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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Damit es im Schülerverkehr endlich rund läuft

16.08.2017

Wildeshausen /Landkreis Silke Müller ist als Schülerin nie mit dem Bus zur Schule gefahren. Doch die Rektorin der Waldschule in Sandkrug weiß aus Erfahrung, dass sich Busschüler nicht unbedingt an den Liniennummern orientieren, sondern daran, wo der Bus in der bekannten Farbe steht und wo das vertraute Gesicht des Busfahrers hinterm Lenkrad sitzt. „Wir hatten in einem Vorgespräch darauf hingewiesen, dass Hinweisschilder an den neuen Bussen für die Schüler sinnvoll sind“, sagte Müller am Dienstag im Kreishaus Wildeshausen. Dort erläuterten der Landkreis, das Busunternehmen und der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen, warum der Betriebsstart des neuen Busunternehmens Verkehrsbetriebe Oldenburg Land so viele Probleme mit sich bringt.

„Wir haben ja mit Schwierigkeiten gerechnet“, sagte Schulamtsleiter Maik Ehlers, „doch von den Problemen in dieser Stärke und Intensität waren wir überrascht.“ Zum 1. August hat die Vechtaer Firma Wilmering den öffentlichen Busverkehr und damit auch die Schülerbeförderung übernommen. Als „Verkehrsbetriebe Oldenburg Land“ betreibt das Unternehmen alle 27 Strecken des „Linienbündels Oldenburg West“ mit den Gemeinden Wardenburg, Hatten, Großenkneten, Dötlingen und Wildeshausen.

Die größten Probleme gibt es laut Ehlers im Schülerverkehr zwischen der Gemeinde Wardenburg und der Waldschule in Sandkrug. Dort müssten viele der 300 Busschüler umsteigen. Bei Verspätungen verpassten sie ihren Anschlussbus und kämen zu spät zum Unterricht. Morgens sei es ein Kapazitätsproblem, weil anfangs auf einzelnen Strecken nicht genügend Busse unterwegs gewesen seien. Mittags hätten Schüler Orientierungsprobleme, welcher Bus der richtige sei. Die neuen Busse sind alle weiß und gelb lackiert.

„So wie jetzt kann es nicht weitergehen“, sagte Ehlers und kündigte Veränderungen an. Der Landkreis und das Busunternehmen haben dreierlei vor. Zum einen wird in der Waldschule eine große Tafel montiert. „Darauf steht, welcher Bus wohin fährt“, so Ehlers. Zum anderen sollen an die Scheiben der Busse Schilder geklebt werden, welche Route ein Bus nimmt und wo Endstation ist. Ferner sollen die Eltern der 300 Busschüler in den Gemeinden Wardenburg und Hatten angeschrieben werden. Das war bislang versäumt worden. Insgesamt, so Ehlers, fahren 7000 der 16 000 Schüler im Landkreis Oldenburg per Bus zur Schule.

Probleme gibt es auch auf der Linie 270. Der „Huntesprinter“ – laut Ehlers die Hauptschlagader im ÖPNV des Landkreises Oldenburg – pendelt zwischen Oldenburg und Wildeshausen. Hier gebe es teilweise erhebliche Verspätungen, die sich auch auf die Anschlussverbindungen von Schülern des Graf-Anton-Günter-Gymnasiums auswirkten. Ehlers: „Wenn wir das Problem lösen, haben wir viele Probleme gelöst.“ Ein neuralgischer Punkt sei die Haltestelle Kirchhatter Markt.

Nach Aussagen von Reiner Bick, stellvertretender Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen, würden jetzt die einzelnen Fahrpläne unter die Lupe genommen und nachjustiert. „Wir müssen uns einzelne Fahrtrouten noch einmal genau anschauen“, so Bick. Es müsse bedacht werden, dass der Vorgänger Weser-Ems-Bus jahrzehntelang diese Strecken bedient hätte und einzelne Routen auch mal angepasst worden seien.

Wie Busunternehmer Leo Wilmering berichtete, sind 52 größtenteils neue Busse mit 75 Fahrern im Einsatz. Vor Betriebsbeginn seien die Fahrer mit Testfahrten geschult worden. Um den Fahrplan beim Huntesprinter einzuhalten, würden für den Fall von Verspätungen jetzt Ersatzbusse bereitgestellt. „Die Situation wird von Tag zu Tag besser“, schaute nicht nur Wilmering optimistisch in die Zukunft.