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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Was der Mensch wirklich braucht

21.02.2018

Wildeshausen 40 Tage auf ausgewählte Lebensmittel oder Gewohnheiten verzichten – dazu bietet jedes Jahr aufs Neue die Fastenzeit die Gelegenheit. Vergangenen Aschermittwoch hat diese Zeit begonnen.

Auch die Wildeshauser NWZ-Redaktion versucht sich im Fasten: Insgesamt 40 Tage möchten die Redakteure auf Süßigkeiten und Knabbereien zwischendurch verzichten. Die erste Woche ist geschafft. Was aber hat es mit dem Fasten auf sich? Und unter welchen Voraussetzungen macht es wirklich Sinn? Die Nordwest-Zeitung sprach mit Pastoralreferentin Angelika Kühling, ab März die neue Krankenhaus-Seelsorgerin im Wildeshauser Johanneum.

„Das Fasten hat in der katholischen Kirche eine lange Tradition. In der Vorbereitungszeit vor Ostern verzichtet man auf Genussmittel. Heute weitet man es auf Gewohnheiten aus“, sagt Kühling. „Sei es, weniger Plastikmüll zu verwenden oder öfter das Auto stehen zu lassen.“ Der Hintergrund: Laut einer Stelle im Neuen Testament soll Jesus von Nazareth 40 Tage in der Wüste gefastet und den Versuchungen des Teufels widerstanden haben. 40 Tage am Stück wird heute nicht mehr gefastet: Die Sonntage sind davon ausgenommen. Offiziell endet die Fastenzeit am Donnerstag, 29. März – macht unterm Strich 44 Tage. „Der Sonntag ist der Tag des Herrn“, sagt Kühling. Deswegen dürfe man sich an diesem Tag während der Fastenzeit etwas gönnen. Was der Verzicht bezwecken soll? „Es geht ums Bewusstmachen der Schwächen. Das Fasten ist die Zeit der Umkehr. Es soll deutlich machen, dass wir alle sterblich sind.“ Die Fastenzeit wird nicht nur im Christentum, sondern in mehreren Religionen ausgelebt.

Zur Vorbereitung auf das geplante Fasten empfiehlt Kühling, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen: „Man sollte sich gut überlegen: Aus welchem Grund möchte ich fasten?“ Zudem sei es hilfreich, in der Gruppe zu fasten – auch, wenn nicht auf die gleiche Sache verzichtet wird. „Die Kirche bietet zum Beispiel in der Gruppe Heilfasten an.“ Zuvor sollte jedoch mit einem Arzt darüber gesprochen werden.

Wer das Fasten bis zum Ende schafft, nehme laut Kühling ganz sicher etwas Nachhaltiges daraus mit: „Ein Erfolgserlebnis ist immer etwas Positives, man erinnert sich daran zurück.“ Die künftige Seelsorgerin im Johanneum ist von diesen 40 Tagen überzeugt: „Die Fastenzeit ist etwas Großartiges. Es kann eine große Chance sein: Was brauche ich wirklich, um zufrieden zu sein? Was ist für mich wichtig?“ Sie selbst fastet in diesem Jahr nicht. „Ich versuche, das ganze Jahr über auf Zucker zu verzichten.“ Ihre persönliche Erfahrung: Je älter der Mensch wird, desto wichtiger werde die Frage „Was brauche ich wirklich?“.

Verena Sieling
Wildeshausen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2708

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