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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Der Preis einer Behinderung

25.11.2017

Wildeshausen /Harpstedt Freitag früh hat er uns bei der NWZ besucht, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Hardo Knüpling kommt aus Harpstedt und lebt mit einer körperlichen Einschränkung. Dort, im Rosenfreibad, bekäme er mit einer körperlichen Behinderung 50 Prozent Ermäßigung. Im Krandelbad hingegen nicht. Das ärgert ihn. Körperlich eingeschränkte Menschen sind oft auch finanziell schlechter gestellt, weil sie nicht uneingeschränkt arbeiten können. Er verstehe nicht, wieso Menschen mit Behinderungen in Wildeshausen den vollen Eintritt zahlen müssten.

Tatsächlich findet sich auf der Internetseite des Kurbades Krandelbad keine Information über Rabatte: Ausgewiesen sind Einzeleintritte, Zehnerkarten und Wertkarten. Das bestätigt Stadtpressesprecher Hans Ufferfilge auf NWZ-Anfrage. „Es gibt keine Rabatte für Menschen mit Behinderung. Aber wenn jemand in Begleitung kommt, weil er Unterstützung braucht, zahlt die zweite Person keinen Eintritt.“ Zwei zum Preis von einem also. Das sei bei der Baderöffnung 2014 vom Rat beschlossen und in der Entgeltordnung festgehalten worden.

Auf der Internetseite findet sich diese Information allerdings nicht so einfach, räumt der Pressesprecher ein. „Wir wollten die Seite übersichtlich gestalten, darum steht das dort nicht.“ Erst die detaillierte Entgeltordnung gebe das preis: Ein Link ganz unten auf der Seite, über den man die Datei herunterladen kann. „Oder vor Ort im Bad schauen, dort ist die Ordnung ausgehängt.“ Wieso Menschen mit Behinderung den vollen Preis zahlen müssten, ehrenamtlich Engagierte mit einer Ehrenamtskarte hingegen 50 Prozent Ermäßigung bekommen, konnte der Stadtsprecher nicht beantworten.

„Rabatt für Menschen mit Handicap ist vernünftig und deshalb weit verbreitet“, sagt Thomas Trüper, Mitglied der Interessengemeinschaft Behindertenrat Wildeshausen. „Grundsätzlich wäre es natürlich wünschenswert, wenn es Rabatt gäbe.“ Aber die körperliche Einschränkung sollte nicht der zwingende Fokus sein, sagt er weiter. „Wichtiger ist die finanzielle Stellung der Person.“ Oft hätten körperlich eingeschränkte Menschen auch weniger Geld zur Verfügung, darum sei Rabatt für Behinderte auch eine gute Sache. Aber eben keine Pflicht. „Man sollte deshalb auf das Einkommen schauen und nicht pauschalisieren.“ Ob die Stadt die Preise im Bad ändert, dazu gab es aus dem Rathaus keine Auskunft.

Sharon Beatty
Redakteurin
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2051

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Krandelbad | Rosenfreibad

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