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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Noch rechtzeitig vom Abstellgleis geholt

19.10.2017

Wildeshausen Von Verhinderungstaktik seitens der Deutschen Bahn (DB), massiver Unterfinanzierung, privatem und politischem Widerstand und dem schließlich erfolgreichen Weg zum Erhalt der Bahnstrecke zwischen Delmenhorst und Hesepe handelte der Vortrag „Höchste Eisenbahn“ am Dienstagabend im Historischen Rathaus in Wildeshausen.

Unter diesem Titel zeigte Werner Stommel den Kampf um den Erhalt der Wildeshauser Bahn und der Strecke in den 1980er und 1990er Jahren auf. Für die knapp 30 Zuhörer waren die Ausführungen Stommels ein spannender Rückblick.

Die Zusammenfassung der Ereignisse stellte Stommel in Anlehnung an die gleichnamige Ausstellung im Museumsdorf Cloppenburg und im Stadtmuseum Oldenburg auf. Die 150 Jahre währende Geschichte des Eisenbahnverkehrs im Oldenburger Land werden darin beschrieben. Wie Stommel eingangs erläuterte, verfügt Wildeshausen seit 1898 über einen Bahnanschluss an der Strecke Delmenhorst-Hesepe. „In den 1980er Jahren wollte die Deutsche Bundesbahn die ,Kursbuchstrecke (KBS) 276 für den Personenverkehr einstellen“, erklärte Stommel.

Niedergang und Aufschwung begannen aber schon in den 1970er Jahren. Die DB schränkte den Verkehr auf der Strecke Delmenhorst-Osnabrück immer weiter ein. In den 1980er Jahren gründete sich eine Bürgerinitiative dagegen. Die DB zog sich komplett aus Wildeshausen zurück. Doch verkehrt seit November 2000 die Nordwestbahn wieder stündlich.

Stommel dazu weiter: 1988 waren 55 Prozent des Güterverkehrs auf der Straße, 22 mit der Eisenbahn und 20 Prozent mit Schiffen unterwegs. Zahlen, die weiter sanken und die Bahn wegen der Unterfinanzierung und des defizitären Fahrgastaufkommens zum Handeln zwangen. Busverkehr sollte die Fahrgäste befördern. Die Zahlen befanden sich im Sinkflug – alles zusammen rief die Bürger auf den Plan. So beispielsweise die Initiative Personenverkehr Wildeshausen, angetrieben von Egon Eilks und Leo Kurth, aber auch ab 1986 den Verein Pro Bahn mit der Geschäftsstelle „KBS 276“, gegründet von Stommel.

1996 erfolgte die Gründung der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) als hundertprozentiger Tochter des Landes Niedersachsen. Das war der Grundstein, um die Strecke Delmenhorst–Hesepe zu einem Erfolgsschlager mit Auszeichnung werden zu lassen.

Fuhren zu DB-Zeiten nur sechs Züge an Werktagen – am Sonnabend einer, am Sonntag nur ein Bus mit einem durchschnittlichen Fahrgastaufkommen von 400 Personen – befördert die privatwirtschaftlich geführte Nordwest-Bahn täglich 7000 Fahrgäste.