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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Viele offene Fragen und ein Kompromiss

05.04.2019

Wildeshausen Ein lebhafter Schlagabtausch, viele offene Fragen und ein Kompromiss: Spannend verlief der zweite öffentliche Meinungsaustausch, zu dem die Interessengemeinschaft (IG) „Naherholungsgebiet Himmelsthür“ am Mittwochabend in die Wildeshauser Gildestube eingeladen hatte. Mehr als 50 Interessierte, darunter diverse Ratsmitglieder, nutzten die Gelegenheit, zu diskutieren, wie man das in einigen Jahren nahezu „leer gewohnte“ Gelände der Behindertenwohneinrichtung Diakonie Himmelsthür schonend und umweltverträglich nachnutzen kann.

Aktuelle Baupläne

Hintergrund sind aktuelle Baupläne der Diakonie. Die Großeinrichtung strebt im Zuge der Inklusion prinzipiell zwar weiterhin eine dezentrale Unterbringung ihrer ehemals mehr als 400 Bewohner an, möchte einige jedoch auf dem 40 Hektar großen, idyllischen Waldgrundstück belassen. In diesem Zuge sollen drei Häuser mit jeweils zwölf Zimmern für Autisten bzw. Menschen mit erhöhtem Assistenzbedarf am Zuschlagsweg unweit des Hauses „Herzogin Elisabeth“ gebaut werden. Weitere 40 Schwerbehinderte sollen im Haus „Herzogin Elisabeth“ selbst wohnen bleiben. Die Baupläne, die größere Baumfällungen und die Aufstellung eines Bebauungsplanes vonnöten machen, stoßen auf großen Widerstand bei vielen Bürgern. Allein 420 Unterschriften gegen das Vorhaben überreichte die IG am Mittwochvormittag Bürgermeister Jens Kuraschinski.

Rainer Kolloge von der UWG stellte eingangs gleich klar, dass die Unabhängige Wählergemeinschaft den Planungen der Diakonie relativ kritisch gegenüber stehe. Der Wald auf dem historischen Areal müsse unbedingt geschützt werden. Generell sei die Nachnutzung des Geländes jedoch „unglaublich schwierig“, denn „es muss immer jemand gefunden werden, der dort eine wie auch immer ausgerichtete Einrichtung betreibt“. Eine Wohnbebauung hält Kolloge nicht für sinnvoll. Angesichts all der aktuellen Bauvorhaben könne man schon jetzt mit einem Überhang an Wohnungen in ein paar Jahren rechnen.

„Bald kein Baum mehr“

Artur Gabriel, Anwohner und ehemaliger Ratsherr, fragte kritisch nach, warum die Diakonie nicht einfach dort baue, wo sie zuvor Häuser abgerissen habe. Er sei grundsätzlich gegen die Aufstellung eines Bebauungsplanes, „denn dann steht da auf Dauer kein Baum mehr“. Dafür gab es Applaus der Anwesenden.

weitere Aktionen und politische Beratung

Ihre künftigen Aktionen und Projekte hat die Interessengemeinschaft (IG) „Erholungsgebiet Himmelsthür“ im Anschluss an die anderthalbstündige Diskussion geplant.

Vorgesehen ist, sich fortan monatlich im kleinen Kreis zu treffen, um weiterhin für den naturnahen Erhalt des bewaldeten Diakonie-Areals zu kämpfen. Nächstes Treffen ist am 26. April.

Politisch beraten wird der Antrag der Diakonie Himmelsthür am Donnerstag, 25. April, um 17.30 Uhr im Stadtentwicklungsausschuss und um 18.15 Uhr im Bauausschuss.

Jörg Arendt-Uhde, Regionalgeschäftsführer der Diakonie, nahm den Ball auf und skizzierte kurz die weiteren Konversionspläne seiner Einrichtung. „Wenn es keine Nachnutzung gibt, werden wir dort jedes einzelne Gebäude allein schon aus Sicherheitsgründen abreißen, denn wir können keine Ruinen riskieren.“ Die Schwierigkeit der Nachnutzung betonte auch er. Es habe bislang diverse Pläne und Begehungen gegeben, aber geführt habe das alles zu nichts.

Als Reaktion auf den heftigen Bürgerprotest hatte Arendt-Uhde aber auch einen „Plan B“ parat. „Wir können auch 100 Meter vom eigentlich geplanten Standort bauen, wo heute noch das zum Abriss bestimmte Haus ,Waldfrieden‘ steht“, verkündete er. In diesem Fall müssten deutlich weniger Bäume gefällt werden, und die aus praktischen Gründen erforderliche Nähe zum Haus „Herzogin Elisabeth“ sei nach wie vor gegeben. Einen Plan C werde es aber nicht geben.

„Es geht um Menschen“

Bis 2023 wolle die Diakonie mit dem Großteil ihrer Bewohner das Gelände verlassen haben. Übrig blieben circa 80 Personen, für die eine dezentrale Art des Wohnens weder erwünscht noch geeignet sei. „Es geht hier um Menschen!“, appellierte Arendt-Uhde an die Diskussionsteilnehmer.

Was passieren würde, wenn die Diakonie ganz weg zöge, machte Kolloge deutlich: „Wir verlieren dann einen großen Arbeitgeber.“

Klar wurde im Laufe des Abends auch, dass die recht abstrakten Stadtkonferenzen von 2017/2018 zur gemeinsamen Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzepts „Wildeshausen 2030“ selbst an vielen politisch interessierten Bürgern vorbeigegangen sind. Ein Thema war hier nämlich auch die brisante Nachnutzung des Diakoniegeländes, das dort als „Stadtquartier Himmelsthür“ firmiert.

Entsprechende Kritik des CDW-Ratsherrn Jens-Peter Hennken, der sich dabei eine stärkere Bürgerbeteiligung gewünscht hätte, ließen die Anwesenden nicht auf sich sitzen und forderten ein, ihre Ideen jetzt in die zuständige Arbeitsgruppe einbringen zu können. „Ich nehme das gerne mit“, versprach Hennken. Noch sei man ergebnisoffen am Sammeln.

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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