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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Fairer Handel immer stärker nachgefragt

18.07.2019

Wildeshausen Fairer Handel macht Schule: Wardenburg und Hatten haben sich bereits als „Fairtrade-Gemeinden“ zertifizieren lassen, in Ganderkesee steht das Verfahren kurz vor dem Abschluss, und auch der Rat in Hude hat beschlossen, das Fairtrade-Siegel zu beantragen. Sogar Schulen, darunter die Schule am Habbrügger Weg in Ganderkesee, lassen sich als „Fairtrade-Schulen“ auszeichnen. Allein in der Kreisstadt gibt es noch keine derartigen Initiativen aus Reihen der Politik. Wir haben uns im Wildeshauser Einzelhandel umgehört.

„Wir haben einen speziellen Lieferanten für Fairtrade-Produkte“, erklärt Christoph Mätzing, Abteilungsleiter im Edeka-Markt Einemann am Westring. In jedem Lebensmittelsegment gebe es entsprechende Angebote – von Kaffee bis zum Wein. Die Nachfrage sei aber eher überschaubar, erklärt Mätzing. Ein eigenes Regal mit fair gehandelten Produkten hat auch der Famila-Markt eingerichtet. Die Bandbreite reiche von Kaffee, Kakao und Tee, in der Regel aus kontrolliertem Anbau in Südamerika oder Fernost, bis hin zum Nussnougat-Aufstrich, wie Marktleiter Udo Frommhold erläutert. Für die Produkte gebe es einen festen Kundenstamm. Auch Märkte wie Rewe oder Aldi haben Marken mit dem Fairtrade-Siegel im Regal.

Auf nachhaltiges Wirtschaften setzt auch die Gastronomie in der Wittekindstadt. „Unser Kaffee trägt das Siegel von Direct-Trade“, erklärt Benjamin Jasch von der Rösterei „Tiefschwarz“. Das signalisiere dem Verbraucher, dass der Kaffee „von guten Plantagen“ kommt und die Produzenten direkte Beziehungen zu den Bauern und Verarbeitern aufbauen.

Die heimische Gastronomie setze stark auf Produkte von regionalen Herstellern, betont Frank Stauga („Altes Amtshaus“) stellvertretend für die Wirte. Er selbst schenke in seinem Haus Kaffee aus fairem Handel aus.

Nach Angaben des „Forums Fairer Handel“ gaben die Verbraucher in Deutschland im Vorjahr rund 1,7 Milliarden Euro für Produkte aus fairem Handel ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche dies einem Zuwachs von 15 Prozent. Innerhalb der letzten fünf Jahre habe sich der Umsatz im fairen Handel mehr als verdoppelt.

In den Geschäften der Wildeshauser Innenstadt ist das blau-gelbe Siegel auf braunem Grund eher selten zu sehen. Gleichwohl spiele Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle, so Johannes Lenzschau, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins (HGV). Seitdem er in seinem Geschäft „Schnittker am Markt“ eine Gebühr von 20 Cent für Plastiktüten nehme, sei die Nachfrage dramatisch eingebrochen. „Früher haben wir zwei Paletten im Jahr verbraucht.“ Viele Verbraucher bringen nun Stofftaschen mit. Stark nachgefragt seien Coffee-to-go-Becher, die auch unter die Kaffeemaschine der Bäckerei passen, grüne Stoffbeutel für Obst und Gemüse mit dem klangvollen Namen „Love Veggie“ oder Trinkhalme aus Glas. „Immer mehr wollen auf Plastik verzichten“, haben die Kaufleute Wiebke und Johannes Lenzschau festgestellt.

Auch die Politik hat das Thema keinesfalls ad acta gelegt. Bei der Neufassung der Wirtschaftsförderrichtlinie werde auch der Punkt Nachhaltigkeit eine Rolle spielen, kündigte SPD-Ratsherr Matthias Kluck an. „Wir werden darauf achten, dass in Wildeshausen weniger Müll produziert wird.“

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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