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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Hier sind Mitarbeiter zu 100 Prozent zufrieden

30.04.2018

Wildeshausen Aus seiner Dankbarkeit machte Wilhelm Hoffrogge, Gründer und Geschäftsführer der Wildeshauser Software-Schmiede Hoffrogge GmbH, keinen Hehl. „Der Preis hat eine hohe Bedeutung für uns. Und er fördert das Wir-Gefühl.“ Darum habe er noch unmittelbar vor der Veranstaltung seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informiert und in leuchtende Augen gesehen, sagte Hoffrogge. Gerade hatte er aus den Händen des MIT-Vorsitzenden Ingo Hermes den Wildeshauser Wirtschaftspreis, symbolisch verkörpert durch eine glänzende Skulptur namens „Triumph“, erhalten.

Keine Frage: Mit der Hoffrogge GmbH hat die Jury einen würdigen Preisträger gefunden. Das wurde spätestens deutlich, als Andreas Schalk, bayerischer CSU-Landtagsabgeordneter aus der Partnerstadt Ansbach, im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Mittelstandsvereinigung (MIT) am Freitagabend in der Scheune auf Gut Altona das 2001 gegründete Unternehmen würdigte. Klein gestartet, beschäftige Hoffrogge mittlerweile 50 Mitarbeiter. Die Frauenquote liege bei 44 Prozent. Seit der Unternehmensgründung wurden 36 junge Menschen ausgebildet; aktuell liege die Zahl der Azubis bei neun.

Richtiger Platz

Das Unternehmen biete seinen Kunden maßgeschneiderte Software-Lösungen an. Erstes Ziel sei es, den Konsumenten in Geschäften des Einzelhandels die richtigen Produkte am richtigen Platz anzubieten. Hoffrogge arbeite mit den Großen der Branche zusammen: beispielsweise mit Mondelez, Coca-Cola, Shell oder Unilever. Standorttreue sei für den Wirtschaftspreisträger ein wichtiges Kriterium. Die Mitarbeiterzufriedenheit liege bei dem unglaublichen Wert von 100 Prozent, wie eine Umfrage ergab. Es gebe flexible Arbeitszeitmodelle, Team-Events, eine attraktive Altersvorsorge und sogar einen Fitnessraum in der Firmenzentrale im Spascher Sand Resort.

„Das Unternehmen hat eine Vorbildfunktion“, so der 34-jährige Schalk, der mit seinem Abgeordneten-Mandat kokettierte. „Es ist für einen Politiker eher untypisch, dass er über Dinge spricht, von denen er nichts versteht.“ Der kräftige Applaus der mehr als 200 Gäste war dem gelernten Betriebswirt sicher. Schalk, der zum ersten Mal in Wildeshausen zu Gast war, würdigte die Rolle des Mittelstands.

Hoffrogge dankte in seiner Rede seinen Mitarbeitern, Friederike Taske und Maik Amelmann aus der Geschäftsführung, Personalleiterin Nina Weißflog und seiner Ehefrau Marjan. Das Team mit einem Durchschnittsalter von 29 Jahren stelle „eine grandiose Leistung“ auf die Beine. Zugleich erinnerte er daran, dass eine gute Unternehmenskultur nicht vom Himmel falle. Wildeshausen sei ein starker Wirtschaftsstandort, an dem man „gut leben und arbeiten“ könne. Der Wirtschaftspreis sei Ehrung und Ansporn zugleich. Hoffrogge lud zur Information in die Firma ein.

Zerschossene Tüte

Das Team des Hotels Gut Altona servierte leckeren Dötlinger Spargel, mit Schinken, Schnitzel und Lachs. Für beste Unterhaltung sorgte Comedian Johannes Flöck, der Ausschnitte seines Programms „Verlängerte Haltbarkeit“ präsentierte. Der 50-jährige Kölner nahm die Tücken des Alters ins Visier und schilderte das Training mit elektrischer Muskelstimulation (EMS) sowie den Besuch bei einer Kosmetikerin: „Ich sah aus wie eine zerschossene Tüte Chips.“ Flöcks Fazit zum Älterwerden: „Mein Kopf macht Vorschläge, die kann mein Körper nicht mehr erfüllen.“

Ehrung für langjährige Mitgliedschaft (v.li.): MIT-Vorsitzender Ingo Hermes mit Willi Möser, Christa Berensen, Franz Bahlmann, Petra Dekker, Andreas Pietrik, Markus Petko, Stefan Beck, Andreas Scholz und Hermann Petermann (BBS-Förderverein) BILD: Stefan Idel

MIT-Vorsitzender Hermes fordert besseres Klima für Unternehmer

Um Investoren in Wildeshausen nicht zu verprellen, müsse es „ein besseres Klima“ in der Stadt geben. Das forderte der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung Wildeshausen (MIT), Ingo Hermes, im Rahmen der Jahreshauptversammlung auf Gut Altona. Als Beispiele nannte er den Erhalt historischer Gebäude oder die Debatte um das Gewerbe- und Industriegebiet Wildeshausen-West. „Wenn Bauherren sich Anfeindungen und Neiddebatten ausgesetzt sehen, werden viele ihr sauer verdientes Geld lieber woanders investieren.“

Hermes lobte, dass die Politik zu Wildeshausen-West stehe. Allerdings habe man das Gefühl, das Projekt werde „nicht mit 100-prozentiger Energie“ verfolgt. Damit riskiere die Stadt den Weggang wichtiger Unternehmen und letztlich den Verlust vieler Hundert Arbeitsplätze sowie den Ausfall von Millionen an Gewerbesteuereinnahmen. Hermes sagte, er setze auf Dialog. Das habe nichts mit Klüngel zu tun. Zugleich appellierte er an die Unternehmen: „Investieren Sie in Wildeshausen! Machen Sie unsere Kreisstadt schöner!“

Geschenke hatte Hermes ebenfalls zu verteilen: Klaus Dieter Breitschwert, ehemaliger CSU-Landtagsabgeordneter aus Ansbach und Freund der MIT, erhielt ein Buch. Mit Blumen bedankte sich Hermes bei Mitarbeiterin Jana Edzards. Und Bürgermeister Jens Kuraschinski erhielt eine kleine Box, die beim Drücken ein „Au ja!“ plapperte.

Geehrt wurden für 20 Jahre Mitgliedschaft: Franz Bahlmann, Willi Möser, Edelhard Brinkmann, Jörg Meyer, Beate und Rudolf Pelz sowie Andreas Pietrik. Zehn Jahre gehören Markus Petko, Andreas Scholz, Annette Marquardt, Stefan Beck, der BBS-Förderverein (vertreten durch Hermann Petermann), Frank Leibscher, Ute und Günter Mindermann, Ralf Bahrs, Steffen Klee und Christa Berensen der MIT an.


Mehr Bilder vom MIT-Abend und ein Video gibt es unter   www.nwzonline.de 
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Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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