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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Coronavirus In Wildeshausen: Böse Überraschung am Rande

24.06.2020

Wildeshausen /Landkreis Es war eine Randnotiz in der Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses des Landkreises Oldenburg am Dienstagnachmittag im Wildeshauser Kreishaus: In einem Schlachtbetrieb sei es zu einem Coronavirus-Ausbruch gekommen, das Ausmaß sei noch nicht ganz klar, teilte der ärztliche Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Leonhard Hamschmidt, mit.

„Unverzüglich gehandelt“

Dieser eher beiläufigen Bemerkung war ein Vortrag Hamschmidts vorausgegangen: Er fasste die Corona-Krise deutschlandweit, aber auch aus Sicht des Landkreises zusammen (siehe Infobox). Unter anderem ging er auch auf die Testung von Mitarbeitern in Schlachtbetrieben ein. Dies sei eine „Mammut-Aufgabe“. Dass mit dem erwähnten Schlachtbetrieb die Firma „Geestland-Putenspezialitäten“ (GPS) in Wildeshausen gemeint war und 23 Werkvertragsbeschäftigte infiziert sind, kam unter dem letzten Tagesordnungspunkt „Anfragen und Anregungen“ zur Sprache: SPD-Mann Thore Güldner zückte sein Handy, um sich zu informieren. Zwölf Mitarbeiter wohnen im Landkreis Oldenburg, vier kommen aus dem Landkreis Vechta. Sozialdezernent Jürgen Ohlhoff teilte mit, dass ab diesem Mittwoch alle 1100 Mitarbeiter getestet würden.

Virus im Landkreis

Einen Bericht zur Entwicklung der Corona-Pandemie im Landkreis Oldenburg lieferte Dr. Leonhard Hamschmidt.

Er nannte die Eckdaten: Im Landkreis gab es am 9. März den ersten Corona-Fall. Am 20. März bildete sich der Krisenstab, am 21. März ging die Warnung vom Landkreis an die Pflegeheime. Am 27. März wurde ein erster Ausbruch in einem Pflegeheim, dem Wildeshauser Atrium, festgestellt.

Ab April kooperierten das Wildeshauser Krankenhaus Johanneum, das Klinikum Delmenhorst und das Krankenhaus Stenum miteinander, um auf eine erhöhte Anzahl an Erkrankten vorbereitet zu sein. 25 Beatmungsgeräte wurden bestellt (zehn wurden ausgeliefert) und Fachpersonal (170 Personen) rekrutiert.

Ab 20. April folgten erste Lockerungen. Vom 9. bis einschließlich Sonntag, 21. Juni, waren im Landkreis keine neuen Infektionen gemeldet worden. Am Montag wurden zwei gemeldet, am Dienstag zwölf.

GPS-Geschäftsführer Norbert Deeken: „Wir haben unverzüglich gehandelt, arbeiten eng mit der Behörde zusammen und wollen rasch Klarheit schaffen. Daher haben wir uns ohne zu zögern zu dieser umfangreichen Maßnahme entschlossen.“

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Ein großer Teil der Werkvertragsbeschäftigten miete sich laut PHW-Gruppe („Wiesenhof“), zu der „Geestland“ mehrheitlich gehört, privat eine Wohnung. Es sei daher rein rechtlich nicht möglich, diese Wohnräume zu kontrollieren. „Die Wohnungen, die von dem Werkvertragsarbeitgeber zur Verfügung gestellt werden, werden von einem unabhängigen Zertifizierer regelmäßig unangekündigt kontrolliert.“

Zudem habe das Unternehmen im Sinne des Infektionsschutzes die strengen Hygienevorschriften nochmals verschärft: Diese würden allen Beschäftigten in mündlicher wie schriftlicher Form über Aushänge und Monitore fortwährend in ihrer jeweiligen Muttersprache zur Verfügung gestellt. Dazu zählten unter anderem die „intensive Schulung aller Beschäftigten“ auf das Hygienekonzept, die „umfassende Sensibilisierung“, die „Schaffung von zusätzlichen Pausenräumen zur Einhaltung der Abstandsregelungen“ sowie die „komplette Trennung der unterschiedlichen Arbeitsschichten, um eine potenzielle Ansteckung so gering wie möglich zu halten“. Zudem gelte eine 14-tägige „vorsorgliche Quarantäne-Pflicht für alle Beschäftigten, die aus einem Risikogebiet zurückkehren“.

„Deutsche Bedingungen“

Die PHW-Gruppe geht in der Mitteilung zudem auf die Arbeitsbedingungen ein: Demnach arbeite die Gruppe ausschließlich mit deutschen Werkvertrags- und Leiharbeitsfirmen zusammen. Die Arbeitnehmer würden „vollständig zu deutschen Bedingungen“ arbeiten, heißt es weiter. „Das heißt, dass die Werkvertragsarbeitgeber mindestens den tariflich vereinbarten Mindestlohn zahlen, der aktuell bei 9,35 Euro liegt.“

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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