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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Grünes Band von City zum Gräberfeld

28.09.2017

Wildeshausen Auf ein großes Echo stieß die zweite Stadtkonferenz zum Entwicklungsplan „Wildeshausen 2030“. Mehr als 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen am Dienstagabend ins Rathaus, um in zehn Arbeitsgruppen zu diskutieren, wo Wildeshausen in zehn oder 15 Jahren stehen soll. „Wir wollen gezielt Projekte und Maßnahmen umsetzen“, so Bürgermeister Jens Kuraschinski in seiner Begrüßung. Von einer „super Beteiligung“ sprach Mittwoch Daniela Baron vom Stadtmarketing.

Worum geht es bei den Stadtkonferenzen?

Bei der ersten Stadtkonferenz im Juni ging es um die Formulierung und Prioritäten. Daraus hat das beauftragte Planungsbüro Ackers und Partner (Braunschweig) den ersten Entwurf einer Entwicklungsleitlinie erarbeitet. Professor Walter Ackers und Christina Kuczyk wiesen auf drei Punkte im „Entwicklungskonzept“ hin:
  Erhalt und Pflege: Hier geht es unter anderem um die Landschaft, um Stadtquartiere und prägende Elemente,
  Qualifizierung und Ergänzung: Gemeint sind funktionale Schwerpunkte, etwa im Bereich Verkehr, sowie
  Entwicklung: Hier werden Defizite aufgezeigt, Entwicklungspotenziale und prägende Elemente benannt.

Wie sieht die Analyse der Fachleute aus?

„Ohne die schöne Landschaft würde es die Stadt nicht geben“, sagte Kuczyk. Eigenarten müssten erhalten, gepflegt und weiter herausgearbeitet werden. Sie erwähnte die Geestlandschaft und die Hunte, aber auch die Wohnquartiere, die den Stadtkern besonders prägen. Herausragende Elemente seien die Wallanlagen. Die Alexanderkirche diene weithin sichtbar als Orientierungspunkt. Weitere prägende Elemente seien die Grünanlagen oder der Autobahn-Anschluss. Das Mittelzentrum sei Sitz der Kreisverwaltung, habe mit dem Johanneum ein regional bedeutendes Krankenhaus und biete mit den Berufsbildenden Schulen (BBS) einen Schwerpunkt im Bereich Bildung. Es gebe viele Gewerbe- und Freizeitangebote.

Wo gibt es mögliche
Konfliktpotenziale
?

Problematisch sei teilweise das Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe, etwa im Bereich der Bargloyer Straße, meinte Kuczyk. Es gebe Leerstände in stadtbildprägenden Gebäuden, etwa in der Huntestraße. Die Verkehrsbelastung am Westring sei zu hoch. Die Straße werde zunehmend unattraktiv für Gewerbetreibende. Außerdem hätten die Ortseingänge, so etwa im Bereich der Ahlhorner Straße, „gestalterische Defizite“. Kuczyk: „Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck!“

Welche Ideen bringt das Planungsbüro ein?

Ein touristisches „Band“ soll die Innenstadt nach Süden entlang der Hunte mit dem Pestruper Gräberfeld verbinden. Für die Quartiere in der Innenstadt müssten Entwicklungskonzepte zur behutsamen Nachverdichtung erarbeitet werden. Der Westring müsse durch eine Straße im Westen entlastet werden. Auch die Verkehrsführung in der Huntestraße und in der Westerstraße müsse geprüft werden. Natürlich möchten die Planer zudem den Bildungsstandort Wildeshausen gestärkt wissen. So könne es ergänzende Angebote an den BBS auf dem Gelände der Privatschule Spascher Sand geben.

Welche Entwicklungsbereiche gibt es?

Die Planer schlagen folgende Bereich vor:
  Zwischenbrücken,
  Delmenhorster Straße/ Harpstedter Straße,
  Freizeit- und Naherholungsband entlang der Hunte,
  Abbau von Nutzungskonflikten,
Diakonie Himmelsthür,
  Identitätsträger: Pestruper Gräberfeld,
  Gewerbeentwicklung,
  Wohnbauentwicklung,
  Ahlhorner Straße.

Räumliche und thematische Entwicklungskonzepte in der Innenstadt sollen erstellen werden für die Bereiche:

1. Quartier Huntetor,

2. Marktplatz,

3. Quartier St. Peter,

4. Bahnhofstraße.

So solle ein Nachnutzungskonzept für Feuerwehrhaus, Lohgerberei und Polizeigebäude erarbeitet werden. Vorstellbar sei, dass ein Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen (UZW) im Feuerwehrhaus untergebracht werden. Aus UZW, die alte Kornbrennerei und die Lohgerberei soll ein „Museumsdreieck“ entwickelt werden. Weitere Freizeitnutzungen an der Hunte sollten im Bereich Herrlichkeit angesiedelt werden. Im Quartier St. Peter solle ein Hotelstandort, für den Gildeplatz ein Gestaltungskonzept geprüft werden. Zudem regen die Planer an, eine Wegeverbindung zwischen dem Bahnhof und dem Krandel zu prüfen.

Welche Prioritäten hat die Stadtkonferenz gesetzt?

Nach dem Willen der Arbeitsgruppen sollen noch in diesem Jahr die drei wichtigsten Handlungsschwerpunkte in Angriff genommen werden. Als wichtigste Themen kristallisierten sich die Quartiersentwicklungen im Bereich des Huntetors (Herrlichkeit, Huntetor, Huntestraße und Zwischenbrücken), des Geländes der Diakonie Himmelsthür und eines Grüngürtels entlang der Hunte vom Huntetor bis zum Pestruper Gräberfeld heraus. Als wichtigstes Einzelthema wurden die Verkehrsführung und der ruhende Verkehr in der Innenstadt benannt.

„Ein solches Konzept ist nicht nur wichtig, damit sich die Stadt planvoll und über Ratsperioden hinweg entwickeln kann, sondern es ist auch die Grundvoraussetzung für das spätere Einwerben von Städtebaufördermitteln“, so Bürgermeister Kuraschinski.

Wie geht es jetzt weiter?

Vorschläge für alle Themen werden durch das Planungsbüro Ackers erarbeitet, erläuterte Baron. Ziel sei es, den Rahmenplan bis Anfang kommenden Jahres fertigzustellen. Das Konzept soll auf einer dritten Stadtkonferenz erneut mit der Öffentlichkeit diskutiert werden. Dann will man den Rahmenplan beschließen, um Fördermittel beantragen zu können.

Für den Bereich Huntetor wurde bereits die Entwicklung eines Quartierkonzepts in Auftrag gegeben, bemerkte Baron.

Weitere Nachrichten:

Himmelsthür | Johanneum | BBS | Spascher Sand | Diakonie