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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Geschichte zwischen Vision und Realität

26.01.2018

Wildeshausen Eigentlich sollte es ja bei der öffentlichen Infoveranstaltung am Mittwochabend im Hotel „Wildeshauser Hof“ um die Frage gehen, ob Wildeshausen ein Urgeschichtliches Zentrum benötigt. Genutzt wurde der von der CDU organisierte Abend jedoch eher, um eindringlich für das ambitionierte Vorhaben zu werben.

Rund 50 Zuhörer, darunter vor allem Mitglieder der CDU, des Verkehrsvereins sowie weiterer Wildeshauser Vereine und Parteien, waren der Einladung gefolgt, um den Kurzvorträgen von Svea Mahlstedt (Vorsitzende des Fördervereins Urgeschichtliches Zentrum), Daniela Baron (Leiterin des Stadtmarketings) und Claudia Olberding (Büroleiterin des Verkehrsvereins) zu lauschen.

Ambitionierte Pläne

Wie Archäologin Svea Mahlstedt eingangs erläuterte, kämpft der Förderverein bereits seit mehr als zehn Jahren für ein Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen (UZW). Nachdem der anfängliche Plan einer Art Freilichtmuseum nahe des Pestruper Gräberfeldes verworfen wurde, kam 2013 – parallel zu den Planungen für das neue Feuerwehrhaus in der Pagenmarsch – die Idee auf, die alte Feuerwache als Kulturzentrum zu nutzen. Alsbald begannen die Planungen für ein UZW samt Gastronomie und Shop – eingebunden in die spannende Nachbarschaft von der Brennerei über die Lohgerberei bis zur Alexanderkirche. Es entstand das Quartierskonzept „Huntetor“.

Ein herber Schlag war es da, als Ende 2017 bekannt wurde, dass die historische Lohgerberei im Herzen des Quartiers „Huntetor“ abgerissen und durch ein Wohn- und Geschäftshaus ersetzt werden soll. Für Kritik sorgte auch, dass es keine öffentliche Kostenschätzung für das ehrgeizige Projekt gibt. So hatte unter anderem der parteilose Ratsherr Karl Schulze Temming-Hanhoff moniert, dass den Ratsmitgliedern eine unvollständige UZW-Präsentation zuging, bei der 21 von 57 Seiten fehlten, darunter die mit den konkreten Zahlen.

Frage nach Kosten

Nicht besser machte es der Hinweis von Bürgermeister Jens Kuraschinski auf die seit langem bekannten Risse im alten Feuerwehrhaus. Ergänzend dazu hinterfragte Baudezernent Manfred Meyer, ob und inwieweit das Gebäude den gestellten Anforderungen statisch auf Dauer überhaupt gerecht werden könne. Das mündete in Kuraschinskis Frage: „Wie viel Urgeschichtliches Zentrum kann sich die Stadt überhaupt leisten?“

Investorensuche

Diese Frage wurde allerdings auch beim Infoabend nicht beantwortet. Die Zeit sei noch nicht reif für eine belastbare Kostenschätzung, so Baron auf ein entsprechendes Intervenieren von CDU-Ratsherr Bernhard Block. Baron verwies darauf, dass es jetzt erst einmal darum gehe, Städtebaufördermittel zu beantragen, Kulturstiftungen anzuschreiben und auf die Suche nach (privaten) Investoren zu gehen. Bis zum 1. Juni muss der Antrag auf städtebauliche Mittel gestellt sein. Erwartet wird ein Zuschuss, der zwei Drittel der Gesamtkosten deckt. „Das UZW ist ein Knaller, ein großer Schatz, den wir jetzt heben wollen“, appellierte Baron an die Zuhörer, die „wie eine Wand“ hinter dem Projekt stehen sollten.

Nicht nur auf den Imagegewinn, sondern auch auf den wirtschaftlichen Profit, den das UZW mit sich bringen würde, verwies Claudia Olberding. Bei einer Realisierung gelte es allerdings, weitere Hotelbetten oder auch ein Jugendgästehaus zu schaffen, beantwortete sie eine entsprechende Frage des CDU–Ratsherrn Stephan Rollié.

Bessere Präsentation

Wie Olberding weiter ausführte, wäre der Verkehrsverein laut aktuellem Vorstandsbeschluss bereit, sein angestammtes Domizil im Rathaus zu verlassen und ins UZW umzuziehen, um dort unter anderem den Ticketverkauf und die touristische Beratung am Counter zu übernehmen. Der neue Standort bringt laut Olberding für den ehrenamtlich tätigen Verein neben mehr Platz und einer besseren Präsentation noch weitere Optimierungen mit sich wie zum Beispiel Ladestationen für E-Bikes, einige Parkplätze sowie Halteplätze für Busse und einen Zugang zu öffentlichen Toiletten. „Wir können bisher zum Beispiel keine Reisebusse in Empfang nehmen“, gab sie zu bedenken. Genaugenommen sei das derzeitige Büro gar nicht auf dem Stand einer zertifizierten Tourist-Info.

An Moderator Wolfgang Sasse war es schließlich, als Fazit der knapp zehnminütigen Fragerunde vor einem „Zerreden“ des Projekts UZW zu warnen. „Das ist heute eine Vision. Ob wir sie uns leisten können, werden wir später sehen“, warb der CDU-Vorsitzende für ein schrittweises Abarbeiten der einzelnen Aufgabenstellungen. Man wisse um die vielen Baustellen in der Stadt und werde nicht träumen, sondern mit realistischen Zahlen arbeiten und die Bürger mitnehmen.

Uta-Maria Kramer
Wildeshausen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2703

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