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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Bereitschaftsdienst In Wildeshausen: Wenn der Sanitäter zum Patienten kommt

19.02.2020

Wildeshausen Das müssen alle Bürgerinnen und Bürger wissen, die außerhalb der üblichen Sprechzeiten auf ärztliche Hilfe angewiesen sind: Ab dem 1. April ändert die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) für Wildeshausen sowie die Gemeinden Dötlingen und Großenkneten den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Von einem „innovativen Modell“ spricht Helmut Scherbeitz, KVN-Bezirksstellenleiter in Oldenburg, im Gespräch mit der NWZ. Die Versorgung der Patienten soll tendenziell eher besser werden.

Wie funktioniert bislang der Bereitschaftsdienst?

Bislang bindet der Bereitschaftsdienst etwa 40 niedergelassene Ärzte. Je einer bietet nach Dienstschluss eine Sprechstunde in der KVN-Praxis im Krankenhaus Johanneum an; ein anderer fährt zu den Patienten. Der Bereitschaftsdienst in ländlichen Gegenden sei kaum noch adäquat zu besetzen, sagt Scherbeitz. Befürchtet werden Versorgungsengpässe.

Warum wird umgestellt?

Die Belastung für die Ärzte soll sinken. Außerdem soll es für junge Mediziner attraktiver werden, sich in der Region niederzulassen. Fast 70 Prozent seien Ärztinnen. Sie würden bei der Wohnortwahl auch auf das soziale Umfeld achten, erklärt Scherbeitz. Zudem möchte die KVN die Versorgung der Patienten in der Region verbessern – etwa durch die Einbeziehung der Telemedizin-Zentrale im Klinikum Oldenburg. Ein im Sommer 2018 eingeführter Modellversuch für Delmenhorst, Ganderkesee und Lemwerder sei überaus positiv verlaufen. Er dient nun als Vorbild für Wildeshausen.

Was genau ändert sich zum 1. April für Patienten?

Außerhalb der Sprechzeiten ihres Hausarztes rufen die Patienten die Nummer 116 117 an. Sie landen ab 1. April bei einem externen Dienstleister der KVN, „Sanwartis“ in Duisburg. Dort sitzen besonders geschulte Mitarbeiter am Telefon, die Symptome der Patienten erfragen. Wenn es notwendig ist, schickt diese Zentrale einen Notfallsanitäter der Johanniter Unfallhilfe zum Patienten nach Hause. Der speziell geschulte Notfallsanitäter kann bei Bedarf die Telemedizin-Zentrale im Klinikum Oldenburg hinzuziehen. In 60 Prozent der Fälle werde das heute schon gemacht, erläutert Scherbeitz. Technische Probleme bei der Bildübertragung habe es bislang nicht gegeben. Übrigens: Sollten die Beschwerden des Patienten extrem sein, werde ihn der Dienstleister auffordern, gleich den Rettungsdienst unter 112 anzurufen.

Wo sitzen die Notfallsanitäter der Johanniter?

Es gibt einen Pool von sieben geschulten Rettungssanitätern der Johanniter. Sie sitzen am Josef-Hospital in Delmenhorst. Der Gesetzgeber verlangt, dass die Sanitäter innerhalb von zwei Stunden beim Patienten sein müssen; beim Delmenhorster Modellversuch seien es 36 Minuten.

Gibt es noch eine Sprechstunde im Johanneum?

Ja, es wird weiterhin Sprechstunden in der Bereitschaftspraxis im Krankenhaus Johanneum geben – und zwar jeweils zwei Stunden am Mittwoch- und am Freitagnachmittag sowie insgesamt jeweils vier Stunden samstags und sonntags. Weiterhin werde es täglich einen zweistündigen Fahrdienst der niedergelassenen Ärzte geben. Alle rund 40 niedergelassenen Ärzte aus dem Raum Wildeshausen seien in diesen Praxisdienst eingebunden. In den Nachtstunden allerdings kommen ab 1. April die Notfallsanitäter, gegebenenfalls mit telemedizinischer Unterstützung, zum Einsatz. Schon heute sei es so, dass pro Nacht im Schnitt 0,5 Hausbesuche anfallen, sagt die KVN.

Steht zu befürchten, dass Patienten künftig die Notfallambulanz im Krankenhaus aufsuchen werden?

Nein, sagt Scherbeitz. Der Delmenhorster Modellversuch habe gezeigt, dass die Notfallambulanz des Klinikums eher entlastet werde. Auch dort gebe es meist lange Wartezeiten. Da seien die Patienten eher bereit, die Sprechstunde der KVN-Bereitschaftspraxis aufzusuchen. Viele der befragten Patienten hätten sich zudem sehr positiv über die Versorgung durch die Notfallsanitäter geäußert.

Für die Gemeinden Wardenburg, Hatten und Hude sei weiterhin die Notdienst-Praxis in der Auguststraße 16 in Oldenburg ansprechbar.

Wer bezahlt?

Für den Patienten ändert sich nichts. Er legt weiterhin seine Patientenkarte vor. Wie Scherbeitz erklärte, zahlt die Gemeinschaft der Ärzte das Projekt. Zudem gebe es einen Zuschuss des Landes Niedersachsen. Und im Notfall werde ohnehin die 112 gewählt.

NWZonline.de/gesundheit
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Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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