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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Freundesmahl: „Mit Elektroauto nicht in den Himmel“

13.11.2017

Wildeshausen Während in Berlin CDU/CSU, Grüne und FDP zwecks Bildung einer neuen Bundesregierung auch über die Umweltpolitik feilschen, steht für Professor Dr. Niko Paech fest: „Die Energiewende ist krachend gescheitert. Deutschland hat es nicht geschafft, den Kohlendioxidgehalt signifikant zu senken.“ Das Urteil fällte der 56-jährige Ökonom aus Oldenburg am Freitagabend als Festredner beim Freundesmal in Wildeshausen. Dazu hatte der Verein der Freunde der Diakonie Himmelsthür eingeladen.

Paech sprach über Nachhaltigkeit. Sein Thema: „Darf’s auch etwas weniger sein?“. Seine Forderung: Weg vom Konsum, hin zu einem Lebensstil, der nicht die Umwelt und damit unsere Lebensgrundlagen zerstört.

120 Gäste im Festsaal

Annette Ueberschär, Vorsitzende des Freundevereins, hatte eingangs 120 Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft zu der Benefizveranstaltung im Saal des Hauses Emsland begrüßt. Der Förderverein unterstützt die Arbeit der Diakonie Himmelsthür das ganze Jahr über auf verschiedene Art und Weise. So veranstaltete der Förderverein einen Walderlebnistag in Sannum und pflanzte mit Mitarbeitern der Tagesförderung einen Sinnesgarten samt Hecke. Auch am Sommerfest war der Förderverein mit einem Stand vertreten. Am 2. Dezember ist er ebenfalls wieder auf dem Weihnachtsmarkt der Diakonie Himmelsthür dabei. Mit den Spenden des Freundesmahls soll eine Nestschaukel für die Bewohner gekauft werden. „Die kostet 3500 Euro“, so Ueberschär.

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Neben dem Essen unter dem Motto „Regional und gut“, das von der Catering Gesellschaft Himmelsthür zubereitet worden war, gab es auch einen musikalischen Genuss: Der Pop-Chor des Gymnasiums Wildeshausen mit Jugendlichen des neunten bis zwölften Schuljahrs unter Leitung von Tina Niemann sang zwei mehrstimmige Stücke: „When love takes over“ und „Hold back the river“.

In der Gesellschaftskritik von Professor Paech kamen auch die Gymnasiasten nicht ungeschoren davon. Schüler lernten heute vor allem zwei Dinge: Forderungen zu stellen und ein Handy zu bedienen. Und nach dem Abitur reisten viele junge Leute erst einmal um die Welt. Dabei sei Fliegen extrem schädlich für die CO2-Bilanz. Die Verteilung der noch verbleibenden CO2- Menge, bevor unser Planet kollabiere, sei nicht nur ein ökologisches Problem, sondern entwickle sich auch zu einer sozialen Frage. Der Klimaschutz werde zum Überlebenskampf der Zivilisation.

Politik und Wissenschaft gaukelten uns zwar ein „grünes Wachstum“ vor, so Paech, doch viele Fragen seien noch ungelöst. „Wer ein Elektromobil kauft und glaubt, in den Himmel zu kommen, der irrt.“ Die Produktion von Lithium-Batterien sei höchst umweltschädlich. Und: Der Anteil der Wind- und Solarenergie an der Stromversorgung sei minimal, die Speicherung des Stroms noch ungelöst.

Paechs Credo: „Wir können uns nicht alleine auf moderne Technologie verlassen, wir müssen verzichten“. Der materielle Wohlstand seit dem Zweiten Weltkrieg habe die Menschen nicht glücklicher gemacht. Es gebe nicht nur Stress bei der Arbeit, sondern auch beim Konsum.

Gebrauchsgüter teilen

Der Volkswirtschaftler sprach von einer Postwachstumsökonomie. Er schlug zum Beispiel eine 20-Stunden-Woche vor, um die ökologischen Belastungen der industriellen Massenproduktion zu reduzieren. Die Menschen sollten Dinge wieder mehr selbst reparieren, statt sie wegzuwerfen. „Wer die Nutzung von Gebrauchsgegenständen mit anderen Personen teilt, trägt dazu bei, industrielle Herstellung durch soziale Beziehungen zu ersetzen. Doppelte Nutzung bedeutet halbierter Bedarf“, sagte Paech, der sich eine Waschmaschine mit vier anderen Haushalten teilt.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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