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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Ein „Schnoor“ für Wildeshausen

21.02.2018

Wildeshausen Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen für die dritte Stadtkonferenz zum Entwicklungsplan „Wildeshausen 2030“. Sie ist für Dienstag, 24. April, im historischen Ratssaal geplant. Zur Konferenz im Herbst 2017 kamen mehr als 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger. In zwei nicht-öffentlichen Workshops diskutieren Betroffene – vom Anlieger bis zum Wasserverband – derzeit über die Entwicklung des „Quartiers Huntetor“, wie Daniela Baron vom Stadtmarketing erklärt.

Wie ist der Stand der Entwicklung?

Räumliche und thematische Entwicklungskonzepte in der Wildeshauser Innenstadt sollen erstellt werden für die Bereiche
 - Quartier Huntetor, - Marktplatz, - Quartier St. Peter, - Bahnhofstraße.

Um Projekte realisieren zu können, will sich die Stadt um Städtebaufördermittel bewerben. „Eine Förderung von bis zu zwei Dritteln der Gesamtkosten ist möglich“, sagt Baron. Jedoch stehen die Verantwortlichen unter Zeitdruck: Bis zum 1. Juni muss das grundlegende Konzept eingereicht werden. Die Arbeiten am städtebaulichen Rahmenplan mit Themenfeldern wie Wohnen, Verkehr, Einzelhandel und Bildung laufen auf Hochtouren. Detailkonzepte zu einzelnen Bereichen könnten nachgereicht werden.

Welche Prioritäten hat die Konferenz gesetzt?

Nach dem Willen der Arbeitsgruppen werden drei Schwerpunkte in Angriff genommen. Dies sind
  das „Quartier Huntetor“, der nördliche Teil der Innenstadt zwischen dem Wall im Westen und im Norden der Hunte sowie der Bereich Zwischenbrücken samt Umfluter.
  das Freizeit- und Erholungsband Hunte, also der Bereich entlang der Hunte vom geplanten Urgeschichtlichen Zentrum (UZW) im alten Feuerwehrhaus bis zum Pestruper Gräberfeld sowie
das Gelände der Diakonie Himmelsthür.

Weil „dringender Handlungsbedarf“ bis zur Abgabe des Konzepts Anfang Juni bestehe, komme zuerst das „Quartier Huntetor“ an die Reihe, erklärt Baron. Letztlich gelte es, einen „Wildeshauser Schnoor“ von Zwischenbrücken bis zur Herrlichkeit zu entwickeln. Das „Schnoor“ ist ein mittelalterliches Gängeviertel in der Altstadt Bremens.

Wie geht es jetzt weiter?

Das Konzept soll auf der dritten Stadtkonferenz am 24. April erneut mit der Öffentlichkeit diskutiert werden. Dann soll der Rahmenplan beschlossen werden, um Fördermittel beantragen zu können. Notwendig sei ein entsprechender Finanzierungsplan, der über mehrere Jahre läuft. Daran muss sich der Stadtrat über den städtischen Haushaltsplan binden.

Wie passt das zu den Bauplänen in Zwischenbrücken?

Heftige Kritik an dem geplanten Abriss der Traditionsgaststätte „Zum Alten Wittekind“ in Zwischenbrücken übt UWG-Fraktionschef Rainer Kolloge: „Es mutet schon fast zynisch an, wenn der Bürgermeister diese Woche im Rahmen des städtebaulichen Entwicklungskonzepts „Wildeshausen 2030“ zu einem Workshop für das Stadtquartier „Huntetor“ einlädt und zwei Tage später mit Unterstützung der Verwaltung der Abriss eines weiteren alten Gebäudes in eben diesem Quartier beschlossen werden soll.“ Da die Abrissgenehmigung für die drei Gebäude der alten Lohgerberei an der Huntestraße dem Vernehmen nach ebenfalls schon vorliegt, gebe es eigentlich nicht mehr viel zu besprechen im Workshop „Stadtquartier Huntetor“, so die UWG in einer Mitteilung.

Besonders verärgert ist die UWG im Übrigen über die Vorlage der Verwaltung zum Abriss in Zwischenbrücken. Aufgrund der in dem Bereich geltenden Erhaltungssatzung könnte ein Abriss untersagt werden, wenn das betroffene Gebäude eine das Ortsbild prägende Wirkung hat oder von städtebaulicher oder geschichtlicher Bedeutung ist. Dies wird für den „Zum Alten Wittekind“ von der Verwaltung ohne nähere Begründung verneint. „Wenn ich durch Zwischenbrücken gehe, sehe ich eigentlich kaum ein Gebäude, das das dortige Ortsbild stärker prägt als die alte Gaststätte“, meint UWG-Ratsherr Heiner Spille. „Würde man die jetzt unansehnlich wirkende Fassade historisch sanieren, wäre das Gebäude neben dem ,Hannoverschen Hof’ ein echter Blickfang.“

Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701

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