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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Landkreis rügt Wasseranalyse

14.09.2017

Wildeshausen /Landkreis „Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser.“ Das sind die ersten Worte, die in einer öffentlichen Mitteilung des VSR-Gewässerschutzes zu lesen sind. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung konnten Bürger Wasserproben ihrer Brunnen im Labormobil des Vereins in Wildeshausen abgeben.

Das Ergebnis: In 40 Prozent der untersuchten Proben lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Das Wasser 39 privat genutzter Brunnen aus dem Raum Dötlingen, Harpstedt, Colnrade und Wildeshausen wurde analysiert. Die höchste festgestellte Nitratbelastung lag in Wildeshausen bei 98 Milligramm pro Liter. In Düngstrup betrug der höchste Wert bei 121 Milligramm, in Dötlingen bei 77 Milligramm. „Damit in Zukunft die Nitratbelastungen im Grundwasser abnehmen, bedarf es ein Umdenken bei den Landwirten und landwirtschaftlichen Verbänden“, teilt der Verein weiter mit.

„Wir sehen die Ergebnisse kritisch“, sagte dazu Dieter Hahn, Amtsleiter für Bodenschutz und Abfallwirtschaft beim Landkreis Oldenburg. Für ihn seien die Ergebnisse nicht überraschend. Der Landkreis wisse um die Problematik der Nitratbelastung. „Die Diskussion ist alt.“ Er sieht vor allem die Vorgehensweise der Wasseranalyse kritisch: Man wisse bei den Proben, die im Labormobil abgegeben worden sind, nicht, woher genau diese stammen. Hahn betonte weiter, dass die Dokumentation eine Grundvoraussetzung für verwertbare Messergebnisse ist: Wo und wann wurde die Probe entnommen? Der Amtsleiter machte zudem darauf aufmerksam, dass der Landkreis ein eigenes Messnetz von mehr als 50 Brunnen hat. Die Nitrat-Ergebnisse für das Jahr 2017 werden Ende Oktober im Fachausschuss vorgestellt.

Auf Distanz ging auch der Pressesprecher des OOWV (Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband), Gunnar Meister, auf Nachfrage der NWZ: „Zu den Untersuchungen des VSR-Gewässerschutzes können wir keine Aussage treffen.“ Er betonte, dass zwischen Grundwasser und Trinkwasser unterschieden werden müsse. Was nämlich das Trinkwasser anginge, müssten sich die Wildeshauser keine Gedanken machen. „Der Nitratgehalt hier ist verschwindend gering.“ Der OOWV betreibt 15 Wasserwerke in seinem Verbandsgebiet. „Die Nitratwerte im Trinkwasser der Wasserwerke Großenkneten (5,6 Milligramm), in Wildeshausen (1,1) und Harpstedt (0,93) bewegen sich weit unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes.“

Dass erhöhte Nitratwerte im Grundwasser unter anderem durch den Nährstoffüberschuss durch Gülle und Gärreste verursacht werden, sei dem OOWV bewusst. „Wir kooperieren mit vielen Landwirten. Sie wirtschaften auf freiwilliger Basis nach besonderen Regeln des Grundwasserschutzes“, so Meister. „Der Grundwasserschutz hängt nicht vom Geschäftsmodell des einzelnen Landwirts ab. Entscheidend ist die pflanzenbedarfsgerechte Düngung.“