie kaum, weil sie sie als EU-Bürger selbst zahlen müssten. Außerdem hegten diese EU-Migranten gegenüber Behörden und Institutionen ein tiefes Misstrauen.

Die Grünen hatten bei der Kreisverwaltung den Antrag gestellt, über die Möglichkeiten der Integration zu informieren. „Wir sehen den Landkreis in der Pflicht, gemeindeübergreifend zu helfen“, sagte Elke Szepanski (Grüne).

Von den rund 126 000 Einwohnern im Landkreis Oldenburg hatten laut Kreisverwaltung Ende vergangenen Jahres 11 365 Personen eine ausländische Staatsbürgerschaft. 2521 Personen (22 Prozent) stammten aus den Krisengebieten des Nahen Ostens (Syrien, Irak, Afghanistan) und 4871 Personen (43 Prozent) aus den EU-Ländern Bulgarien, Rumänien und Polen.

Eine besondere Stellung nimmt nach Angaben der Kreisverwaltung der Wohnpark Osterlohn in Ahlhorn ein, wo saisonbegründet bis zu 2450 Arbeiter wohnen. Die Unterkünfte dort habe der Landkreis aber bislang nicht beanstanden müssen. Tätig geworden sei der Landkreis bislang bei Gemeinschaftsunterkünften aufgrund von Hinweisen von Nachbarn oder anderen Behörden. Aufgrund slumartiger Zustände sei der Campingplatz Aumühle 2016 geschlossen worden. Dort wohnten zahlreiche Menschen aus Osteuropa.

Manche Kreistagsabgeordnete sprachen von Ausbeutung dieser Arbeiter – insbesondere in den Schlachthöfen. Der Mindestlohn stehe oft nur auf dem Papier. „Die Unternehmen machen die Gewinne und die Kommunen bleiben auf den Kosten hängen“, kritisierte nicht nur Wolfgang Däubler (UWG).

Nach Darstellung von Wolfgang Sasse (CDU) hat die Stadt Wildeshausen ob des Zuzugs bulgarischer Arbeiter und ihrer Familien große Probleme auf dem Wohnungsmarkt, in den Kindergärten und Schulen. Diese Leute würden etwas Fußball spielen, hätten aber ansonsten kein Interesse an Vereinssport.

Bernd Bischof (SPD) sprach von Missbrauch durch viele Arbeitgeber, die die Situation der ausländischen Arbeitnehmer untragbar mache. Kreszentia Flauger (Linke) erklärte, dass kaum ein Arbeiter reden wolle, weil sie Angst um ihren Job hätten. „Sechs Arbeiter in einem Zimmer und jeder zahlt 300 Euro im Monat – das ist Ausbeutung“, so Flauger.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
Rufen Sie mich an:
04431 9988 2705
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.