• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Bunter Protest für den Erhalt der Buche

10.09.2019

Wildeshausen Dieses Schicksal bewegt viele Wildeshauser: Wie geht es mit der imposanten, rund 140 Jahre alten Blutbuche vor dem Krankenhaus Johanneum weiter? Die Klinik plant für rund 37,8 Millionen Euro einen Ausbau. Bei einem Teilabriss des Altbaus an der Visbeker Straße wäre der Baum womöglich gefährdet. Der geplante Neubau reicht dicht an die Blutbuche heran, deren Wurzelwerk empfindlich auf eine Verdichtung reagiert, so Fachleute.

Mehr als 40 Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Landkreis versammelten sich am Wochenende unter der riesigen Buche. Der Baum wurde mit „schützenden Armen“ versehen. Frauen der Wildeshauser Handarbeitsgruppe „Strickliesel“ hatten den bunten Schal erstellt. Eine ähnliche Aktion gab es im Herbst vergangenen Jahres, als knapp 30 Buchen an der Iserloyer Straße (Kreisstraße 237) in Hockensberg im Zuge der Planungen für das neue interkommunale Gewerbegebiet Wildeshausen-Nord der Motorsäge zum Opfer fallen sollten. In der Nachbargemeinde war der Protest erfolgreich: Der Kreis hat sich mittlerweile für eine Verlegung der Kreisstraße entschieden.

Für den Erhalt der prächtigen Blutbuche vorm Johanneum sprechen aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger gewichtige Gründe: Der Baum, der zwar kein „Naturdenkmal“ wie die Platane vor der Alexanderkirche ist, habe „ortsbildprägenden Charakter“. So sieht es unter anderem Heimatforscher Alfred Panschar, der sich ebenfalls vor dem Krankenhaus einfand. „Die Blutbuche gehört zu Wildeshausen wie das Rathaus und die Burgwiese.“ Der Baum präge das äußere Erscheinungsbild des Krankenhauses Johanneum und eines ganzen Stadtteils.

Vertreter des Naturschutzbundes (Nabu) wiesen bei der Protestaktion zudem auf die positiven klimarelevanten Effekte hin. Der Baum filtere diverse Schadstoffe aus der verkehrsreichen Luft und senke die Temperatur an heißen Tagen merklich. „Ein Laubbaum mit diesem Kronenvolumen produziert jeden Tag Sauerstoff für etwa 20 Menschen“, weiß Marianne Bernhard-Beeskow von der Nabu-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen. Die Buche sei Heimat für viele Vögel und Kleinlebewesen und trage somit zur Artenvielfalt bei. Gerade im urbanen Bereich sei dieser Effekt von unschätzbarem Wert.

Das Krankenhaus Johanneum wollte sich am Montag nicht eindeutig zur Zukunft des mächtigen Baumes äußern. Im Rahmen der Fördermaßnahme für die Krankenhausmodernisierung liege eine Zielplanung mit drei Bauabschnitten vor, so eine Sprecherin des Klinikums auf Anfrage dieser Zeitung. „Der Bereich der Buche betrifft den dritten Bauabschnitt, wofür die notwendige Detailplanung erst in einigen Jahren stattfindet.“ Erst dann könne auch eine fundierte Aussage getätigt werden.

Die Nabu-Ortsgruppe hat der Untereren Naturschutzbehörde des Kreises derweil vorgeschlagen, die Blutbuche an der Visbeker Straße als Naturdenkmal auszuweisen. Sie ist bislang nur als geschützter Baum im entsprechenden Bebauungsplan der Stadt Wildeshausen festgesetzt

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
Rufen Sie mich an:
04431 9988 2701
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.