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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Gläserne Pyramide neuer Leuchtturm

18.07.2018

Wildeshausen /Goldenstedt Der Name ist passend gewählt: „Leuchtturmprojekt“ nennt sich das Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum der BP Lingen, an dem auf Hochtouren gebaut wird. In dem 60 Millionen teuren Gebäude sollen künftig die Werkstätten, Werkfeuerwehr, das Labor, die Kantine sowie die Verwaltung der BP Lingen untergebracht werden. Zu Wochenbeginn wurde dem Leuchtturm quasi das Obergeschoss aufgesetzt: eine gut 35 Tonnen schwere Stahlpyramide. Maßgeblich beteiligt: die Windhorst Stahl & Metallbau GmbH aus dem benachbarten Goldenstedt (Kreis Vechta) und der Hüffermann-Krandienst.

Extra zertifiziert

„Das ist ein Aushängeschild für uns“, bewertet Katrin Bethke aus der Windhorst-Geschäftsführung das Projekt im Emsland. Windhorst gehört nach eigenen Angaben zu den wenigen Betrieben in Deutschland, die auf Tragkonstruktionen für sogenannte Luftkissendächer mit ETFE-Folien spezialisiert sind. Für den Stahlverbundbau hat das Unternehmen besondere Sicherungsmuffen entwickelt. Sie helfen, Gewicht zu sparen. Die Pyramide in Lingen, mit einer Grundfläche von 23 mal 16 Meter und 16 Meter hoch, wurde so 6,5 Tonnen leichter, erläutert Prokurist Tjark Bethke. Der reine Stahlbau wiegt 32 Tonnen; dazu kommen drei Tonnen für die Alu-Konstruktion. Für die Schweißtechnik beim Projekt von BP Lingen, das von einer Arbeitsgemeinschaft der Bauunternehmen Hofschröer und Mainka realisiert wird, mussten die Goldenstedter Metallbauer sogar extra eine sogenannte Rohrknotenverfahrensprüfung ablegen. Bethke zufolge hatte der Auftrag ein Volumen von 170 000 Euro.

Sechs Windhorst-Mitarbeiter haben drei Wochen lang vor Ort die Stahlkonstruktion zusammengebaut. Ein 500-Tonnen-Kran der Firma Hüffermann hat die 35 Tonnen schwere Pyramide innerhalb von knapp 45 Minuten auf einen gut 100 Zentimeter hohen Sockel auf dem Dach des BP-Gebäudes gehoben. Industriekletterer werden in den nächsten Tagen die Folienkissen montieren. Die Konstruktion, die der Pyramide vor dem Louvre in Paris ähnelt, befindet sich über einem Atrium. „Die Kuppel lässt sich durch Lichtprojektionen farblich illuminieren“, erklärt BP-Projektleiter Mark Driever. Bis zum Abschluss aller Arbeiten des Projektes Ende 2019 werden in dem Gebäudekomplex etwa 360 BP-Mitarbeiter unter einem Dach arbeiten.

Die Firma Windhorst-Stahlbau wurde 1979 von Gerd Windhorst als Familienunternehmen gegründet. Im Jahr 2004 trat Wolfgang Bethke in die Firma ein, um sie erfolgreich aus einer schweren Krise zu führen. 2015 übernahm Bethke das Unternehmen als alleiniger Gesellschafter, behielt aber den Firmennamen bei. Auch zwei der vier Söhne, Tjark und Sjard, traten ins Unternehmen ein. Als Wolfgang Bethke im August 2015 plötzlich verstarb, übernahm Witwe Katrin Bethke die Geschäftsführung. Sohn Tjark agiert als Prokurist und kümmert sich um die Abwicklung der Aufträge; Sjard Bethke ist im Einkauf tätig. Derzeit hat das Goldenstedter Unternehmen 25 Beschäftigte. Zehn sind jünger als 30 Jahre. Die Auftragslage bezeichnet die Geschäftsführung als gut. „Wir schreiben schwarze Zahlen“, so Katrin Bethke. Gern würde Windhorst Metallbauer und Feinwerkmechaniker ausbilden. Allerdings lägen derzeit keine Bewerbungen vor. Dabei seien die Azubis stets übernommen worden.

Projekt in New York

Windhorst ist spezialisiert auf Sonderkonstruktionen, etwa verfahrbare Dächer oder Luftkissendächer. Die zertifizierte Schweißtechnik werde höchsten Qualitätsansprüchen gerecht, so Tjark Bethke (27). Zu den Referenzprojekten gehören Dächer für VW oder Center-Park. Gemeinsam mit einem Partner will Windhorst demnächst besondere Segel für Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft konstruieren. Die Goldenstedter Metallbauer haben auch schon Fluchttreppen für die Realschule und die Hauptschule in Wildeshausen gebaut. Selbst die Uni Oldenburg gehöre zu den Auftraggebern. In Bethkes Büro hängen bereits die Zeichnungen für ein weiteres Prestigeprojekt: ein lichtdurchlässiges Dach für das Shoppingcenter „Tangram Plaza“ im Herzen von New York. Anfang September sollen die Bauelemente verschifft werden.

Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701

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