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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Windmühle „Emma“ steht zum Verkauf

07.06.2006

[SPITZMARKE]HENGSTLAGE HENGSTLAGE/FA - Nicht ohne Wehmut führte Müller Günter Knutzen Pfingstmontag die Besucher durch seine „Emma“, einen Erdholländer mit Steert. Die am 28. April 1945 total zerstörte Mühle war 1947 von seinem Großvater Karl Friedrich Knutzen wieder aufgebaut worden. Jetzt weist am Eingang ein Schild auf einen Immobilienhändler hin. Knutzen sieht sich gezwungen, die Mühle zu verkaufen. Wenn sich ein Käufer fände, werde wahrscheinlich ein exklusives Wohnhaus aus dem Gebäude, vermutet Knutzen.

Im Innern ist die Mühle „total in Schuss und betriebsbereit“, so der Müller. Leider gebe es aber in der Gemeinde und im Landkreis keine finanzielle Unterstützung für die Sanierung des hölzernen Wellenkopfes, der die Kraft des Flügelkreuzes auf die noch heute arbeitsbereiten Mahlsteine überträgt. „So etwas findet sich bei anderen Mühlen fast ausschließlich in gusseiserner Form“, erzählt Knutzen. Die Hengstlager Holzkonstruktion sei sehr selten, aber nutze sich natürlich im Laufe der Jahre ab. Renovierungsbedürftig sind vor allem der Wellenkopf und der Mechanismus, mit dem das Flügelkreuz im Wind ausgerichtet werden muss.

Die Geschichte der Mühle ist auch eine Familiengeschichte: 1876 wurde durch Johann Heinrich Knutzen erstmals eine Mühle in Hengstlage errichtet. Ein Sturm beschädigte die Mühlenkappe 1925 schwer. Karl Friedrich Knutzen baute bis 1926 die Mühle wieder auf. Als sie Ende des Weltkriegs total zerstört wurde, ließ der Eigentümer die Konstruktion als Wallholländer mit Segelgatterflügel und Steert durch den Oldenburger Mühlenbauer Karl Behring neu erbauen.

Durch den Sturm 1972 wurde die Mühle erneut stark beschädigt, aber anschließend repariert und renoviert. Bis 1980 wurde der Holländer für den Eigenverbrauch regelmäßig betrieben. Die zwei Mahlgänge sind noch heute einsatzbereit. Am 22. September 1987 wurde der Mühlenverein Hengstlage gegründet.

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