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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Schnelles Internet In Der Samtgemeinde Harpstedt: Vom langen Warten am Computer

06.08.2019

Winkelsett Die Frage, bei wem denn das Internet am langsamsten ist, war schwer zu beantworten. „Grottenschlecht“ sei die Versorgung in der Gemeinde Winkelsett, erklärte Lene Hjortskov, als sie und ihr Ehemann Michael Müller-Hjortskov drei Bewohner aus benachbarten Dörfern zu einem Gedankenaustausch in Reckum begrüßten. Was auffiel an diesem Abend: Alle Betroffenen wollen das Gleiche, nämlich mehr Tempo im Netz – doch jeder für sich fühlt sich als Einzelkämpfer, teils in einem Kampf gegen Windmühlenflügel.

„Das Ziel sind 100 Prozent“

Für die Gemeinde Winkelsett habe die Versorgung mit schnellem Internet „sehr hohe Priorität, wie vor Jahrzehnten die Wasserversorgung“, sagt Bürgermeister Willi Beneke. Die 530-Einwohner-Gemeinde habe für die erste und die zweite Ausbaustufe je 100 000 Euro bereitgestellt. Ziel sei, in der dritten Stufe möglichst eine 100-prozentige Versorgung zu erreichen.

In der ersten Stufe sollen zurzeit durch Kabelverzweiger-Erschließung fünf Siedlungsbereiche schnelles Internet erhalten. Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse rechnet damit, dass sich dadurch für fast 60 Prozent der Bürger eine deutliche Verbesserung ergibt. In Phase zwei seien es „vielleicht 15 Prozent“. Für Stufe drei „laufen Abstimmungsgespräche“.

Winkelsett, so hatte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse einmal die Ausgangslage geschildert, sei in puncto Internetversorgung „ein einziger weißer Fleck“. Ein Netz mit Glasfaserkabeln gibt es nicht.

Was das heißt, beschrieb Lene Hjortskov so: Wenn sie einmal im Jahr die „Elster“-Formulare für die Steuererklärung herunterlade, dann dauere das etwa eine Stunde. „Da kann ich zwischendurch erst einmal Wäsche aufhängen.“ Die Telekom wolle die alte Kupferleitung mit ISDN seit langem kündigen und habe als Alternative den Mobilfunk LTE ins Gespräch gebracht, wisse aber selbst, „dass das hier nicht funktioniert“.

Jetzt hoffen Lene Hjortskov und ihr Ehemann, im Zuge der ersten kreisweiten Breitband-Ausbaustufe zu einem schnelleren Internet zu kommen. EWE Tel habe in der Nähe „einen Kasten gesetzt“. Eigentlich sei die Verbesserung fürs erste Quartal 2019 angekündigt worden. Wann sie tatsächlich kommt, „wissen wir nicht“.

Solch eine Hoffnung auf Besserung hat Andreas Mikutta aus Barjenbruch nicht. Seine Kupferleitung mit ISDN komme auf 128 Kbit/sec – weit entfernt von der Downloadrate von 30 Mbit/sec, unter der ein Gebiet als „unversorgt“ gilt. Mikutta erinnerte sich, wie er versuchte, eine Banküberweisung von Barjenbruch aus auf den Weg zu bringen. Das habe nicht geklappt, „weil die Zeit überschritten war“.

Nachdem ihm die Telekom die Leitung mit ISDN zum 31. Oktober gekündigt habe, will Mikutta die Kupferleitung nur noch für einen analogen Telefonanschluss nutzen. Ein Internetzugang via PC von zu Hause aus –  „das habe ich gecancelt“.

Ein Kupferkabel fürs Telefon – das hat auch Dr. Dieter Anhuth in Kellinghausen. Um mit dem Computer ins Internet zu gelangen, nutzt er bislang das WLAN seiner Praxis in Wildeshausen. In Kellinghausen scheide auch der Weg vom Handy ins Internet aus: „Über mobile Daten kommt nichts an.“

Und das Fazit? „Wir müssen wie andere Bürger auch behandelt werden“, forderte Lene Hjortskov. Die ungleiche Anbindung an die Datenautobahn sei „einfach ungerecht“. Es gelte, auch über lokale Lösungen, zum Beispiel über Hotspots, nachzudenken.

Eine Versorgung mit schnellem Internet, so findet Andreas Mikutta, müsse als ein fundamentales Recht begriffen werden – so wie das auf Strom und Wasser.

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