• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Kann die Stadt die alte Lohgerberei noch retten?

14.12.2017

Wildeshausen Der Erhalt alter Gebäude in der Wildeshauser Innenstadt hat am Dienstagabend im Stadthaus für Diskussionsstoff gesorgt. Die UWG-Fraktion hatte im Finanzausschuss Geld für den Kauf und Erhalt der einstigen Lohgerberei an der Huntestraße beantragt.

Im Raum stand eine Summe von einer Million Euro. „Die Stadt sollte die Immobilie kaufen und das alte Handwerk, das einst für Wildeshausen wichtig war, in den Räumen präsentieren“, forderte UWG-Ratsherr Rainer Kolloge. In der Vergangenheit sei schon zu viel alte Bausubstanz aus dem Stadtbild verschwunden. „Die Stadt wollte die Brennerei auch mal abreißen. Heute ist es ein Vorzeigeobjekt erster Güte“, so Kolloge. Der Erhalt alter Substanz am Huntetor sei wichtig für den Charakter, den Tourismus und künftige Generationen, ergänzte UWG-Ratsherr Thomas Johannes.

Auch  Grünen-Ratsherr Klaus Schultze vertrat die Ansicht, dass die Abrisstätigkeiten der vergangenen Jahrzehnte Wildeshausen immens geschadet hätten. Das attestierte auch Bürgermeister Jens Kuraschinski. „In der Vergangenheit wurden viele Fehler gemacht.“ Als Beispiel nannte er das einstige Huder Zollhaus an der Huntestraße, das 1969 abgerissen wurde. Dagegen sei der Erhalt des Bahnhofs ein positives Beispiel. Seiner Meinung nach sollte die Stadt nichts unversucht lassen, die Lohgerberei zu erhalten.

Wie berichtet, wollen die Erben des Anfang des Jahres verstorbenen Bernhard Benecke auf dem gut 2000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Huntestraße und Gildeplatz ein Wohn- und Geschäftshaus errichten. Die frühere Lohgerberei steht nicht unter Denkmalschutz.

Stephan Dieckmann (SPD), Jens-Peter Hennken (CDU), Matthias Kluck (SPD) und Stephan Rollié (CDU) vertraten die Ansicht, dass die Stadt wichtigere Projekte mit Millionenaufwand vor der Brust habe, als den Erhalt der alten Lohgerberei. Als Beispiele wurden der Bau einer Grundschule, die Entlastungsstraße parallel zum Westring und das Industriegebiet Wildeshausen-West genannt. Wichtig sei auch der Erhalt der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude an der Herrlichkeit, in denen noch die Polizei arbeitet. Kluck schlug vor, das Inventar der Lohgerberei in der benachbarten alten Feuerwehr auszustellen, wenn dort das Urgeschichtliche Zentrum entsteht.

In dem Zusammenhang machte Baudezernent Manfred Meyer deutlich, dass die Stadtverwaltung gerade an einem Rahmenplan für den Bereich Huntetor arbeite, um Geld aus der Städtebauförderung zu erhalten. Kommunen, die ins „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) aufgenommen würden, erhielten Zuschüsse in Höhe von zwei Drittel der Kosten. Wenn aber Geld für Projekte am Huntetor in den Haushalt gestellt werde, gebe es keine Förderung.

Die UWG hatte beantragt, jeweils 500 000 Euro für 2018 und 2019 im Rahmen des Quartierskonzeptes „Wildeshausen 2030“ in den Haushalt zu stellen. Kolloge und Johannes machten deutlich, dass es zunächst einmal wichtig sei, die alte Immobilie der Lohgerberei schnellstmöglich für die Stadt zu sichern. Der UWG-Antrag wurde bei drei Ja- und vier Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen abgelehnt.

Christoph Koopmeiners
Wildeshausen/Dötlingen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2705

Weitere Nachrichten:

UWG | SPD | CDU | Polizei | Feuerwehr