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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Chaos An Der Raststätte Wildeshausen: Lastwagen parken hier bis auf die Autobahn

24.07.2018

Wildeshausen /Dötlingen Jeden Abend das gleiche Bild: Auf der Raststätte Wildeshausen an der Autobahn 1 drängeln sich die Lkw. Fahrer, die keinen regulären Parkplatz mehr bekommen, suchen sich Nischen. Die Sattelschlepper stehen bis fast vor den Zapfsäulen, in den Ein- und Ausfahrten parken sie verbotenerweise hintereinander auf dem Standstreifen neben der Fahrbahn – manchmal bis auf die Autobahn.

Rastanlage begehrt

„Das ist eine unbefriedigende Situation“, sagt Matthias Büssing, stellvertretender Leiter der Autobahnpolizei Ahlhorn. „Es gibt schlichtweg zu wenig Parkplätze.“ Seiner Meinung nach wurde mit dem Ausbau zu spät begonnen. In seinem Abschnitt auf der A 1 zwischen Holdorf und Stuhr seien durchschnittlich 60 000 Fahrzeuge am Tag unterwegs, 30 Prozent davon Lkw.

„Die Rastanlage Wildeshausen ist bei den Lkw-Fahrern begehrt“, sagt Büssing. „Dort können sie tanken, duschen, essen und einkaufen. Das bieten längst nicht alle Rastplätze.“

Standstreifen ist tabu

Auch wenn sich die Lkw in Wildeshausen regelrecht stapelten, sei die Rastanlage kein Unfallschwerpunkt. Zeitweilig hätten die Lkw-Fahrer in den Ein- und Ausfahrten sogar rechts und links geparkt. Das hätten Polizei und Straßenbaubehörde unterbunden, so Büssing. Auf der linken Seite seien Schweller montiert worden.

Auch rechts dürfe nicht auf dem Standstreifen geparkt werden. Normalerweise wäre ein Bußgeld von 100 Euro fällig. Doch die Polizei dulde das, weil es viel zu wenig Lkw-Parkplätze gebe. Da sei die Rastanlage Wildeshausen keine Ausnahme. Büssing: „Es ist besser, die Lkw stehen dort, als dass die Fahrer übermüdet weiter nach einem Parkplatz suchen und eventuell einen Unfall bauen.“

Grundsätzlich dürften Lkw-Fahrer neun Stunden am Tag fahren, zweimal pro Woche zehn Stunden. Die Ruhezeit betrage elf Stunden.

Es komme aber auch vor, dass Lkw-Fahrer, die keinen Parkplatz mehr auf einer Rastanlage finden, sich auf den Standstreifen nach den Ausfahrten auf die Autobahn stellen. „Das dulden wir in keinem Fall. Das wird sofort unterbunden“, erklärt der stellvertretende Polizeichef.

Etwa alle 14 Tage müsse die Polizei allerdings die Ein- und Ausfahrten auf der Rastanlage Wildeshausen räumen, weil dann ein Schwertransport angemeldet sei. Der benötige die komplette Breite der Zufahrt. „In diesem Fall muss eine Streife auf der Raststätte aufpassen, ansonsten wäre der Standstreifen der Einfahrt schnell wieder von anderen Lkw zugeparkt“, erklärt Büssing.

Nach den Zahlen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gibt es auf der A 1 zwischen den Dreiecken Ahlhorner Heide und Stuhr eine Kapazität von 370 Lkw-Stellplätzen – 158 auf Rastanlagen des Bundes, 212 auf privaten Autohöfen. Der Fehlbedarf liege bei 248 Stellplätzen (Stand: 2008), er werde laut Prognose für 2025 auf 329 Stellplätze ansteigen, sofern nicht zusätzlicher Parkraum geschaffen wird.

Erste Erweiterung läuft

Geplant ist, solchen Parkraum an insgesamt acht Plätzen zu bauen. Die erste neue Rastanlage entsteht derzeit in der Gemeinde Prinzhöfte. „Delmetal-Nord“ wird eine unbewirtschaftete Rastanlage mit WC-Gebäude, sie entsteht im Bereich eines ehemaligen Bundeswehr-Notlandeplatzes auf der nördlichen Seite der A 1, südlich Klein Henstedt. Die Fertigstellung ist für April 2019 vorgesehen. Die Ausbaupläne sehen parallel zur A 1 einen Haltestreifen für Schwer- und Großraumtransporte vor. Daran schließt sich nach Norden hin ein Streifen mit Stellplätzen für 50 Lkw an, noch weiter nördlich dann eine selbstreinigende WC-Anlage sowie Stellflächen für 30 Pkw.

Als entspannter wertet Büssing die aktuelle Situation südlich des Ahlhorner Dreiecks. Dort seien auf den Rastanlagen Cappeln-Hagelage, Bakumer Wiesen und Langwege beidseitig der A 1 Großraumparkplätze geschaffen worden. „Dort finden Lkw-Fahrer nachts einen Platz, ohne den ein- oder ausfahrenden Verkehr zu behindern“, so Büssing. Allerdings sei die Kapazitätsgrenze schon erreicht, so dass der Platz dort in den nächsten Jahren nicht mehr ausreichen werde, wenn die Prognosen stimmten.

Wann die Rastanlage Wildeshausen ausgebaut wird, steht noch nicht definitiv fest. Das Planfeststellungsverfahren läuft seit 2015. Für 2019 wird ein Beschluss erwartet, erklärt der Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Joachim Delfs. „Der Baubeginn auf der Nordseite ist bislang für Ende 2020 vorgesehen, auf der Südseite für Ende 2021. Die Bauzeit pro Seite betrage zwei Jahre.

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Hoher Ausbaubedarf

Die Autobahn Tank & Rast GmbH, die fast alle Autobahnraststätten und deren Tankstellen in Deutschland verpachtet, betreibt und verwaltet, erklärt dazu auf NWZ-Anfrage: „Der Bund hat in den vergangenen Jahren den Ausbau der Stellplätze auf der Autobahn deutlich vorangebracht. Dennoch besteht insbesondere bei Lkw-Stellplätzen weiterhin ein hoher Ausbaubedarf. Tank & Rast begrüßt die Bemühungen des Bundes, die Stellplatzzahl kontinuierlich weiter zu erhöhen und vorhandene Parkplätze effektiver zu nutzen, zum Beispiel über digitale Parkleitsysteme oder elektronische Ticketsysteme, um so die Parksituation an Rastanlagen für alle Reisende zu verbessern.“

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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