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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Gesundheit: Engpässe bei Atemschutzmasken

30.01.2020

Wildeshausen /Landkreis Schon vier Menschen haben sich in Deutschland bereits mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Es kann Atemwegsprobleme, aber auch eine gefährliche Lungenentzündung auslösen. Unsere Zeitung fragte nach, wie Ärzte, Apotheken und weitere Fachleute im Landkreis Oldenburg mit dem Thema umgehen.

Wie ist die Situation beim Kreisgesundheitsamt?

Welche Symptome Treten denn auf?

Das Corona-Virus mit dem vorläufigen Namen 2019 - nCoV kann neben Fieber und Husten schwere Atemwegsprobleme verursachen. Im Hauptverbreitungsland China sind nach offiziellen Angaben der Regierung bereits mehr als 120 Menschen an der Infektion gestorben – die meisten davon ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen.

In Deutschland sind bisher offiziell vier Fälle bestätigt. Die Infektionskrankheit äußert sich in Form einer atypischen Lungenentzündung, die tödlich enden kann. Übertragen wird das Coronavirus allem Anschein nach wie das SARS-Virus durch Tröpfcheninfektion, weshalb hustende und niesende Patienten hohe Ansteckungsgefahr bedeuten.

Seit Anfang der Woche sind Anfragen im zweistelligen Bereich beim Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg eingegangen, wie dessen Ärztlicher Direktor Dr. Leonhard Hamschmidt am Mittwoch auf Anfrage sagte. Gefragt werde insbesondere nach der Ansteckungsgefahr oder dem Verlauf der Krankheit. „Die Symptome sind ähnlich wie bei der Grippe“, so Hamschmidt. Gewöhnliche Coronaviren verursachten meistens milde Erkältungssymptome mit Husten und Schnupfen. Bestimmte Coronaviren können aber auch schwere Infektionen der unteren Atemwege verursachen und zu Lungenentzündungen führen. Hamschmidt warnte vor Panikmache. In Deutschland gebe es jährlich rund 10 000 Tote durch die Grippe. Das Coronavirus sei damit längst nicht zu vergleichen.

Ist die Infrastrukturhierzulande ausreichend?

Ja, sagt Mediziner Dr. Hamschmidt. In Deutschland halte jede medizinische Einrichtung die entsprechende Infrastruktur bei hoch ansteckenden Krankheiten vor. Im Fall von Verdachtsfällen greifen Präventionsmaßnahmen gegen Tröpfchen-Infektionen – hierzu gehören das Tragen eines mehrlagigen Mund-Nasen-Schutzes, die Unterbringung in einem Isolierzimmer möglichst mit Vorraum, und zusätzlich vom Personal die Verwendung von Schutzkleidung, Schutzbrille, sogenannten FFP-2-Masken als Atemschutz und Handschuhen.

Ist die Nachfrage nach Mundschutz gestiegen?

„Die Menschen sprechen über das Coronavirus, aber die Lage ist ruhig“, sagt Apotheker Norbert Tenkhoff in Sandkrug. Noch habe es in seiner Fortuna-Apotheke keine Nachfrage nach dem Mundschutz gegeben. Kein Thema sind die Masken in der Wildeshauser „Zana-Apotheke“, wie Apothekerin Hildegard Brunemund weiß.

Sieben tipps zur Prävention

1. Hände waschen! Die Hüllen der Grippeviren sind anfällig gegenüber Seife und Desinfektionsmittel. 2. Desinfektionsmittel bereit halten! 3. Tummelplatz für Viren meiden: Türklinken oder Haltegriffe im Bus können mit Keimen belastet sein. 4. Handhygienisch handeln: Desinfektionsstationen wie in Krankenhäusern oder Alten- und Pflegeheimen sollten beim Betreten und Verlassen genutzt werden. 5. Nicht in die Hand husten! Erkrankte sollten in die Ellenbogenbeuge husten. 6. Mundschutz tragen! Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung wird so reduziert. 7. Immunsystem stärken! Eine gesunde, ausgewogene Ernährung, Bewegung und regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft stärken die Abwehr.

Ganz anders dagegen die Situation in der Wildeshauser „Markt-Apotheke“: Masken der Schutzklasse FFP-2 seien restlos ausverkauft, so Apothekerin Anke Kathmann. Die höchste Schutzklasse FFP-3 sei nur noch schwer zu beschaffen. Auch in Hude stieg die Nachfrage nach Masken seit Anfang der Woche leicht an. „Alle Apotheken hier im Umkreis werden nicht mehr mit Mundschutzmasken beliefert; die sind ausverkauft“, sagt Apotheker Axel Schwirtz von der „Flores Apotheke“. Er erhalte auch viele Nachfragen zum Thema Coronavirus insgesamt. Die „Apotheke am Schützenplatz“ in Hude habe zwar noch Papiermasken, jedoch keine spezifischen Partikelfilter-Masken, so Inhaberin Birgit Halfter. „Es besteht überhaupt kein Grund, mit einer Maske herumzulaufen“, so die Apothekerin. Nachgefragt werde, aber wenig. Statt Coronavirus stünde die Grippe eher im Zentrum der Kundengespräche, sagt Halfter.

In den beiden Apotheken in der Gemeinde Großenkneten ist die Nachfrage nach Masken in den vergangenen Tagen spürbar angestiegen. Sowohl die Ahlhorner Apotheke als auch die „Heide-Apotheke“ in Großenkneten meldeten am Mittwochmittag: „ausverkauft“. Dabei hatten sie allerdings auch nur kleine Mengen vorrätig, da das Produkt bisher nur ganz selten nachgefragt worden sei. Nachschub sei aktuell nicht zu bekommen, hieß es unisono. Schlagartig ausverkauft waren die Masken ebenso in der Apotheke in Neerstedt: Die einschlägigen Händler könnten zudem nichts mehr nachliefern, sagte Leiterin Margret Müller.

Dagegen hält sich die Nachfrage nach Tuchmasken in der „Lethe-Apotheke“ in Wardenburg noch in Grenzen, so die Auskunft von Manuela Kieler, Pharmazeutisch-Technische Assistentin (PTA). Eine Kundin wollte hochwertigere Atemschutzmasken mit Ventil für ihre Tochter kaufen, die für das Studium in einem Labor arbeite. Dieser Typ sei aber ausverkauft. Bekannt wurde im Kreis auch der Fall einer Frau, die in einer Apotheke alle Tuchmasken aufkaufte, um sie zu Verwandten in China zu schicken.

Werden Reisen nach
China storniert
?

Im Wildeshauser Reisebüro Brockmann ist das noch kein Thema unter Kunden, so Inhaber Martin Brockmann. Erste Veranstalter hätten aber bereits Reisen abgesagt.

NWZonline.de/gesundheit
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