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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Koreaner in deutschem Kuhstall

06.12.2017

Wildeshausen „Ich finde das deutsche Bildungssystem viel komplizierter als in Korea“, sagte Übersetzerin In-Soon Chung in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Wildeshausen lachend. Zusammen mit einer Gruppe von 20 Landwirtschaftsmeistern aus Südkorea besuchte sie die BBS. Sie waren der Einladung von Lehrer Dr. Jürgen Strodthoff (Schulleitung) gefolgt, um sich über das duale Bildungssystem zu informieren. Seit neun Jahren organisiert Strodthoff diesen Austausch.

„Einer der südkoreanischen Organisatoren ist ein alter Studienkollege von mir. Wir haben zusammen in Göttingen studiert und promoviert. Da seine Familie Deutschland mag, kam der Besuch zustande“, so Strodt-hoff am Dienstagvormittag. Die südkoreanische Gruppe bleibt eine Woche in der Region. Zuvor hatten sie sich die Landwirtschaftskammer in Oldenburg angeschaut. Nächste Station sind die Niederlande.

Nach der Begrüßung durch Strodthoff gab es erst einmal eine kleine Kaffeepause in einem der BBS-Klassenräume. Gemeinsam mit Übersetzerin In-Soon Chung gab er eine ausführliche Einführung in das deutsche Bildungswesen von der Realschule über die BBS bis hin zum Studium.

„Das Bildungssystem in Deutschland ist wirklich sehr anders. Hier ist man sehr auf Technik fokussiert“, sagte Gruppenleiter Yoo Jong Sang. Der 63-Jährige ist Gastronom. „Ich hoffe, dass sich dieses duale System auch bei uns durchsetzt. In Zukunft möchte ich noch bessere Leute für meinen Betrieb finden.“

Bei der Einführungsrunde wollten die südkoreanischen Gäste wissen, wie viele Schüler nach der Realschule denn eine BBS besuchen, um eine Ausbildung zu absolvieren. Strodthoff mochte sich hier nicht festlegen.

Danach besuchte die Gruppe eine Klasse beim Hauswirtschaftsunterricht in der BBS-Küche. Als Hauptgericht war Putengeschnetzeltes bereits in den Töpfen am kochen. „Dazu gibt es Tiramisu!“, übersetze In-Soon Chung. Es folgte zustimmendes Gemurmel aus der Gruppe – das italienische Dessert erfreut sich auch in Südkorea großer Beliebtheit.

Mit dabei war auch die 18-jährige BBS-Schülerin Maprang, eine gebürtige Thailänderin, die sich sehr für Korea interessiert und deswegen kurz dem Besuch beiwohnte. Ein paar Sätze auf Koreanisch waren auch drin. Darüber freute sich der Besuch so sehr, dass die Gäste sogar einen kurzen Applaus gab.

Ein Gast aus Südkorea hatte dafür einen Gruß für die NWZ-Leser parat: „Hallo! Ihr seid herzlich nach Korea eingeladen!“ schrieb sie auf Koreanisch auf ein Stück Papier.

Am Nachmittag ging es für die Gruppe zur Betriebsbesichtigung auf den Hof von Frank Emken nach Wüsting. 450 Rinder hat der Landwirtschaftsmeister in seinen Ställen stehen. In seinem Betrieb bildet er auch aus – und genau das interessierte die frischgebackenen Landwirtschaftsmeister aus Südkorea.

Auch zur Bauweise und Aufteilung der Ställe stellten die Besucher viele Fragen, die Emken im Laufe der Führung geduldig beantwortete. Der deutsche Landwirtschaftsmeister gab seinen südkoreanischen Kollegen auch zahlreiche Tipps zur Rinderzucht mit.

Tatiana Gropius Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2003
Gloria Balthazaar Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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