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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wildeshausen verliert einen Baustein seiner Identität

29.12.2017
Betrifft: Diskussion um den Erhalt der alten Lohgerberei in Wildeshausen

Es ist wirklich ein Jammer, dass wieder einem Stück „Alt – Wildeshausen“ der Abriss bevorsteht. Gerade diese Gassen, Hinterhöfe und lauschigen Plätze sind es doch, die man aufsucht, wenn man im Urlaub ist und derer wegen man weite Strecken auf sich nimmt. Und genau das stellen die Hinterhöfe Benecke dar.

Es ist doch geradezu paradox, dass man sich zeitgleich eines „Mittelalterlichen Marktes“ erfreut und mit Hütten aus Altholz eine heimelige Atmosphäre zu erzeugen versucht, die keine hundert Meter entfernt im Original noch komplett erhalten ist.

Durch den Abriss verliert man wieder einen Baustein, der die Identität einer Kleinstadt wie Wildeshausen ausmacht.

Dabei wären die Voraussetzungen für eine kulturelle, kommerzielle oder gastronomische Nutzung alle vorhanden: Der Innenhof orientiert sich geradezu ideal nach Südwesten zur Sonne. Der Gildeparkplatz ist direkt davor und die Hinterhöfe der erste Blick. Es wäre das Postkartenmotiv schlechthin und der erste Eindruck des Besuchers, den man mitnimmt, wenn man ankommt.

Hier hat man nun die einmalige Gelegenheit, ein Stück Geschichte hinüberzuretten. Andere Städte wären froh, wenn sie auf solche Schätze zurückgreifen könnten.

Diese alten gewachsenen Strukturen sind von entscheidender Bedeutung für eine Stadt. Wenn Sie Ihrem Weihnachtsbesuch Bremen zeigen wollen, gehen Sie doch auch in aller Regel zum Marktplatz, durch die Böttcherstraße und den Schnoor – und zeigen kein Neubaugebiet.

Daher hätte aus unserer Sicht insbesondere die Erhaltung der äußeren Struktur Priorität – der Innenraum muss sich der neuen Nutzung unterordnen, damit es sich rechnet.

(...) Vielleicht könnte man den Besitzern ein lukratives Grundstück zum Tausch anbieten und die Stadt nimmt die Sache selbst in die Hand?

Manchmal werden auch in der Gruppe übereilt Entscheidungen getroffen, die man als Einzelner anders beurteilt hätte und die man später bereut. Obwohl die Würfel bereits gefallen sind, möchten wir daher noch einmal daran appellieren, innezuhalten – bevor die Abrissbagger anrücken, wie schon so oft geschehen.

Kirsten und Stephan Damke
Dötlingen

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