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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Stadt schnürt ein ideelles Hilfspaket

02.11.2017

Wildeshausen Mehr als Beratungsleistungen wird die Stadt interessierten Hausärzten, die sich in Wildeshausen ansiedeln wollen, nicht anbieten. Die Stadtverwaltung hat dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Fremdenverkehr, Sport und Kultur eine Liste für ein „ideelles Willkommenspaket“ vorgelegt, dem er zugestimmt hat. Dabei geht es um die Suche von Räumen für eine Arztpraxis, die Klärung baurechtlicher Fragen, Fördermittelakquise, Suche nach Wohnraum und die Suche nach einem bedarfsgerechten Platz in einer Kindertagesstätte.

Nach Ansicht von Rainer Kolloge (UWG) steht die Stadt mit diesem Angebot ziemlich hilflos da. „Mit solch einer ideellen Hilfe können wir auch andere Berufsgruppen unterstützen.“ Auch Evelyn Goosmann (SPD) sprach davon, dass die Stadt mit solch einem Angebot nicht mehr als einen guten Eindruck machen könne. Die Stadtverwaltung wies darauf hin, dass Ärzte die Möglichkeit haben, einen Investitionskostenzuschuss bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Oldenburg zu beantragen.

Der ursprüngliche, aber abgelehnte Antrag war von der FDP gekommen. Sie wollte ein Förder- und Investitionsprogramm von bis zu 20 000 Euro auf den Weg bringen. Anlass war, dass Theorie und Praxis in der hausärztlichen Versorgung in Wildeshausen scheinbar übereinstimmen. Laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) Oldenburg hingegen steht der Versorgungsbezirk Wildeshausen mit den vier Kommunen Großenkneten, Dötlingen, Harpstedt und Wildeshausen mit 108,7 Prozent noch gut da. „Ich habe bislang nur gehört, dass einzelne Hausarztpraxen keine neuen Patienten mehr aufnehmen", sagte am Mittwoch KV-Geschäftsführer Helmut Scherbeitz der NWZ.

Ein Begrüßungspaket für Hausärzte sei vielerorts gängige Praxis. Einerseits gebe es finanzielle Hilfen, andererseits Unterstützung bei Bauplätzen sowie Kita- und Schulplätzen.

Aber auch die KVN unterstütze Ärzte. Als Beispiel, wo die hausärztliche Versorgung gefährdet sei, nannte Scherbeitz den Süden des Landkreises Cloppenburg mit den beiden Gemeinden Lastrup und Löningen. „Für solche Fälle geben wir einen Investitionskostenzuschuss von 60 000 Euro, wenn ein Hausarzt eine Praxis übernimmt oder eine neue Praxis eröffnet.“

Hinsichtlich der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum fordern der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund sowie die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen gemeinsam von der künftigen Landesregierung mehr Medizin-Studienplätze, weitere Anreize für eine Niederlassung in den ländlichen Gebieten und die umgehende Einführung der Landarztquote.