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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Landkreisweite Suche nach Netz

21.10.2017

Wildeshausen /Landkreis „Dünsen ist ein einziges Funkloch“ oder „In einigen Ecken in Großenkneten ist überhaupt kein Netz“ – die Kommentare im Internet über die Funklöcher im Landkreis Oldenburg überschlagen sich. „Wo gibt es denn überall keinen Empfang?“, lautete die Frage, die die NWZ am 11. Oktober unter einem Artikel bei Facebook stellte. Der Artikel bezog sich auf die Gemeinde Hude, die jetzt – wie andere Gemeinden auch – nach Funklöchern sucht. Es folgten fast 100 Kommentare. Bei einem zweiten Aufruf meldeten sich mehrere Tage in Folge erneut Handynutzer.

Zusammenarbeit

Die Orte, Straßen und Zugverbindungen, die genannt wurden, erstrecken sich über die gesamte Landkreis-Karte: von Achternmeer bis Wüsting. Dass der Landkreis ein löchriges Funknetz hat, ist den Verwaltungen bekannt. Deshalb wollen sie etwas dagegen tun. Alle Landkreise in der Region Weser-Ems, darunter auch der Landkreis Oldenburg, haben sich zusammengeschlossen, um die Mobilfunklöcher zu beseitigen, erklärt Reiner Fürst, Kämmerer beim Landkreis Oldenburg. Federführend dabei ist der Landkreis Cloppenburg.

Mithilfe von Umfragen finden die Gemeinden und Städte heraus, wo sich Funklöcher befinden. So auch in Wildeshausen. Immer wieder hätten Verbraucher auf Funklöcher hingewiesen, Auswirkungen gebe es unter anderem auf die Wirtschaft. Mit der Umfrage sollen die Lücken lokalisiert werden, sagt Claus Marx, Wirtschaftsförderer der Stadt Wildeshausen. Noch bis zum 25. Oktober haben Bürger die Möglichkeit, unter www.wildeshausen.de an der Umfrage teilzunehmen. „Bisher haben wir 125 Rückmeldungen. Es läuft gut. Damit hatte ich nicht gerechnet.“ Ursprünglich sei die Umfrage für Wildeshauser gedacht gewesen, sagt Marx. Es hätten sich aber auch Bürger aus Dötlingen oder Großenkneten gemeldet – deshalb sei es nun eine landkreisweite Umfrage.

Die Ergebnisse teilt Marx wiederum dem Landkreis mit. Dort werde daran gearbeitet, die Lücken zu schließen, erklärt Fürst. Das mache der Landkreis nicht alleine, sondern bekomme dabei Hilfe von einem Planungsbüro. „Für das entsprechende Know-how brauchen wir technische Betreuung.“

Eine rathausinterne Befragung führte die Gemeinde Dötlingen durch. Unter anderem seien Mitarbeiter des Bauhofs beauftragt worden, Funklöcher zu melden, sagt Bürgermeister Ralf Spille. Der Grund: Die Mitarbeiter kommen in der Gemeinde während ihrer Arbeitszeit viel herum. „Ein Flickenteppich. Es ist teilweise wirklich mau“, sagt Spille über die Ergebnisse, die an den Landkreis weitergeleitet worden sind.

Gutes Netz an Autobahn

Ähnlich wie die Gemeinde Dötlingen geht auch die Samtgemeinde Harpstedt bei der Erfassung der Mobilfunklöcher vor. Die Mitgliedsgemeinden seien von der Verwaltung aufgefordert worden, Funklöcher zu benennen, sagt Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse. Beispielsweise durch Vereine oder Räte seien die Löcher zusammengetragen worden. Die Liste sei lang – für Wöbse aber nichts Neues.

„Es gibt wenige Bereiche, wo die Netze gut funktionieren.“ Auffällig sei, dass der Bereich an der Autobahn in Prinzhöfte auf einmal ein gutes Netz aufweise. Logisch: An der Autobahn werde die Infrastruktur eher verbessert als in ländlichen Gegenden. Wöbse begrüßt die Weser-Ems-Initiative zur Zusammenarbeit. So könnten die Verwaltungen bei Mobilfunk-Unternehmen mehr Gehör bekommen.

Die Suche nach Mobilfunklöchern beginnt auch in der Gemeinde Großenkneten. Schwachstellen melden Bürger an Sebastian Wedermann per E-Mail unter sebastian.wedermann@grossenkneten.de im Kneter Rathaus. Die Meldung sollte hierbei die Adresse beziehungsweise einen Straßennamen, den Mobilfunkanbieter sowie die derzeitige Versorgung enthalten.

Innerhalb der vergangenen Woche sind im übrigen allein in Hude mehr als 60 Rückmeldungen eingegangen, meldet die Verwaltung.

