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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Zwei Wildeshauser sichern Lohgerberei

31.01.2019

Wildeshausen Das historisch wertvolle Ensemble der alten Lohgerberei am Wildeshauser Gildeplatz ist verkauft worden. Das bestätigte Bürgermeister Jens Kuraschinski am Mittwoch auf NWZ-Anfrage. „Ich bin froh, dass sich Investoren aus Wildeshausen gefunden haben“, sagte Kuraschinski. Zunächst sei die Stadt gefordert, das Vorkaufsrecht für die Immobilie mit einer Grundfläche von gut 2200 Quadratmetern zu prüfen. Bereits am Dienstagabend hatte der Bürgermeister vertraulich die Fraktionsspitzen über die neue Entwicklung informiert.

Möglichst viel erhalten

Bei den Käufern handelt es sich um die Wildeshauser Unternehmer Siegbert Schmidt und Ernst-Dieter Frost. Sie seien bemüht, das historisch wertvolle Ensemble zu sichern und einen Teil zu erhalten, so der Bürgermeister. „Auch die Fraktionen haben deutlich gemacht, möglichst viel von der alten Lohgerberei erhalten zu wollen.“ Diese Botschaft sei Kuraschinski vor dem Hintergrund der zuvor teilweise sehr emotional geführten Debatte um die Lohgerberei sehr wichtig.

Altes Handwerk

Die Lohgerberei, ein weitestgehend untergegangenes Handwerk, ist eine spezialisierte Form der Gerberei, die Rinderhäute zu strapazierfähigen, kräftigen Ledern verarbeitet – beispielsweise für Schuhsohlen, Stiefel, Sättel oder Ranzen.

Nachdem der Lohgerber die Fleischreste und Fette vom Balg entfernt hatte, erfolgte das sogenannte Äschern mit Kalk in der Äschergrube, wodurch sich die Haare vom Balg lösten und in einem zweiten Schabegang entfernt werden konnten. Anschließend wurden die Häute samt einer Lohe aus Eichen- oder Fichtenrinde und Galläpfeln zur Gerbung in eine Lohgrube verbracht.

Da für die Gerberei große Mengen an Wasser benötigt wurden, lagen Gerbereien meist am Fluss oder Kanal.

Nach dem Tod des vormaligen Eigentümers Bernhard Benecke kam in der Kreisstadt die Sorge auf, dass die Lohgerberei abgerissen und dort ein Wohn- und Geschäftshaus gebaut werden sollte. Wie seinerzeit beim „Huder Zollhaus“ oder dem „Hotel Stegemann“ wäre wieder ein stadtbildprägendes Gebäude verschwunden. Das Problem: Die Lohgerberei – den Betrieb hatte Benecke 1970 eingestellt – steht nicht unter Denkmalschutz. Vor einem Neubau müsste allerdings die Änderung des Bebauungsplanes stehen. Die Bauvoranfrage der Benecke-Erben liegt seit einiger Zeit vor.

Nun soll gemeinsam mit den Investoren ein Konzept entwickelt werden, so Kuraschinski. Klar sei: Ein Komplett-Abriss der historischen Bausubstanz sei vorerst kein Thema mehr.

Siegbert Schmidt und Ernst-Dieter Frost hatten sich bereits 2016 engagiert, als es darum ging, ein ortsbildprägendes Gebäude am Wildeshauser Marktplatz zu erhalten. Damals kauften sie das Gebäude an der Burgstraße 1 (Buchhandlung Bökers am Markt).

Abgestimmtes Konzept

„Wir wollen auch mit der Lohgerberei keine Gewinne machen“, sagte Schmidt der NWZ und sprach von plus/minus null. Das Grundstück erstreckt sich von der Huntestraße bis zum Gildeplatz. „Wir werden uns jetzt die einzelnen Gebäude anschauen und prüfen, welche Häuser erhalten werden können“, so Schmidt. Gesucht werde ein Konzept, mit dem auch die Stadt leben kann. Die Lohgerberei ist im Konzept „Wildeshausen 2030“ Teil des „Quartiers Huntetor“, das den nördlichen Bereich der Innenstadt zwischen dem Wall im Westen und der Hunte im Norden sowie Zwischenbrücken samt Umfluter umfasst. Dazu gehören unter anderem auch das Brennereimuseum, die Alexanderkirche und die denkmalgeschützten Gebäude der Polizei an der „Herrlichkeit“.

„Die Fraktionsspitzen im Stadthaus waren hellauf begeistert, als sie die Neuigkeit hörten, auch deshalb, weil zwei Wildeshauser die Lohgerberei gekauft haben, die auch an das Wohl von Wildeshausen denken“, sagte Schmidt. Er und Frost als Offiziere der Wildeshauser Schützengilde hätten dabei ebenfalls das Gildefest im Kopf. Das spielt sich bekanntlich auch im Festzelt auf dem Gildeplatz ab. Die Sicherung des Gildefestes war auch 2016 ein Grund, warum die Schmidt und Frost das Haus am Marktplatz kauften.

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