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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Volle Auftragsbücher bei offenen Stellen

17.07.2019

Wildeshausen Für Dominic Litau stand vor gut zehn Jahren fest, dass er einen Handwerksberuf erlernen möchte. „Das hat einen familiären Hintergrund: Jedes männliche Familienmitglied macht bei uns etwas in diese Richtung.“ Es folgten verschiedene Praktika in mehreren Firmen. Am 1. August kommt der 22-Jährige nun ins dritte Lehrjahr: Er macht eine Ausbildung zum Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionstechnik. Nach derzeitigem Stand werden aber keine Azubis nachrücken: Wie weitere Unternehmen hat auch Litaus Ausbildungsbetrieb B & F Metallbautechnik in Wildeshausen Nachwuchsprobleme.

Zwei Stellen noch offen

Angehende Handwerker sind rar gesät. Das stellt auch Prokurist Sebastian Frank fest: Die zwei offenen Lehrstellen des Unternehmens, das insgesamt sechs Azubis derzeit beschäftigt, sind noch offen. In den vergangenen Jahren sei es immer schwieriger geworden, die frei werdenden Lehrstellen zu vergeben. „Wir konnten die offenen Stellen in den letzten Jahren zwar immer besetzen.“ Hinzu komme, dass immer weniger Bewerbungen die Firma erreichen würden.

Das rät die Arbeitsagentur

Die Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven hat Tipps, wie Betriebe für potenzielle Bewerber attraktiver werden können.

Sich „chic zu machen“ für Praktikanten und Auszubildende rät Pressesprecherin Claudia Zimmermann. „Der Spruch ,Lehrjahre sind keine Herrenjahre’ gilt nicht mehr. Jugendliche wollen mit Respekt und Höflichkeit behandelt werden.“ Praktikanten sollten Aufgaben gezeigt werden, die später im Job eine Rolle spielen. „In der Lagerlogistik sollte zum Beispiel nicht nur die Halle gefegt werden. Jugendliche wollen den Sinn in der Arbeit sehen.“ Außerdem rät sie Handwerksbetrieben dazu, bei Aktionen an Schulen Präsenz zu zeigen.

B & F Metallbautechnik arbeite daran, die Ausbildung attraktiver zu gestalten: Die Lehrlinge sollten sich wohl fühlen, „die Arbeit sollte abwechslungsreich sein: Die Azubis sollten zum Beispiel nicht nur die Halle fegen.“ Auch gehe das Unternehmen in Schulen, um die Arbeit vorzustellen, so Frank. Trotzdem: Der Lehrlingsmangel bleibt. Franks Vermutung: „Ich denke, dass die Attraktivität von Handwerksberufen unverständlicherweise abgenommen hat.“ Zum einen hänge dies sicherlich mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Berufe zusammen, „es könnte etwas mit Dreck zu tun haben, mit draußen arbeiten und sich schmutzig machen“. Zum anderen würden Handwerksberufe nicht als zukunftsorientiert wahrgenommen. „Was nicht stimmt!“, betont Frank. „Als Handwerker findet man überall Arbeit.“

Probleme, Lehrstellen zu besetzen, habe er in seinem Unternehmen zwar nicht, sagt Ingo Hermes. „Allgemein hat die Branche aber einen erhöhten Bedarf“, sagt der Geschäftsführer des Wildeshauser Unternehmens Hermes Systeme. Rund 30 Auszubildende werden dort zurzeit in Automatisierungstechnik, Büromanagement, Lagerlogistik und Fachinformatik ausgebildet. Sieben neue Auszubildende fangen am 1. August an. Als Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung (MIT) Wildeshausen weiß Hermes um die Probleme der Lehrstellenbesetzung in Handwerksbetrieben: Auch deshalb führt die MIT potenzielle Bewerber an die Unternehmen heran. Ein Beispiel ist die Aktion „Schule trifft Wirtschaft“, an der auch B & F Metallbautechnik beteiligt war. Rund 320 Schülerinnen und Schüler von vier Wildeshauser Schulen bekamen die Möglichkeit, einen von 28 Betrieben zu besichtigen. Diese Zusammenarbeit mit Schulen wünscht sich Ingo Hermes noch intensiver. Ziel sei es, „Schule trifft Wirtschaft“, das bisher alle zwei Jahre organisiert wurde, einmal im Jahr auszurichten.

Um die Ausbildung attraktiv zu gestalten, bietet das Hermes-Unternehmen einmal im Jahr einen Aktionstag an: Da beschäftigen sich die Azubis mit Rhetorik oder nehmen an einem Fitness-Check teil.

„Lehrstellen sind da und können auch besetzt werden“, sagt Carsten Bleckwenn, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/Oldenburg-Land. Die Stellenbörse der Kreishandwerkerschaft beinhaltet aktuell 77 freie Ausbildungsplätze in Delmenhorst und im Landkreis. „Das ist noch im Rahmen.“ Zudem gebe es aber immer mehr Azubis, die die Ausbildung abbrächen.

Mehr Kontakt zu Schulen

Bleckwenn ist der Meinung, dass seitens der Schulen noch stärker auf das Handwerk aufmerksam gemacht werden sollte. „Wir stehen schon in Kontakt mit vielen allgemeinbildenden und Berufsschulen. Aber es könnte mehr sein.“ Er sieht das Problem auch darin, dass immer mehr Schüler nach dem Abschluss zunächst studieren. Der Geschäftsführer findet jedoch: „Nach der Ausbildung gibt es aber immer noch die Möglichkeit, sich fortzubilden.“

Diese Chance nutzen beispielsweise die Auszubildenden von Ingo Hermes: „Fast die Hälfte unserer Absolventen entscheidet sich für ein Studium.“

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Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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