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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

„Ritt auf Rasierklinge“ bleibt rasant

15.01.2018

Wildeshausen Der gordische Knoten ist noch nicht durchschlagen: Die Schulbusbeförderung in Wildeshausen sorgt weiter für Kritik. „Die Busse, die die Haltestelle Wiekau ansteuern, kommen jeden Tag zu spät und sind viel zu voll“, kritisiert ein betroffener Vater. Statt um 7.27 Uhr würde der Bus meist erst um 7.40 Uhr oder gar 7.45 Uhr eintrudeln. Unterrichtsbeginn am Gymnasium ist aber bereits um 7.55 Uhr. Seine Tochter fahre inzwischen die weite Strecke – wie andere Schüler auch – trotz Busfahrkarte lieber mit dem Fahrrad, um zum Beispiel bei Klausuren nicht zu spät zu kommen.

Kritik aus Baugebiet

Ähnliche Kritik gibt es von den Eltern aus dem neuen Baugebiet „Vor Bargloy“. Auch hier kämen die Busse, die eigentlich um 7.34 Uhr abfahren sollten, fast immer zu spät. Für Ärger sorgte am Wochenanfang auch die Tatsache, dass auf dem Nachhauseweg nicht alle Grundschüler, die die St.-Peter- und Holbeinschule besuchen, mitgenommen werden konnten. Sie mussten sich gedulden, bis der Bus die erste Schülerladung ans Ziel gebracht hatte.

Dieses Problem ist inzwischen dank eines größeren Gelenkbusses gelöst. „Wir müssen nach den Weihnachtsferien immer schauen, wie viele Kinder je nach Witterungslage tatsächlich mitfahren“, erläutert der Vechtaer Busunternehmer Leo Wilmering. Sein Unternehmen betreibt seit dem Schuljahresbeginn alle 27 Strecken des „Linienbündels Oldenburg West“ mit den Gemeinden Wardenburg, Hatten, Großenkneten, Dötlingen und Wildeshausen. Damit verbunden waren einige Umstellungsprobleme wie Verspätungen, Orientierungsprobleme bei den Schülern und Kapazitätsprobleme bei den Bussen.

Ständiges Nachbessern

„Seit August sind wir ständig am Nachbessern und damit auf einem guten Weg“, betont Wilmering. Das betreffe zum Beispiel die Linie 270, bei der seit Mitte Dezember Fahrweg und Fahrplan angepasst seien.

Ähnliches gelte ab dem 1. Februar auch für die Linie 265, die die Wiekau ansteuere. Hier habe der Landkreis nach längerer Beratung seine Zustimmung zu einer Fahrplanoptimierung erteilt. „Wir nehmen auf dem Hinweg von Ahlhorn über Großenkneten einige Haltestellen raus, wie zum Beispiel den Bahnhof in Großenkneten, den auch andere Busse anfahren“, erläutert Wilmering. So spare man Zeit und könne die Wiekau pünktlich um 7.30 Uhr ansteuern.

Um die Verspätungsprobleme vor Bargloy in den Griff zu bekommen, würde Wilmering seine Busse am liebsten einige Minuten früher losfahren lassen. „Im Prinzip müssen wir das Nadelöhr kurz vor den Schulen an der Pestruper Straße um 7.40 Uhr passiert haben, um pünktlich zu sein“, weiß der Busunternehmer aus eigener Erfahrung.

Das könne er jedoch nicht im Alleingang entscheiden, sondern nur im Zusammenspiel mit den Behörden. Es bedeute aber natürlich Mehrkosten, wenn er für die Fahrt künftig generell 40 statt 30 Minuten veranschlage.

Schwieriger Spagat

Den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und optimaler Zeittaktung kennt auch Kreisschulamtsleiter Maik Ehlers. „Das ist ein Ritt auf der Rasierklinge“, meint der leidgeprüfte Schulbusexperte im Kreisamt. „Die Lage ist zwar schon deutlich ruhiger geworden, aber wir sind weiter dran“, konstatiert er. Angesprochen auf die Verspätung auf der Linie 264 vor Bargloy weist er zum einen auf die Besonderheit hin, dass hier der Einsteigevorgang sehr lange dauere. Das liegt unter anderem daran, dass hier relativ viele Schüler ein Ticket kaufen müssen, weil sie „zu nah“ an der Schule wohnen und somit nicht umsonst mitfahren dürfen (NWZ berichtete).

Alle im Blick behalten

Zum anderen könne man nicht einfach die morgendliche Abfahrtszeit mit Blick auf die Gymnasiasten vorverlegen, weil dann die Grundschüler, deren Unterricht erst um 8.15 Uhr beginne, ebenfalls sehr früh ankämen und zum Teil lange vor verschlossenen Türen ständen.

Wie Ehlers zudem betont, ist die Verspätung der Schulbusse auch stark witterungsabhängig. „Bei schlechtem Wetter sind viel mehr Elterntaxis unterwegs, die dann das Durchkommen für die Busse noch schwerer machen“, so Ehlers. Um hier gerade den neuralgischen Punkt „Pestruper Straße“ zu entschärfen, sei man in neuerlichen Gesprächen mit dem Straßenverkehrsamt. In der Vergangenheit wurde die Ampelschaltung in dem zu Stoßzeiten stark frequentierten Schulzentrum bereits mehrfach geändert – ohne durchschlagenden Erfolg.

Neuralgischer Punkt

Überlegt werde zum Beispiel, dass alle Schulbusse nur noch die Haltestelle an der Schillerstraße und nicht mehr die an der Humboldtstraße anführen. Diese Entzerrung würde jedoch weitaus mehr querende Fußgänger bedeuten, die von der Schillerstraße über die Pestruper Straße zum Gymnasium und zur Hauptschule gehen müssten. Bis hier der große Wurf gelungen ist, bleibt den Eltern somit weiterhin nur, aktuelle Probleme zeitnah an den Landkreis weiterzuleiten. Am besten geschieht das per Mail an die Adresse schuelerbefoerderung@oldenburg-kreis.de.

Uta-Maria Kramer
Wildeshausen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2703

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