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NWZonline.de Region

„Wir sollten das mit Schwung angehen“

27.10.2017

Wildeshausen Auf Begeisterung sind die Pläne zur Nachnutzung der alten Wildeshauser Feuerwache am Donnerstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Fremdenverkehr, Sport und Kultur gestoßen. Dem von Daniela Baron vorgestellten Nutzungskonzept wurde im Grundsatz einstimmig zugestimmt.

Bereits 2015 hatte der Stadtrat den Grundsatzbeschluss gefasst, die alte Feuerwache in ein Urgeschichtliches Zentrum inklusive weiterer kultureller und touristischer Nutzungen umzuwandeln. Das nun von einer Kommunikationsfirma und einem Architekturbüro aus Stuttgart sowie einer Wildeshauser Expertengruppe erstellte Konzept sieht vor, in der jetzigen Fahrzeughalle eine archäologische Ausstellung als Ausgangspunkt für eine Reise in die Steinzeit zu installieren. Besucher könnten von dort eine Tour zu den Kleinenkneter Steinen, zur Glaner Braut oder zum Pestruper Gräberfeld starten.

Das Erdgeschoss soll ferner eine Eingangshalle mit Infoschalter, Ticketverkauf, Shop und Fahrradverleih beherbergen sowie ein Café mit Terrasse zur Hunte und Toiletten.

Das Obergeschoss soll neben der Museumspädagogik Platz für Büros samt Besprechungsraum bieten, die der Verkehrsverein, der Zweckverband Wildeshauser Geest, der Bürger- und Geschichtsverein sowie die Verwaltung des Urgeschichtlichen Zentrums nutzen könnten.

War die Begeisterung über dieses Grundkonzept groß, gab es jedoch Einwände hinsichtlich der Kosten. Bauchschmerzen damit hatten Jens-Peter Hennken (CDU) und Marko Bahr (FDP). Hennken vermisste einen Budget- und Investitionsplan und wollte die Frage der Trägerschaft geklärt wissen, Bahr vermisste generell eine Aussage zu den ungefähren Kosten. „Die Zahlen müssen jetzt auf den Tisch, bevor wir 170 000 Euro für eine Planung ins Blaue ausgeben“, so der Liberale.

Dem hielt Bürgermeister Jens Kuraschinski aber entgegen, dass es jetzt erst einmal darum gehe weiterzuplanen, um überhaupt an konkrete Zahlen zu kommen. „Heute beschließen wir noch nicht, dass ein Museum gebaut wird“, betonte er. Auch Kreszentia Flauger (Die Linke) verwies darauf, dass „wir es natürlich nicht machen, wenn wir feststellen, dass es 30 Millionen Euro kostet.“

Bei einer Gegenstimme von Hennken wurde schließlich beschlossen, dass die Verwaltung ein Betreibermodell und ein Finanzierungskonzept mit Vorbereitungs-, Bau- und Ausstellungskosten erarbeitet, das Auskunft über mögliche Finanzierungspartner und Fördermittel gibt. Zudem sollen im Haushalt 2018 weitere Planungsmittel in Höhe von 170 000 EUR vorgesehen werden. Dafür wird ein Leader-Förderantrag gestellt, der die Hälfte der Kosten refinanziert.

Auf keine Zustimmung stieß Grünen-Ratsherr Klaus Schultze mit seinem Antrag, dass keine anderen Vereine außer touristischen und geschichtlichen das Haus nutzen dürften. „Feste Übungszeiten kollidieren zum Beispiel mit kulturellen Veranstaltungen im Erdgeschoss“, argumentierte der Grüne.

„Ich finde die Multifunktionalität toll“, hielt Rainer Kolloge (UWG) dem entgegen und meinte weiter: „Wir sollten möglichst viel Leben in das Gebäude bringen und das Ganze jetzt mit Schwung angehen.“ Dem schloss sich der Ausschuss mit großer Mehrheit an, so dass das Grundkonzept jetzt eine erste wichtige Hürde genommen hat.