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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Stillen: In Wildeshausen gehen Kinder vor

27.03.2018

Wildeshausen „Für Säuglinge ist Muttermilch das Beste, was es gibt.“ Das sagt Birgitta Oltmanns, Familienhebamme beim Jugendamt des Landkreises Oldenburg. Dass Mütter die Möglichkeit haben, in geschützten Räumen in der Öffentlichkeit zu stillen, sei wichtig, damit sie überhaupt rauskämen. Aber wo ist das Stillen in Wildeshausen noch möglich? Die nwz NWZ hat sich umgehört.

Stillen in Geschäften

Spezielle Räume, in die sich Frauen zum Stillen zurückziehen können, haben die wenigsten Geschäfte. Aufgeschlossen gegenüber stillenden Müttern sind sie allemal: „Wir hatten den Fall noch nicht. Aber wir haben hier bequeme Sessel, auf denen Mütter stillen können. Diese können wir auch in die Kabine schieben, dann haben sie mehr Ruhe“, erzählt Manuela Lührs vom Modegeschäft Rock un Blus. Auch Janet Lindner, Inhaberin der Boutique No. 1, hat kein Problem damit, wenn Frauen in ihrem Geschäft stillen, auch wenn sie keinen gesonderten Raum dafür anbieten kann: „Die Kundin muss selbst entscheiden, ob sie hier stillen will. Zurückziehen könnte sie sich nur in die Umkleidekabine“, bedauert Lindner. „Vielleicht sollte von der Stadt ein öffentlicher Raum zum Stillen und Wickeln gestellt werden“, lautet ihr Vorschlag.

Karin Zarbock von „Moden Baute“ kann sich nicht erinnern, dass je eine Mutter ihr Kind im Geschäft gestillt hätte. Einen gesonderten Raum zum Stillen hätten sie nicht, aber „es wäre doch unverschämt, würde man das nicht zulassen. Das Kind geht immer vor“, ist sie überzeugt.

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Das scheint überhaupt der Tenor zu sein: Das Kind geht vor. So versteht etwa Buchhändler Jens Fröhlke das Problem überhaupt nicht. Frauen können in seiner Buchhandlung ungestört stillen. „Ich halte das für völlig natürlich. Kinder müssen halt gestillt werden“, sagt er lapidar. Ob das Kundinnen sind oder nicht, ist ihm egal: „Als Menschen sind wir für Menschen da, das ist wichtiger als das Geschäft mit Büchern.“ Wer es nicht in Ordnung fände, wenn Frauen zum Stillen ihre Brust entblößten, hätte wohl eher selbst ein Problem, ist Fröhlkes Meinung.

Auch Elke Schumann-Sander von Michaelis Optik findet es selbstverständlich, dass man eine Mutter stillen lässt, wenn es nötig ist – ganz egal, ob es sich um eine Kundin handelt oder nicht. „Wenn ein Kind Hunger hat, muss man sich halt irgendwo reinsetzen. Es ist doch für alle das Angenehmere, wenn die Mami ihr Kind still, anstatt es brüllen zu lassen“, so die Optikerin. Sie räumt allerdings ein, dass sie den Frauen empfehlen würde, sich in eine ruhige Ecke zu setzen, damit andere Kunden nicht abgelenkt würden.

Das sagen Gastronomen

Auch die Gastronomie in Wildeshausen scheint sich einig zu sein:

Stefan Thuns von der „Brasserie Wildeshausen“ hat kein Problem mit stillenden Müttern in seinem Lokal: „Papi wird hier gefüttert, also kann das Kind hier auch gefüttert werden!“ Sein Mitarbeiter Sascha Tölle findet Stillen im Lokal „ganz normal. Das ist ja etwas Menschliches“. Er sei aber schon von Gästen gefragt worden, warum er das zulassen würde, als eine Frau im Lokal ihr Kind stillte. „Aber die setzen sich ja nicht mittenrein. Das ist nicht laut und stört dann doch keinen“, wundert er sich.

Auch in der Bäckerei Meyer hat man kein Problem mit stillenden Müttern – ganz im Gegenteil. „Da bietet man einer Mutter schon mal an, unsere privaten Räume zu nutzen. Im normalen Sozialverhalten sollte das doch drin sein, dass man das gestattet, auch Frauen, die nicht Kundinnen bei uns sind“, stellt Inhaberin Petra Meyer klar. Ebenso positiv sind die anderen Bäckereien in der Wildeshauser Innenstadt auf stillende Mütter eingestellt: Bei der Bäckerei Schnittker etwa hat man kein Problem mit Stillen und auch keine negativen Erfahrungen mit Kunden, die sich über stillende Mütter beschwert hätten. Ebenso wenig im Hotel Wildeshauser Hof. Dieses bietet nach Angaben von Oliver Nicolai Müttern sogar gesonderte Rückzugsräume zum Stillen.

Und wie sieht es aus mit öffentlichen Stillräumen im Stadthaus? Pressesprecher Hans Ufferfilge: „Separate Räume haben wir nicht, aber im Bedarfsfall finden wir immer eine Lösung, damit sich Frauen zurückziehen können. Bislang waren dies aber auch nur Einzelfälle.“

Still-Karte

In der Stadt Oldenburg haben in einer Kampagne bisher mehr als 30 Geschäfte Sticker mit einer stilisierten stillenden Frau am Schaufenster angebracht. Die Aufkleber zeigen: Hier dürfen Mamas stillen. In einer Still-Karte erfahren Eltern, welche Geschäfte dazugehören.

Lesen Sie auch den NWZ-Artikel: Sind stillende Mütter mit Säuglingen willkommen?

Nathalie Meng Redakteurin / Online-Redaktion
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