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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Kläranlage: Tuch fischt Mikroplastik aus Abwasser

20.07.2018

Wildeshausen Plastikmüll wird zu einer zunehmend größeren Belastung für die Umwelt. Aktuellen Studien zufolge schwimmen winzige Plastikteilchen im Abwasser und können von den Kläranlagen nur zum Teil herausgefiltert werden. Das wird sich in Wildeshausen nun ändern. Die Kläranlage soll Anfang kommenden Jahres eine sogenannte Tuchfilteranlage erhalten. Die Kreisstadt hätte dann eine der modernsten Abwasserreinigungen in vergleichbarer Größe in Deutschland.

400 m³ pro Stunde

Ein zweimonatiger Testlauf mit einer Tuchfiltration verlief erfolgreich, berichtet Matthias Schnieder, Betriebsleiter der Kläranlage. Die Versuchsanlage habe etwa 15 Kubikmeter pro Stunde gereinigt. Gut 90 Prozent der Mikroplastikteilchen würden abgefangen. Die für Wildeshausen benötigte Anlage soll 400 Kubikmeter pro Stunde schaffen. Das sei die doppelte Menge des Abwassers, das gewöhnlich im Klärwerk eintrifft.

Schnieder hat sich bei der Weltleitmesse für Umwelttechnologien, der IFAT in München, kundig gemacht. Er will in Wildeshausen einen Mikrofaserstoff einsetzen. „Wir kalkulieren derzeit mit einer Filterfläche von 60 Quadratmetern“, so der Fachmann. Das Abwasser fließt durch rotierende Filterscheiben. Mikroplastik und Schlammflocken bleiben am Filtertuch hängen und werden von einem Nasssauger abgetragen. Das gereinigte Wasser fließt über die Welle, an der die Filterscheiben befestigt sind, wieder heraus. Für die Tuchfiltration will die Stadt rund 300 000 Euro bereit stellen. Derzeit werde im Stadthaus die Ausschreibung für die Anlage vorbereitet.

Es soll nicht die letzte Investition ins Klärwerk sein. Immer wieder, insbesondere in den Großstädten, werden Rückstände von Medikamenten und Schwermetallen im Abwasser nachgewiesen. Schnieder hält daher den Bau einer weiteren Klärstufe mit Aktivkohlefilter für dringend geboten. Schon jetzt wird auf dem Gelände Platz gelassen für die fünfte Klärstufe.

„Gürtel“ fürs Becken

Erst kürzlich wurde eine weitere Baustufe im Klärwerk abgeschlossen. Der Treppenturm erhielt Aluplatten. Zuvor waren dort asbesthaltige Platten installiert. Zudem hat der markante Klärschlammbehälter ein Kunststoffdach erhalten. So kann kein Regenwasser mehr eindringen.

Das Klärschlammbecken soll zudem einen „Gürtel“ aus Edelstahl erhalten. Damit reagiert die Stadt auf einen Unfall in Cappeln (Kreis Cloppenburg). Weihnachten 2015 war dort ein Klärschlammspeicher auseinandergebrochen. Etwa 1400 Kubikmeter Klärschlamm ergossen dich damals in einen angrenzenden Wald sowie in einen Bach. Die Betonwand des Speichers hatte offenbar dem Druck nicht mehr standgehalten. Der Klärschlammbehälter sei baugleich mit jenem, der in Wildeshausen stehe.

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In der vergangenen Woche erfolgte die Submission für die gut 80 000 Euro teure Sanierung des Nachklärbeckens in der Kläranlage. Dort muss unter anderem eine neue Ablaufkante aus Edelstahl gefertigt werden, sagte Schnieder.

Die Wildeshauser Kläranlage ist technisch auf dem neuesten Stand, betont der 48-jährige Betriebsleiter. Das belege die jüngste Überprüfung vom vergangenen Montag. Im geklärten Wasser wurden 2,3 Milligramm Nitrat pro Liter nachgewiesen. Erlaubt seien 50 mg. Beim Ammonium liege man bei 0,9 mg (erlaubt seien 10); und beim Phospat bei 0,5 mg (erlaubt: 1,5). Damit liege man weit unter den zulässigen Grenzwerten. „Unser Wasser ist sauberer als das in der Hunte“, betont Schnieder.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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