DAS SAGEN

UNTERNEHMEN

Wie bewerten Mobilfunknetzbetreiber die Netz-Ausbausituation im Landkreis? Die

Vodafone: „Im Landkreis Oldenburg haben wir in den besiedelten Gebieten eine Outdoor-Versorgung von über 99 Prozent. Sogar innerhalb ihrer Gebäude können über 90 Prozent der Einwohner im Kreis Oldenburg mit dem Handy telefonieren. Vodafone hat allein in diesem Landkreis bereits über 8 Millionen Euro in den Ausbau und die Komplett-Modernisierung des Mobilfunknetzes investiert und die Zahl der Mobilfunk-Basisstationen auf 39 gesteigert. (...) Auch haben wir im Rahmen des größten Netzausbau- und Netz-Modernisierungsprogramms unserer Geschichte an allen Mobilfunk-Standorten im Landkreis Oldenburg die zuvor installierte, ältere Mobilfunktechnik ausgebaut und durch die neueste High-Tech-Generation ersetzt. (...) Insgesamt befindet sich das Vodafone-Netz im Landkreis Oldenburg somit in einem guten Zustand. Allerdings setzen Topographie, Witterung und Vegetation dem Wirkungsradius der Mobilfunktechnik physikalische Grenzen. Daher haben nicht alle Kunden zu jeder Zeit im Landkreis Handy-Empfang. (...) Für die nächsten zwölf Monate haben wir in unserem Mobilfunknetz im Landkreis Oldenburg LTE-Nachrüstungen an zwei bestehenden Standorten sowie einen kompletten Mast-Neubau geplant.“

Telekom: „Der Landkreis Oldenburg ist ein von der EMVU-Diskussion (Elektromagnetische Umweltverträglichkeit) geprägter Landkreis. Die Angst vor elektromagnetischen Feldern ist hier offensichtlich ausgeprägter als in anderen Teilen der Republik. Vor diesem Hintergrund werden viele Standortgenehmigungen nicht gegeben (...). Entsprechend unserem Ziel im kommenden Jahr über 95 % der Bevölkerung zu versorgen, planen wir in allen Gemeinden zusätzliche Standorte zur Netzverdichtung (...) aufzubauen. Wildeshausen selbst ist übrigens schon sehr gut versorgt.“

Telefónica (O2): „Beim Ausbau folgt Telefónica dem Bedarf der Kunden, Telefónica geht folglich konsequent nutzenorientiert vor. Daher errichtet Telefónica vor allem vorrangig dort Mobilfunkstationen, wo die Kunden diesen Standard für die Nutzung ihrer Anwendungen tatsächlich benötigen. Der Fokus liegt hierbei weiterhin auf den Regionen, in denen die Kunden leben und arbeiten.“

DAS SAGEN

FACEBOOK-NUTZER

Mehr als 100 Kommentare gab es auf der Facebookseite der NWZ Oldenburger Kreiszeitung. Darunter waren Beschwerden und Sorgen.

Inge W. „Oh man, das bedeutet wohl noch mehr Funkmasten? :/ Ich frag mich manchmal, ob es wirklich notwendig ist, dass wir auch in Hintertux erreichbar sind. Bei meinen Eltern habe ich auch null Empfang. Tatsächlich etwas gewöhnungsbedürftig aber, wenn man mal ehrlich ist, auch entspannend. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Strahlenbelastung dieser Masten nicht zu unterschätzen ist...“

Heinz-Jürgen G. „Dünsen ist ein einziges Funkloch. Weder D1 noch D2 ist ausreichend.“

Jan F. „Ich habe LTE und trotzdem keinen Empfang... da kann betrieben werden was will...“

Stefan R. „Dötlingen / Ostrittrum & Großenkneten / Amelhausen. Wir sind selbstständig und gehen zum Telefonieren bei Wind und Wetter vor die Tür, um den Kunden zu sagen, dass sie auf Festnetz anrufen müssen.“

Manuela H. „Sobald man Wildeshausen verlässt, ist der Empfang, wenn man Glück hat, auf E. Unsere Tochter ist zurzeit für ein Jahr in Südafrika und hat dort, zum Beispiel in einem Zebra Nationalpark, 3G! Finde den Fehler!“

Andreas H. „Rund um die Autobahnabfahrt Sandkrug, Ecke Wikinger Straße/Oldenburger Straße, Korsorsstraße in Südmoslesfehn... Funkstille.“

Stephan S. „Holzhausen. Ich muss etwa 30m von der Firma weg, um mobil zu telefonieren. Und 60m, um schwach ins Internet zu kommen. Wir haben dieses Jahr nach 1,5 Jahren nach Antrag einen Festnetzanschluss bekommen. Aber ohne Internet, das ist in Holzhausen nicht möglich. Ich bin wohl der einzige Onlineshop-Betreiber ohne Internetanschluss.“

Wencke I. „Tungeln, seit Zusammenlegung von O2 und Eplus ist der Mobilfunkempfang nicht mehr zu gebrauchen.“

Lukas S. „Achternmeer... da musst du noch per Walkie-Talkie kommunizieren! Handy hast da nischt! Kein inet und kein Netz“

Thorsten H. „In Wildeshausen gibt es Krater, keine Löcher.“

Marlene O. „Auf dem Hof gehts noch, aber im Haus sagt das Smartphone nichts...“